Unwort, Daily Mirror, Prokon

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Nachdenken hilft auch“
(deutschlandfunk.de, Peter Zudeick)
Die Wahl des Unworts des Jahres renne „meistens offene Türen ein, zumindest beim denkenden Teil der Bevölkerung“: „Vielleicht gibt es ja Menschen, die derlei Sprachmüll benutzen, weil er halt gang und gäbe ist. Journalisten zum Beispiel, die nachplappern, was so geplappert wird, weil sie nicht verstanden haben, was ihr Beruf ist: Nämlich höchst reflektiert mit ihrem Material, mit ihrem Hand- respektive Mundwerkzeug umzugehen.“

2. „‚Der FC Bayern wird mich niemals haben!'“
(11freunde.de, Andreas Bock)
Fußball: Andreas Bock fragt telefonisch beim „Daily Mirror“ nach, ob ein dort veröffentlichtes Zitat von Marco Reus tatsächlich der Wahrheit entspricht. Daraufhin wird die Verbindung unterbrochen.

3. „Prokon bläst zum Gegenangriff auf die Medien“
(ndr.de, Video, 6:08 Minuten)
Das von Insolvenz bedrohte Unternehmen Prokon und seine Anleger (einige davon organisiert unter Freunde-von-prokon.de) kritisieren die Journalisten für ihre Berichterstattung. Doch diese sehen keinen Grund, nicht zu berichten: „Unvollständige Zahlen, keine Antworten auf kritische Fragen. Stattdessen: Angriffe.“

4. „SPIEGEL macht blöd. Warum auch positive Computerspiel-Artikel nicht besser sind als ihr Ruf“
(videogametourism.at, Christian Huberts)
Christian Huberts schreibt zur aktuellen „Spiegel“-Titelgeschichte: „Nicht die Computerspielkultur selbst steht im Fokus, sondern ihre Schnittpunkte mit der bildungsbürgerlichen Komfortzone. Game-Berichterstattung im Print-Journalismus, das ist ewige Annäherung an das Zumutbare, ohne je mit diesem obszönen Gegenstand in Berührung zu kommen, der angeblich unsere Zeit vernichtet und nicht mit offensichtlichem Nutzwert entschädigt.“

5. „Bitte vergib mir, Sascha!“
(ueberschaubarerelevanz.wordpress.com)
Muriel liest „Wir brauchen einen neuen Glauben an die Politik!“ (faz.net, Evgeny Morozov), die Replik auf den Text von Sascha Lobo.

6. „Mit Stricken zum Nobelpreis“
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)