Klarer Fall von Sachbeleidigung

Eine Schule in Minnesota muss wegen eines „Facebook-Eklats“ eine saftige Strafe zahlen, berichtet „Focus Online“:

Dem Direktor missfiel ein Facebook-Post über seine Schule. Deshalb zwang er seine Schülerin, ihren Account freizugeben. Diese Strafe fällt nun auf ihn zurück – seine Schule muss 70.000 Dollar Entschädigung zahlen.

Das muss ja wirklich ein heftiger Post gewesen sein, wenn der Direktor gleich so austickt. Was hat sie denn geschrieben, die böse Schülerin?

Riley war 13 Jahre alt, als sie vor zwei Jahren auf Facebook postete, dass sie einen Bildschirm in der Eingangshalle ihrer Schule hasse. Nach der Schule rief der Direktor sie zu sich und verpasste ihr einen Verweis für das, was sie in den sozialen Netzwerken geschrieben hatte.

Moment mal. Dass sie „einen Bildschirm in der Eingangshalle ihrer Schule hasse“? Und dafür gibt es einen Verweis?

Vielleicht war es ja der Lieblings-Bildschirm des Direktors. Vielleicht genießen Bildschirme in Minnesota auch generell einen Sonderstatus. Vielleicht sollten wir uns diese Stelle aber auch lieber mal im Original anschauen. Beim „StarTribune“, von dem „Focus Online“ die Geschichte abgeschrieben hat, heißt es nämlich:

Riley was 13, in sixth grade, when she posted on Facebook two years ago that she hated a school hall monitor because she was mean.

Auf die Idee, dass mit „hall monitor“ auch die Aufsichtsperson gemeint sein könnte, ist bei „Focus Online“ offenbar niemand gekommen. Den letzten Halbsatz haben sie beim Abschreiben („Fieser Bildschirm? Äh…“) dann auch lieber gleich weggelassen.

Mit Dank an den Hinweisgeber.

Nachtrag, 14.56 Uhr: „Focus Online“ hat den Fehler transparent korrigiert.