Der Große Preis von Äpfeln und Birnen

Bild.de freut sich:

Vettel besser als Lauda und Senna

Vettel, so Bild.de „knackt weiter Rekord um Rekord in der Formel 1“. Aktuell habe er etwa als erster Fahrer seit Ayrton Senna „in drei aufeinanderfolgenden Rennen alle Runden angeführt“ und mit seinem 26. Karriere-Sieg den dreimaligen Weltmeister Niki Lauda „überholt“, der 25 Rennen gewonnen hat.

Und dann war da noch das:

Und es kam noch besser für den Red-Bull-Pilot in Indien: Als dritter Fahrer in der Geschichte der Formel 1 durchbrach Vettel mit 1013 Zählern die Schallmauer von 1000 Karriere-Punkten.

Ohne Sebastian Vettel zu nahe treten zu wollen: Das ist keine allzu große Kunst. Seit der Saison 2010 gibt es für einen Sieg nämlich 25 Punkte, davor gab es zwanzig Jahre lang zehn, davor noch weniger. (Wer ein Freund komplizierter, zwischendurch wechselnder Punktevergabekriterien ist und sich außerhalb des Eurovision Song Contests das ganze Jahr über langweilt, dem sei der entsprechende Abschnitt in der Wikipedia wärmstens ans Herz gelegt.)

auto-motor-und-sport.de hatte anlässlich der Einführung des neuen Punkteschlüssels geschrieben:

Historische Vergleiche können [die Fans] vergessen. Fahrer im Ruhestand wie Alain Prost, Niki Lauda oder Jackie Stewart werden bald von vergleichsweise Namenlosen überholt.

Alle drei Fahrer mit mehr als 1.000 Karriere-Punkten (vor Vettel liegen Michael Schumacher und Fernando Alonso) sind noch aktiv, die Fahrer auf den Plätzen vier bis sechs ebenfalls.

Wenn man alle bisherigen Rennen der Formel-1-Historie auf die neue Punkteregel umrechnet, hätten 24 Fahrer „die Schallmauer von 1000 Karriere-Punkten“ durchbrochen. Sebastian Vettel käme aktuell auf 1203 Punkte, mit denen er auf Platz 16 der ewigen Tabelle läge.

Mit Dank an Dustin.