Popstar Hitler, Nobelpreis, Satire

1. Mutig: Abdollahi zog vier Wochen ins Nazidorf
(ndr.de, Linda Luft, Video, 6:20 Minuten)
Schon das Experiment an sich ist spannend: Der deutsch-iranische „Panorama“-Reporter Michel Abdollahi wohnt vier Wochen „im Nazidorf“ Jamel. Und dann das: Die Nazis sind ganz nett. Linda Luft geht in ihrem „Zapp“-Beitrag der Frage nach, ob die Berichterstattung über Rechte differenzierter werden muss.

2. „Titanic“-Chef: „Ich bin traurig, dass Benedikt nicht mehr Papst ist“
(derstandard.at, Oliver Mark)
Es gibt eine Handvoll Medien, mit denen sich der Presserat besonders häufig beschäftigen muss. Dazu gehören die „Bild“-Zeitung – und die „Titanic“. Deren Chefredakteur Tim Wolff findet das aber gar nicht so schlimm: „Ich schätze Presseräte sehr, ja, ich finde sie geradezu niedlich.“ Ein Interview über den Papst, den Islam und die Grenzen der Satire.

3. Da geht noch mehr
(taz.de, Paul Wrusch)
Paul Wrusch stellt Medienangebote für Flüchtlinge vor und dabei fest, dass Radio und Fernsehen weiter sind als Printmedien. Das liege daran, dass gesprochenes Wort schneller als geschriebene Texte in verschiedene Sprachen übersetzt werden könne. Außerdem bemerkt der „taz“-Autor, dass vor allem Boulevardmedien Projekte für Flüchtlinge gestartet haben. Die seien aber meist einmalig oder zeitlich begrenzt und sollten daher eher als PR-Aktion für das eigene Haus dienen.

4. Merkel bekommt den Nobelpreis
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer beschäftigt sich mit Zeitungsmeldungen über einen möglichen Friedensnobelpreis für Angela Merkel. Dabei fällt auf, dass es für diese Spekulation nur eine einzige Quelle gibt, die nicht einmal besonders gut ist (das aber auch nicht behauptet). Hinzu kommt: laut den Statuten des Komitees könnte die Kanzlerin zwar theoretisch den Friedensnobelpreis bekommen – aber jedenfalls nicht für ihr Engagement für Flüchtlinge, findet Knüwer.

5. „Ich muss mit dieser Arbeit mittlerweile meine Miete bezahlen”
(trendingtopics.at, Jakob Steinschaden)
Ein Interview mit Fritz Jergitsch, der sein Studium geschmissen hat und stattdessen Die Tagespresse leitet, das bekannteste Satireportal Österreichs.

6. GröPaZ: Warum Adolf Hitler der größte Popstar der Welt ist, aber sich keiner traut, es zu sagen.
(zebrabutter.net, Mathias Mertens und Merlin Schumacher)
Ein schwarzes Dreieck, ein schwarzes Viereck, beides richtig angeordnet, und schon sieht man: Adolf Hitler. Ob bei „Switch reloaded“, in britischen Sitcoms oder seit heute im Kino — Hitler ist noch immer ständig in der Popkultur zu finden und damit „einer der größten Popstars der Welt“, schreiben Mathias Mertens und Merlin Schumacher. Passend dazu: „taz“-Kriegsreporterin Silke Burmester in ihrer Kolumne unter anderem über eine geplante zehnteilige Hitler-TV-Serie; und der „Tagesspiegel“, der sich für eine unglückliche Hitler-Flüchtlingskrisen-Titelseite entschuldigt.