Martin Schulz chancenlos, aber mit guten Chancen gegen Angela Merkel

Gestern Abend bei Bild.de:

Das Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (62, CDU) und ihrem SPD Herausforderer Martin Schulz (61) — wenn es nach den Deutschen geht, dann hat die Amtsinhaberin klar die Nase vorn!

Eine „Blitzumfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA“ („Bild plus“-Artikel hinter Bezahlschranke) habe diesen recht deutlichen Vorteil von Angela Merkel gegenüber dem neuen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz ergeben:

Gestern Abend in den „Tagesthemen“ (ab Minute 5:06):

Sven Lorig, der die Zahlen in der Sendung präsentiert, sagt dazu:

Wir stellen ja regelmäßig die Frage, wie sich die Bürger entscheiden würden, wenn sie den Bundeskanzler oder die Kanzlerin direkt wählen könnten. Angela Merkel käme in der Direktwahlfrage auf 41 Prozent. Das sind zwei Punkte weniger als im Dezember, als wir die Frage zuletzt gestellt hatten. Und Martin Schulz? Festhalten. Der käme ebenfalls auf 41 Prozent. Das sind fünf Punkte mehr als im Dezember. Und damit liegen beide gleichauf.

Diese Gegenüberstellung der Ergebnisse soll nicht bedeuten, dass das eine besser oder schlechter, richtiger oder falscher ist als das andere. Wir finden die sehr unterschiedlichen Werte aber durchaus interessant. Und es dürfte Gründe geben, die zumindest ein Stück weit erklären, warum sie so unterschiedlich sind.

Erstmal gibt es aber einige Ähnlichkeiten: Bei der „INSA“-Umfrage, die Bild.de veröffentlicht hat, wurden 1009 Leute befragt. „Infratest dimap“, verantwortlich für die Daten der „Tagesthemen“, hat 1011 Leute befragt. In beiden Fällen wurden die Antworten am Telefon eingeholt.

Und auch die Fragen, die bei dieser fiktiven Bundeskanzler-Direktwahl gestellt wurden, sind sehr ähnlich. „INSA“ fragte:

Wenn Sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten, für wen würden Sie stimmen?

Und „Infratest dimap“ (PDF):

Wenn man den Bundeskanzler direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden: für Angela Merkel oder für Martin Schulz?

Allerdings sind die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten verschiedene gewesen. Bei der „INSA“-Umfrage gab es drei: „Angela Merkel“, „Martin Schulz“ und „keinen von beiden“. Bei „Infratest dimap“ gab es hingegen nur zwei: „Angela Merkel“ und „Martin Schulz“. Nur wenn der Angerufene von sich aus gesagt hat, dass er keinen der zwei Kandidaten wählen würde, zählte die Stimme als „keiner von beiden“.

Und auch der Befragungszeitraum war nicht komplett deckungsgleich: „INSA“ hatte die Befragten am Dienstag und am Mittwoch angerufen. „Infratest dimap“ nur am Mittwoch. Also zu einem Zeitpunkt, als man der Berichterstattung über den neuen SPD-Kanzlerkandidaten nicht mehr entkommen konnte.