Erdogan, Putin, Lierhaus

1. Türkische Regierung schließt Fernsehsender
(tagesschau.de)
Die türkische Regierung hat den Ausnahmezustand um weitere drei Monate verlängert und verfolgt weiterhin ihr unbequem erscheinende kritische Medien und Journalisten. Nun stürmten Polizisten in Istanbul die Redaktion des prokurdischen Senders „İMC TV“ und stoppten den Betrieb. Als Grund sei der Verdacht der Verbindung zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK genannt worden. Die Journalisten sollen vor Abschaltung des Senders noch „Ihr werdet niemals die freie Presse zum Schweigen bringen“ gerufen haben.

2. „What’s the story?“ – NPR-Moderatorin Kelly McEvers über einen guten Podcast
(blogs.deutschlandradio.de, Boris Bittner)
Beim „MIZ Radio Innovation Day 2016“ in Potsdam gab es prominenten Besuch: Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin Kelly McEvers erzählte, was eine gute Sendung ausmacht. Boris Bittner vom Deutschlandradio hat die wichtigsten Erkenntnisse ihres Vortrags zusammengefasst.

3. Moskau muss ukrainischen Journalisten freilassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Der Frankreich-Korrespondent der ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrinform“ Roman Suschtschenko ist während eines privaten Aufenthalts in Russland festgenommen worden. Er wurde im Schnellverfahren wegen angeblicher Spionage zu zwei Monaten Untersuchungshaft im Moskauer Lefortowo-Gefängnis verurteilt. Der Journalist durfte bisher nicht mit seinem Anwalt sprechen. „Reporter ohne Grenzen“ fordert die russischen Behörden auf, Suschtschenko unverzüglich freizulassen.

4. „Frontal21“-Doku Dienstag um 21 Uhr zu „Putins geheimes Netzwerk“: Wie Russland den Westen spalten will
(kress.de, Bülend Ürük)
Gestern lief im „ZDF“ die „Frontal21“-Doku „Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet“. Im Gespräch mit „kress.de“ erklärt einer der Doku-Autoren, wie russische Internet-Trolle in Deutschland und Europa Meinung machen und Angst schüren. Hintergrund der Sendung ist ein Leak von 10.000 Nachrichten aus dem E-Mail-Account der Informationsministerin in Donezk: „Bei der Auswertung der E-Mails ist klar erkennbar geworden, dass die Administration der Separatisten weisungsabhängig von den russischen Beratern ist. Aus dem Kommunikationsverlauf lässt sich entnehmen, dass sie gemeinsame Projekte von Geheimdienst, Rebellenarmee und lokalen Medien organisieren.“

5. Ethik-Untersuchung und neuer Kodex für die PR-Branche in Österreich
(netzwerk-medienethik.de, Alexander Filipovic)
Der österreichische PR-Ethik-Rat hat in einer Studie die ethischen Probleme der Kommunikationsbranche herausgearbeitet. Dazu hat man 16 PR-PraktikerInnen in sogenannten Tiefeninterviews befragt sowie im Vorfeld Gespräche mit ExpertInnen aus Medienethik und Branche geführt. Die Studie „Ethik im Alltag. Qualitative Befragung und Analyse über ethische Herausforderungen, Dilemmata und Probleme österreichischer PR PraktikerInnen“ (Gabriele Faber-Wiener, Sabine Einwiller) sowie der „Kodex des Österreichischen Ethik-Rats für Public Relations ‚Ethik in der Digitalen Kommunikation‘“ sind verlinkt und herunterladbar.

6. RTL führt Monica Lierhaus als bloßes Opfer vor
(welt.de, Antje Hildebrandt)
Sieben Jahre ist es her, dass bei Sportmoderatorin Monica Lierhaus während eines Routineeingriffs ein Aneurysma im Gehirn platzte. Nach vier Monaten im Koma erwachte Lierhaus als Pflegefall und musste alles wieder neu lernen. Nun hat RTL eine Doku über Lierhaus gedreht, in der sie regelrecht vorgeführt wurde, wie Antje Hildebrandt in der „Welt“ schreibt: „Man kann Monica Lierhaus nur wünschen, dass dies der letzte Rückschlag auf ihrem Weg zurück ins Leben war. RTL „Exclusiv“ ist zwar ein Starmagazin und nicht das Magazin der Aktion Mensch. Und Frauke Ludowig ist eine abgebrühte Quotenjägerin und nicht Mutter Teresa. Aber gibt das dem Fernsehen das Recht, eine schwerbehinderte Heldin als Opfer zu verkaufen?“