Terror-Porno, Schweiger-„Tatort“, „Friesischer Rundfunk“

1. „Ich steh direkt hinter den Polizisten mit gezogener Waffe“: Der Terror-Porno des „Stern“
(stefan-niggemeier.de)
Mit seinem gezogenen Handy läuft und filmt „Stern“-Reporter Philipp Weber den Polizisten mit gezogener Waffe hinterher, als die gestern durch den Pariser Vorort Saint-Denis jagen. Stern.de stellt Webers Aufnahmen unkommentiert ins Internet. Nicht nur sei das Verhalten der Reporters gefährlich, findet Stefan Niggemeier, sondern sein Video auch ein „reiner Terror-Porno, den der ‚Stern‘ seinen Zuschauern zum gemeinsamen Aufgeilen zur Verfügung stellt.“

2. Was jetzt passiert und sofort berichtet wird
(konradlischka.info)
Konrad Lischka blickt — mit einer Kolumne von Sascha Lobo im Hinterkopf — auf die Berichterstattung von gestern und sieht überall nur Polizisten im Einsatz: „In der Wucht der Berichterstattung wirkt diese Verengungen auf Polizeieinsätze wie die von Lobo gemeinte Abkürzung. Es geht jetzt sofort und zeigt eine Reaktion und Handlungsbereitschaft. Die Ursachen und die lösbaren Probleme analysiert das nicht.“

3. Nach den Pariser Anschlägen: Zensiert sich das Fernsehen selbst?
(blog.ekkikern.com)
Das Erste verschiebt den Til-Schweiger-Doppel-„Tatort“, der WDR nimmt den Spielfilm „Rekruten des Todes“ aus dem Programm. Beide Schritte begründen die Programmverantwortlichen mit dem „Respekt vor den Opfern“ der Anschläge in Paris. Ekki Kern meint, dass das nicht zu dem Mantra passe, „dass es gerade jetzt wichtig sei, so weiterzumachen wie bisher.“

4. Medien und Flüchtlinge — Perspektiven aus Afrika
(de.ejo-online.eu, Anna Carina Zappe)
Wenn hier (in Deutschland, in Europa) über die Flüchtlingsthematik berichtet wird, liegt der Fokus fast ausschließlich auf hier (Deutschland, Europa). „Dass auch viele afrikanische Länder Flüchtlingskrisen zu bewältigen haben, bleibt von den Medien nahezu unbeachtet — sowohl in Europa als auch in Afrika“, schreibt Anna Carina Zappe. Das solle sich durch eine neue Initiative ändern.

5. Friesischer Rundfunk von Mitarbeitern gekauft
(ndr.de, Caroline Ebner, Video, 4:56 Minuten)
Der „Friesische Rundfunk“ (ja, genau, der mit der legendären Kater-Piepsi-im-Baum-Reportage) stand vor dem Aus, weil mehrere Zeitungsverlage aus der Region ihren Ausstieg ankündigten. Die Mitarbeiter des Senders kauften die Anteile, wurden zu Gesellschaftern und „senden nun auf eigene Rechnung.“

6. So bleibt Ihr Abschied unvergessen
(sueddeutsche.de, Carolin Gasteiger)
Es muss ja nicht immer gleich mit einem „durchgeknalltes Arschloch“ enden. Carolin Gasteiger erklärt, wie sie auch ohne die angebliche Matussek-Methode „in fünf Schritten zur effektvollen Kündigung“ kommen und nicht „schon in Vergessenheit geraten, bevor die Tür ins Schloss gefallen ist.“ Ebenfalls zur Causa Matussek: „Kriegsreporterin“ Silke Burmester in ihrer Kolumne sowie Sonja Álvarez und Joachim Huber im „Tagesspiegel“.