Gezahlt, Geklebt, Gewürdigt

1. Zukunft des Journalismus: Von der Absicht, eine Paywall zu errichten
(heise.de, Markus Schwarze)
Marcus Schwarze weiß als Leiter „Digitales“ bei der „Rhein-Zeitung“ in Koblenz um die Schwierigkeiten der Onlinevermarktung. In seinem Beitrag bei „Heise“ schreibt er über die Mühen der Branche und die des eigenen Blatts, das mittlerweile komplett hinter einer Paywall steht. Es sind teilweise ernüchternde Zahlen, die Schwarze dort verrät. So müsse man z.B. bei der Zusammenarbeit mit Einzelartikelvermarkter „Blendle“ gewaltige Abzüge hinnehmen: Die Rückgaberate liege bei der Rhein-Zeitung bei rund 30 Prozent, weitere 30 Prozent würden vom kostenlosen Anfangsguthaben „bezahlt“.

2. ZDF-Werbechef: „Discovery muss auf die Schnauze fallen“
(dwdl.de, Marcel Pohlig)
Im August starten in Rio die Olympischen Spiele, doch ob die Öffentlich-Rechtlichen die Übertragunsrechte erwerben, ist noch nicht entschieden: Die Preise sind explodiert und die Verhandlungen zwischen Vermarkter „Discovery“ und Öffentlich-Rechtlichen sind festgefahren. Der Chef des ZDF-Werbefernsehens soll sich recht eindeutig über den Vermarkter geäußert haben: „Meiner Meinung nach müssen die auf die Schnauze fallen, damit wir beim nächsten Mal die Chance haben, wieder dranzukommen“

3. Schmids Reisen
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Ausgerechnet der oberste Lobbyist des Privatfernsehens werde im Oktober neuer Direktor der Medienaufsicht in NRW. „Kann das funktionieren?“, fragt Claudia Tieschky in der „SZ“ und macht gleich mit weiteren Fragen weiter: „Was trieb ihn in dieses Amt (in dem er nicht schlecht, aber weniger verdient als jetzt)? Schickt ihn RTL als Geheimwaffe in die Aufsicht? Kann einer wie er die nötigen Einwände gegen Privatsender vortragen, gegen, sagen wir Sachen wie Werbeverstöße?“

4. Kleb’s ab
(zeit.de, Eike Kühl)
Wie gute Beobachter festgestellt haben wollen, verwendet Mark Zuckerberg ein Notebook mit abgeklebter Webcam. Was im Netz zu Belustigung geführt hätte: „Denn klar, es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der Facebook-CEO seine Webcam abklebt. Schließlich fordert sein Unternehmen die Nutzer ständig auf, möglichst viele Bilder und Livevideos aus ihrem Alltag aufzunehmen, gewissermaßen stets auf Sendung zu sein und sich nicht so viele Gedanken über ihre Privatsphäre zu machen.“ Eike Kühl votiert trotzdem für den geklebten Datenschutz: „Mit Paranoia hat das wenig zu tun. Im Gegenteil, im Zeitalter der Hacker und Massenüberwachung kann ein wohlplatziertes Stück Karton nicht schaden.“

5. Facebook bezahlt für Live-Videos Millionen
(infosperber.ch)
Facebook will mit Macht ins Live-Video-Geschäft und lässt sich das einiges kosten: Mehr als 50 Millionen Dollar bezahle das Unternehmen reichweitenstarken Teilnehmern, die das Feature nutzen. Etwa 140 Verträge hätte Facebook dazu abgeschlossen, unter anderen mit News-Outlets wie „CNN“, der „New York Times“, „BuzzFeed“ sowie einigen prominenten Einzelpersonen und Organisationen.

6. Der Volks-Reporter
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Seit 1984 berichtet Ulli Zelle für die „Abendschau“ des „rbb“. Stefan Niggemeier hat die Berliner Reporterinstitution bei der Arbeit begleitet und ein Porträt verfasst, das zugleich Würdigung ist.