Klimaabkommen, Morddrohungen, Wort des Jahres

1. Historisches als Randnotiz
(taz.de, Malte Kreutzfeldt)
„Geschenke“ („FAS“), „Das fatale Ende eines Schulfachs“ („WamS“) und „Weihnachtsgeld zu gewinnen“ („BamS“) — das waren die Aufmacher der überregionalen Sonntagszeitungen. Dass in Paris am Abend zuvor „Geschichte geschrieben wurde, war für traditionelle deutsche MediennutzerInnen kaum zu merken“, kritisiert Malte Kreutzfeld. Die „Welt“-Medien hätten sogar darauf verzichtet, überhaupt einen Redakteur zur Klimakonferenz zu schicken.

2. Reporter als Panzerfahrer ohne Uniform
(deutschlandfunk.de, Maximilian Grosser, Audio, 4:33 Minuten)
„Russia Today“ sei eine Art trojanisches Pferd der psychologischen Kriegsführung, sagt Mustafa Nayem. Und die Mitarbeiter des russischen TV-Senders sind für den Journalisten und Parlamentsabgeordneten aus der Ukraine wie Panzerfahrer ohne Uniformen. Maximilian Grosser dokumentiert ein Treffen russischer, ukrainischer und georgischer Intellektueller, die nach Möglichkeiten suchten, wie man der „Maschinerie der Desinformation“ entgegentreten könnte.

3. Notizblöcke, Waffen und Kokain: Das einsame Leben eines paraguayischen Journalisten
(vice.com, Dorian Geiger)
Vor dem Haus von Cándido Figueredo Ruíz stehen sieben Männer mit Maschinenpistolen, Kameras haben alles im Blick. Figueredo braucht diesen Schutz nicht, weil er der Boss eine mächtigen Drogenkartells ist, sondern ein Journalist, der über die kriminellen Geschäfte der lokalen Gruppen berichtet und regelmäßig Morddrohungen erhält: „Ich bin mir voll und ganz im Klaren darüber, dass sie mich jederzeit ermorden können.“

4. Was die Leser der „Jungen Freiheit“ so über Juden denken
(starke-meinungen.de, Alan Posener)
Viel muss Alan Posener gar nicht schreiben, er belässt es bei einem Satz: „Ich gebe hier die Kommentare unter einem Artikel aus der ‚Jungen Freiheit‘ wieder, in dem Dieter Stein meint, auch die Juden würden inzwischen ihre Unterstützung für Multikulti aufgeben und dafür sein, dass sich Deutschland gegen die Fremdenflut wehrt.“ Danach sprechen die Kommentatoren für sich.

5. Journalismus: Die Zuckerberg-Blamage
(neunmalsechs.blogsport.eu, Carsten Buchholz)
An der „Top-Schlagzeile des Tages“ (allerdings schon ein paar Tage her) „Facebookgründer Mark Zuckerberg spendet 45 Milliarden Dollar an eine Stiftung für wohltätige Zwecke“ sei „leider alles falsch“, schreibt Carsten Buchholz. Er erklärt wieso und zeigt, welches Medium wie falsch berichtet haben soll.

6. Flüchtlinge zu Geflüchteten?
(sprachlog.de, Anatol Stefanowitsch)
Nachdem „Flüchtling“ vergangene Woche zum Wort des Jahres gekürt wurde, gab es kritische Stimmen, die den Begriff als „abschätzig“ bezeichneten und dafür plädierten, ihn durch „Geflüchtete“ zu ersetzen. Der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch analysiert das Wort, seine Bedeutung und mögliche Alternativen.