Schwule schänden falschen Parkplatz

Peter Postleb (Schmutzsheriff) und Stefan Schlagenhaufer (Schmutzjournalist) führen auf Frankfurts Straßen und in der „Bild“-Zeitung schon seit Jahren einen Kampf, ach was, einen Krieg gegen einen gemeinsamen Feind. Regelmäßig knöpfen sie sich die Altkleider-Mafia und die Graffiti-Terroristen vor, die Weihnachts-Bettler und polnischen Sitzenbleiber, anders gesagt: all die „dreisten Müllsünder“, die mutwillig unser schönes Land verschmutzen.

Dabei bestehen Postlebs Aufgaben hauptsächlich darin, sich über die Schmutzfinken zu empören und die Stadt von Müllsäcken, Sex-Puppen und kaputten Kühlschränken zu befreien. „Bild“-Mann Schlagenhaufer unterstützt ihn bei ersterem.

Der neueste Fall der beiden ist dermaßen skandalös, dass „Bild“ ihm einen prominenten Platz auf der ersten Frankfurter Lokalseite spendiert hat. Es geht diesmal nämlich – festhalten! – um einen zugemüllten Autobahn-Parkplatz.

Nun hält sich das Empörungspotenzial über zugemüllte Autobahn-Parkplätze selbst bei „Bild“-Lesern wohl eher in Grenzen, doch handelt es sich hierbei auch nicht um irgendeinen Parkplatz. Es geht um den weltweit deutschlandweit im Raum Frankfurt bestimmt bekannten Rosemeyer-Parkplatz! Und er wurde auch nicht nur zugemüllt oder verdreckt, nein, er wurde geschändet. Verzeihung: GESCHÄNDET!Rosemeyer-Parkplatz GESCHÄNDET!

Für alle Autobahnbanausen unter Ihnen: In der Nähe des Rosemeyer-Parkplatzes ist der Rennfahrer Bernd Rosemeyer 1938 bei einem Geschwindigkeitsrekordversuch ums Leben gekommen. Man hat sogar ein Denkmal für ihn gebaut, das, nun ja, Rosemeyer-Denkmal.

Jedenfalls: So ein bedeutender Ort – und dann das!

Was für eine Schande: Der Rosemeyer-Parkplatz, einziger in Deutschland nach einer Persönlichkeit benannte Autobahnstopp, ist total verkommen!

Es ist zum Nasezuhalten!

Und wer ist schuld? Die Lkw-Fahrer und die Homosexuellen natürlich. Denn der Rosenmeyer-Parkplatz ist …

ABENDS TRUCKER-KLO, NACHTS SEX-TREFF.

Und tagsüber? „Müssen Rosemeyer-Fans durch Kot und Kondome waten“, wenn sie nach langer Fahrt endlich angekommen sind.

Aber nicht nur das.

Wer auf dem Ekel-Parkplatz stoppt, wird obendrein noch bedroht!

Aufpasser der Sextreff-Szene sitzen in Autos oder auf der Rastbank. Wer fotografiert, kriegt zu hören: „Hier wurden schon Leute wegen weniger erstochen. Sie wissen, das ist ein Sex-Treff für Homosexuelle. Fahren Sie bitte weiter.“

Kot, Kondome, Killer-Schwule. Und das auf Deutschlands einzigem nach einer Persönlichkeit benannten Autobahnstopp.

„Eine Sauerei!“, findet auch „Sauberkeitsberater“ Postleb:

„Besucher des Parkplatzes suchen das Rosemeyer-Denkmal, tappen nichtsahnend in Kothaufen und in mit Kondomen übersäte Grünflächen.“

Und dann suchen sie das Denkmal auch noch vergeblich! Nein, nicht weil es unter der meterhohen Kot-und-Kondom-Schicht schon verschwunden ist. Sondern weil es auf einem ganz anderen Parkplatz steht.

Im Ernst jetzt:

Hessen Mobil hat nämlich den falschen Parkplatz nach dem berühmten Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938) benannt: Unglücksstelle, Denkmal und Kreuz liegen auf dem namenlosen Parkplatz auf der anderen Seite …

Wir fassen mal zusammen: Auf einem Autobahn-Parkplatz, der fälschlicherweise nach einem Rennfahrer benannt wurde, der aber ganz in der Nähe eines anderen Parkplatzes liegt, auf dem ein Denkmal zu Ehren dieses Rennfahrers steht, haben Menschen Sex und dort liegt Müll.

Ein Glück, dass endlich mal jemand diesen unfassbaren Skandal aufgedeckt hat.