Branchenklick, Neonazistinnen, Einhornkacke

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Helden oder Opfer – Behinderten-Klischees“
(ndr.de, Video, 5:04 Minuten)
Sat.1 gibt auf Anfrage bekannt, die Sendung „Die große Welt der kleinen Menschen“ sei in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Kleinwüchsige Menschen entstanden – doch dort weiß man nichts von einer Zusammenarbeit. Siehe dazu auch „Die komische Welt von Sat.1. Oder: Kleine Menschen, große Scheiße“ (leidmedien.de, Ninia LaGrande).

2. „Als Burda mal einen Kopierer verkaufte“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz kommentiert „die Beseitigung eines Interessenskonflikts“, den Verkauf von Nachrichten.de durch die Hubert Burda Media: „So wahnsinnig vielfältig und leistungsfähig und damit für den Informationsfluss im Netz unverzichtbar, wie die Befürworter der geschützten Leistung gerne sagen, sind die Verlage womöglich gar nicht. Im Fall iPhone 5 jedenfalls haben weite Teile der deutschen Verlagslandschaft im Wesentlichen eine Leistung erbracht, die aus dem fehlerfreien Kopieren einer Meldung in ein CMS besteht. Und mal weitergedacht – und Google hätte all diese hübschen Meldung nicht indexiert: Was genau bitte würde uns fehlen?“

3. „82.000-Euro-Klage wegen Blog-Post“
(blog.limesoda.at, Philipp Pfaller)
Philipp Pfaller gewinnt einen Rechtsstreit gegen die Branchenklick GmbH: „Ich als Beklagter hatte eigentlich nichts zu gewinnen. Im nun eingetretenen besten Ausgang musste ich nichts zahlen. Trotzdem bin ich stolz, wenigstens einen kritischen Artikel vor der Löschung bewahrt und damit vielleicht einen Präzedenzfall für mutige BloggerInnen geschaffen zu haben.“

4. „Wenn der Hitlergruß zu sehen ist, gehen unsere Filme am besten weg“
(planet-interview.de, Natascha Mahle)
Andrea Röpke, freie Journalistin mit Schwerpunkt Rechtsextremismus, im Interview: „Ja, in den Medien und auch der breiten Öffentlichkeit wird immer davon ausgegangen, dass Frauen in die Szene nur reinrutschen, weil sie die Freundin eines Rechten sind und sie auch fast nichts über dessen Ansichten wissen. Es fällt uns schwer, einzugestehen, dass Frauen fanatisch sein können, dass sie die Strategien der Nazis ganz bewusst mittragen und mit dieser Einstellung sogar in sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten arbeiten. Unter dem Deckmantel der lieben, weichen, sozialen Frau, den die Öffentlichkeit bereitwillig gibt, breiten sich die Neonazistinnen ungeniert aus.“

5. „Erkennen Sie die Erkennungs-Melodie?“
(stefan-niggemeier.de)
Während das Redesign des Tagesschau-Intros durch eine falsche „Bild“-Titelgeschichte („ARD entsorgt tagesschau-Melodie“, BILDblog berichtete) in den Medien großes Echo hervorrief, blieb die letzte grundsätzliche Änderung der Melodie weitgehend unbemerkt.

6. „Einhornkacke“
(volkerstruebing.wordpress.com)
Volker Strübing hat eine Schreibblockade: „Ich öffne Textverarbeitung oder Notizbuch und, schwupps, laufen tausend Männchen durch meinen Kopf und brüllen durcheinander.“