Gewalt bei „Pegida“, Rügen für „Bild“, Journalisten und Social Media

1. „Grenzüberschreitungen jeglicher Art“
(taz.de, Daniel Bouhs)
Nadine Lindner berichtet für das „Deutschlandradio“ aus Sachsen und nimmt „auf Facebook und in der Hörerpost (…) seit einem guten Jahr eine radikalere Sprache und höhere Aggressivität wahr.“ Insbesondere auf „Pegida“-Demos komme „es mittlerweile leider regelmäßig zu tätlichen Übergriffen.“ Um Journalistinnen und Journalisten zu schützen, wünscht sie sich „ein höheres Maß an Sensibilität bei der Polizei und dass sie auch mal von sich aus eingreift.“ Passend zur „Pegida“-„Lügenpresse“-Debatte: Im „Tagesspiegel“ fasst Maria Fiedler einen Redaktionsworkshop zusammen, bei dem eine Frage im Mittelpunkt stand: „Warum verlieren Medien an Glaubwürdigkeit?“

2. Türkei: Das Ende der Pressefreiheit
(daserste.de, Halil Gülbeyaz, Video, 8:53 Minuten)
Halil Gülbeyaz spricht mit Journalisten, Journalistenvertretern und Abgeordneten über „die Abschaffung der Pressefreiheit in der Türkei“.

3. Rügen des Presserrats: „Bild“ wieder ganz vorn
(ndr.de, Fiete Stegers)
Bis zum 1. Dezember wurden beim Deutschen Presserat seit Jahresanfang 2200 Beschwerden eingereicht — so viele wie nie zuvor. Während die Gesamtzahl steigt, bleibt eines konstant: „Acht Mal sprach der Presserat eine Rüge für die Berichterstattung der ‚Bild-Zeitung‘ aus (…). Damit wurde die ‚Bild‘-Zeitung wie in den vergangenen Jahren wieder weit häufiger als alle anderen Redaktionen für Verstöße gegen den Pressekodex bestraft.“ Immerhin liegt dieser Anteil diesmal ‚leicht unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre‘. Ebenfalls zur aktuellen Presseratsentscheidung: queer.de über eine Rüge für den „Abdruck eines homophoben Leserbriefs“.

4. Die Kaste der Verweigerer
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz wundert sich über neue Zahlen, die nahelegen, dass rund die Hälfte der deutschen Journalisten mit Social Media nichts anfangen kann. Allerdings wundert er sich nur auf den ersten Blick, denn wenn er seine Filterblase verlässt, stellt er fest, dass die Branche eben auch nur ein Abbild der Gesellschaft ist. Und auch die Journalisten immer noch „ein tiefer digitaler Graben trennt.“ Zum Thema: Nach einer Studie des „American Press Institutes“ erhöht es die Glaubwürdigkeit von Journalisten, wenn sie auf Twitter unterwegs sind und mit anderen Nutzern — und ihren Lesern — interagieren.

5. Missachtung des Urheberrechts oder „public service“?
(onlinejournalismus.de, Andrej Reisin und Fiete Stegers)
Armin Wolf hat auf seiner Facebook-Seite die Übersetzung einer kompletten Reportage aus der „New York Times“ veröffentlicht (Post mittlerweile offline), nachdem er das Original als einen „der eindrucksvollsten (und bedrückendsten) Texte, die ich bisher über das IS-Kalifat gelesen habe“ bezeichnet hatte. Das Problem: Er besaß keinerlei Urheberrechte an dem Text und hatte die „New York Times“ nicht angefragt. Andrej Reisin und Fiete Stegers sehen darin einen „Bärendienst für alle Journalisten als Urheber — denn ignoriert wurden letzten Endes eben nicht die Rechte der mächtigen ‚New York Times‘, sondern die der einzelnen Autorin.“

6. Wie Jugendliche Politik und Nachrichten konsumieren
(deutschlandfunk.de, Johannes Nichelmann, Audio, 18:17 Minuten)
„Für mich ist Instagram mehr so: Leute teilen ihren privaten Inhalt. Und ‚Tagesschau‘ so bei Instagram. Keine Ahnung, ob ich das so gut finde.“