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Multipler Journalismus

Eine Reporterin der „Welt“ hat vor zwei Jahren einen erotischen Selbstversuch gestartet: Sie ist zu einer Tantra-Massage gegangen. Darüber hat sie dann im Mai 2011 in der „Welt“ geschrieben.

Gestern ist erneut ein Tantra-Massagen-Selbstversuch-Artikel der Reporterin erschienen. Diesmal aber in der „Bild“-Zeitung:Ist Tantra eigentlich auch gut für Frauen? - Geht es um Erleuchtung? Um Sex? Um beides? Ein Selbstversuch

Hier mal ein kleiner Vergleich:

„Welt“, 6. Mai 2011 „Bild“, 17. Mai 2013
Von Frau zu Frau – Unsere Autorin hat die tantrische Yoni-Massage in Berlin getestet Ist Tantra eigentlich auch gut für Frauen? Geht es um Erleuchtung? Um Sex? Um beides? Ein Selbstversuch
Die blonden Haare umspielen ihr Gesicht, sie atmet tief ein, das über ihre Brust zusammen geknotete curryfarbene Seidentuch bedeckt ihren zierlichen Körper. Blonde lange Haare umspielen ihr Gesicht, ein über ihre Brust zusammengeknotetes curryfarbenes Seidentuch bedeckt ihren zierlichen Körper.

Wir stehen im „Grünen Zimmer“. Goldene Seidentücher hängen an den gras-grünen Wänden. Ich stecke 200 Euro in eine perlenbestickte Schmuckdose (…).

Sie führt mich rüber ins „Grüne Zimmer“. Ich stecke 200 Euro in eine perlenbestickte Schmuckdose.

Tracy sagt mir, ich solle mich hinlegen, auf eine weich gepolsterte Matte, die von orange-roten Tüchern bedeckt ist. Sie spricht einen starken amerikanischen Akzent. Im Hintergrund dudelt Meditationsmusik, das Zimmer ist warm, Ölflaschen liegen in gläsernen Schüsseln, die gefüllt sind mit heißem Wasser. Durch den Rauch eines Räucherstäbchens blinzele ich hoch zu Tracy. „Leg dich hin“, sagt sie sanft. Die weich gepolsterte Matte ist von orange-roten Tüchern bedeckt. Im Hintergrund dudelt Meditationsmusik, das Zimmer ist warm, Ölflaschen liegen in gläsernen Schüsseln, die mit heißem Wasser gefüllt sind. Durch den Rauch eines Räucherstäbchens blinzele ich hoch zu Tracy.

Sie hat ihr Tuch abgelegt und ist nackt, so wie ich auch. Sie schenkt mir ein Lächeln. Ihre Hand liegt zwischen meinen Brüsten als sie sagt: „Viel Spaß auf deiner Reise.“

Sie hat ihr Tuch abgelegt – sie ist NACKT. Auch mein Tuch ist futsch – mit geschickten Händen hat sie es entknotet. Zwei Mädels, nackt auf einer Matte – also doch eine Art Puff? Vor meinem inneren Auge sehe ich den lockigen Tantra-Chef schon an die Tür klopfen und fragen, ob er hier richtig ist zum Rohrverlegen. Oh Gott, bitte nicht! Doch dann lächelt Tracy mich beruhigend an, legt ihre Hände zwischen meine Brüste und sagt, „Viel Spaß auf deiner Reise.“
Sie massiert mich mit dem heißen Öl, reibt meine Zehen, schüttelt meine Arme aus und krault meinen Kopf. Sie massiert mich mit dem heißen Öl, reibt meine Zehen, schüttelt meine Arme aus und krault meinen Kopf.
Schon setzt sich Tracy im Schneidersitz zwischen meine Beine, das Gesicht mir zugewandt. Meine Beine legt sie über ihre und ich bin ihren Berührungen ausgeliefert. Plötzlich steht Tracy auf, um sich im Schneidersitz zwischen meine gespreizten Beine zu setzen. HOPPLA! Sie schaut mich an. Ich liege auf dem Rücken, sie nimmt behutsam meine Beine und legt sie über ihre. Breitbeinig liegend bin ich ihren Berührungen ausgeliefert.

Wie es sich nach einem Orgasmus gehört, nicke ich ein. Tracy weckt mich nach 15 Minuten und schickt mich unter die Dusche. Das Bad ist in warmes Licht getaucht, hinten in der Sonne funkelt der Fernsehturm. Ich blicke in den Spiegel und sehe entspannt aus.

Wie es sich nach einem Orgasmus gehört, nicke ich ein. Tracy weckt mich nach 15 Minuten, schickt mich unter die Dusche. Das Bad ist in warmes Licht getaucht, hinten in der Sonne funkelt der Fernsehturm. Entspannt bin ich, aber auch irgendwie erschöpft.
Ich frage sie, was denn für sie der Unterschied zur Prostitution sei. Tracy reißt ihre braunen Augen auf: „Jeder der zu uns kommt sucht eine tiefe Erfahrung. Sonst könnte man ja auch für 100 Euro in ein Bordell gehen.“ Beim Abschied frage ich Tracy, was denn der Unterschied zwischen so einer Massage und Prostitution sei. Sie sagt: „Jeder, der zu uns kommt, sucht eine tiefe Erfahrung. Sonst könnte man ja auch für 100 Euro in ein Bordell gehen.“

Ein Orgasmus, zwei Artikel — Reporterbefriedigung deluxe.

Mit Dank an Marcus B., Ron und Sascha S.