Ölschlick, Duckmäuser, Brustsperren

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1.“Nicht werfen, nicht schlagen. Keine Steine, nichts“
(faz.net, Konrad Schuller)
Ukrainische und russische TV-Sender nutzen ein Video von FAZ.NET, um dem Bruder des Oppositionsführer Vitali Klitschko die Inszenierung von Gewalt vorzuwerfen. Die deutsche Onlineredaktion veröffentlicht daraufhin eine längere Version des Videos.

2. „Wissenschaftliche Volksverhetzung“
(sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Nach der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, die Förderung für eine historisch-kritische Edition“ von „Mein Kampf“ zu stoppen, erinnert Winkler an die Vorgeschichte und die Folgen: „Das nennt man wahrscheinlich die Kunst des Politischen: Damit wäre die Freiheit der Wissenschaft gewahrt und Hitler weiter unter Verschluss.“

3. „Klammern an ‚Bild‘ und ein zahlendes Prozent“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Die Erfolgsmeldung über 152.000 zahlende BILDplus-Leser ist auf den zweiten Blick ernüchternd: 99 Prozent der Leser sind immer noch nicht bereit zu zahlen, obwohl der Verlag den Abonnenten Bundesliga-Videos anbietet.

4. „Die neue Dimension des Duckmäusertums“
(faz.net, Constanze Kurz)
Trotz ständig neuer Enthüllungen über die Methoden der NSA und befreundeter Geheimdienste fehlt es an politischen Konsequenzen. Constanze Kurz fordert die Politiker auf, die Machtfrage zu stellen.

5. „Liebe User, Facebook hat unsere Seite vorübergehend gesperrt“
(https://www.facebook.com/ZDFheute/)
Wegen eines medizinischen Bildes einer weiblichen Brust im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Brustimplantante wurde die Facebook-Seite der Nachrichtensendung vorübergehend gesperrt: „Bitte beachten Sie: Ungefiltert und unzensiert durch US-amerikanische Medienkonzerne gibt’s ZDF heute.de auf www.heute.de!“
Update 15.11 Uhr: Das ZDF rudert zurück: Facebook habe lediglich ein Foto gelöscht, die Seitensperre wurde von der Redaktion aufgrund eines Missverständnisses aktiviert.

6. „Shells Science Slam endet im Ölschlick“
(metronaut.de, John F. Nebel)
Mit einem „Science Slam“ wollte Ölkonzern Shell etwas für sein Image tun. Doch die Teilnehmer nahmen den Sponsor aufs Korn. Gewinner des Abends: Ein vorgebliches CO2-Rückgewinnungexperiment, das Ölschlick versprühte.