US-Wahlen, Platzverweis, Remote Gold

1. Die Hybris der Journalisten
(welt.de, Susanne Gaschke)
Susanne Gaschke kennt die Medien von verschiedenen Seiten. Als Journalistin arbeitete sie u.a. für die „Zeit“, als politisch engagierte Frau war sie sogar einige Zeit Oberbürgermeisterin von Kiel. In einem Aufsatz in der „Welt“ konstatiert sie, dass Medien in der Bevölkerung mittlerweile ebenso unbeliebt seien wie viele Politiker und der Journalismus sich teilweise als vierte Gewalt aufspiele. Gaschke geht der Frage nach, wie es zu diesem fatalen Zerwürfnis kommen konnte.

2. Interview: Amerikas Mitte ist nüchterner als der überhitzte Medienbetrieb
(carta.info, Tobias Endler)
Tobias Endler spricht auf „Carta“ mit dem langjährigen Fernsehjournalist und Buchautor Klaus Scherer über den US-Wahlkampf, die immer dichtere Taktung der News-Zyklen, das Phänomen Donald Trump und die Polarisierung der US-Medien. Problematisch sei vor allem eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten: „Der Supreme Court hat zuletzt die Schleusen im Wahlkampf geöffnet, seither können Unsummen einfließen, ohne dass sich ein Konzern oder Privatmensch dazu bekennen muss. Auch Firmen gelten als Privatpersonen. Selbst viele Republikaner haben in Gesprächen beklagt, dass man da den Eindruck haben muss, das Weiße Haus sei zu kaufen.“

3. Großes Mediengesetz verschoben
(reporter-ohne-grenzen.de)
Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen ist Polen in diesem Jahr um 29 Plätze auf Rang 47 von 180 Staaten abgestürzt. Es kann vermutet werden, dass Polen weiter nach unten fallen würde, wäre das sogenannte „Große Mediengesetz“ in Kraft getreten. Jüngsten Äußerungen der polnischen Regierung zufolge soll es nun aufgespalten und vertagt werden. Reporter ohne Grenzen ruft die Regierung in Warschau auf, das Gesetz zu überdenken und zentrale Posten nicht länger nach politischen Kriterien zu vergeben.

4. Die Polizei, Helfer der Rechten?
(taz.de, Konrad Litschko)
Ende Mai veranstaltete die NPD auf einem öffentlichen Sportplatz im thüringischen Leinefelde-Worbis ihren jährlichen „Eichsfeldtag“, ein Rechtsrockkonzert und Kinderfest. Journalisten wollten darüber berichten und fotografierten das braune Event. Daraufhin kassierten sie Platzverweise der vom Veranstalter hinzugerufenen thüringischen Polizei. Die Journalisten reichten nun Klage vor dem Verwaltungsgericht Weimar ein.

5. Remote gold
(epa-photos.com, Shawn Thew)
Im Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen die Ukraine kam es zu einer kuriosen Rettungsaktion von Jerome Boateng, der mit einem artistischen Sprung ins Tor das 1:1 verhinderte. Mindestens ebenso kurios ist die Entstehungsgeschichte des vielleicht jetzt schon berühmtesten Sportfotos des Jahres, das seine artistische Einlage dokumentiert. Pressefotograf Shawn Thew schreibt über den denkwürdigen Abend und die von ihm per Fußpedal ferngesteuerte Kamera. In der Halbzeitpause kontrollierte er den Apparat und war zunächst enttäuscht: Die Kamera war umgekippt und hatte etwa 100 Aufnahmen des Stadiondachs gemacht. Doch dann stieß er auf das, was er „Remote Gold“ nennt…

6. Look where „Spiegel“ gets its cover ideas… Ours came out on 27 April.
(www.facebook.com/BusinessSpotlight)
Eine Idee, zwei Cover…