KW 37/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die AfD und die Verantwortung der Medien
(youtube.com, Ronen Steinke, Video: 55:01 Minuten)
Journalist Ronen Steinke und Polit-Influencer Alexander Prinz sprechen über die Rolle etablierter sowie digitaler Medien beim Erstarken der AfD. Prinz kritisiert, dass traditionelle Redaktionen der Partei jahrelang durch sensationslüsterne Berichterstattung und ständige Empörungsreflexe kostenlos Reichweite verschafft hätten. Gleichzeitig würden Social-Media-Algorithmen und Event-Streaming eine radikale Polarisierung und Feindbildpflege begünstigen.

2. Wie viel Macht hat Big Tech über unsere Demokratie?
(ardsounds.de, Sophie Morár, Audio: 27:03 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die wachsende Macht weniger Social-Media-Plattformen wie YouTube, Instagram und TikTok sowie der dahinterstehenden Technologiekonzerne auf den demokratischen Diskurs und das Wahlverhalten. Medienwissenschaftler Martin Andree analysiert, wie algorithmische Plattformlogiken gezielt extreme Positionen belohnen, während moderate Stimmen unsichtbar würden und eine bedenkliche Monopolisierung der Öffentlichkeit entstehe: “Diese Plattformen [sind] nicht neutral. Das heißt, sie filtern, sie suchen aus, sie bestimmen, welche Inhalte sichtbar sind, und sie haben eine eigene politische Agenda.”

3. Wie der Terrorakt die Live-Berichterstattung verändert hat
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 34:58 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie der Terroranschlag vom 11. September 2001 die Live-Berichterstattung verändert hat. Es diskutieren Ulrich Wickert, seinerzeit Moderator der “Tagesthemen”, Medienforscher Stephan Weichert und Gregor Burkhardt vom ZDF.

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4. Applaus aus der Blase: Der Wert von Journalistenpreisen
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 36:46 Minuten)
Die “Medienversteher” Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer diskutieren über den Sinn und die Schattenseiten von Journalistenpreisen. Zwar böten Auszeichnungen wie der Henri-Nannen- oder der Pulitzer-Preis persönliche Anerkennung und Sichtbarkeit für aufwendige Recherchen, doch bestehe die Gefahr der Selbstbeweihräucherung. Außerdem hinterfragen die beiden den Trend, Beiträge gezielt für Jurys statt für das Publikum zu schreiben, wodurch klassisches Handwerk oder Hintergrundarbeit oft übersehen würden.

5. Popjournalismus: Zwischen Punk, Pop und Presse
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 39:44 Minuten)
Christian Jakubetz unterhält sich mit der Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla über deren Buch “Gegenwart machen” und die Blütezeit des deutschsprachigen Popjournalismus von den späten 1970er-Jahren bis zur Jahrtausendwende. Magazine wie “Tempo”, “Spex” oder “Wiener” hätten damals mit radikaler Subjektivität, Punk-Attitüde und bewusster Oberflächenästhetik eine subversive Gegenöffentlichkeit zum traditionellen Journalismus geschaffen. In dem Gespräch geht es auch um die Frage, wie prekärer gewordene Marktbedingungen und eine vorsichtigere Debattenkultur solche ungeschliffenen Formate verdrängt haben.

6. So brechen soziale Verträge
(heise.de, Gavin Karlmeier, Video: 1:12:49 Stunden)
Film- und Medienkritiker Wolfgang M. Schmitt und Host Gavin Karlmeier diskutieren bei “Haken dran” über die schleichende Aushöhlung von Privatsphäre und gesellschaftlichen Konventionen durch Big Tech. Ein zentrales Thema bilden Apples neue KI-gestützte Audio-Features für die Apple Watch, mit denen alltägliche Gespräche im Nachhinein transkribiert oder zusammengefasst werden können. Das sei ein bedenklicher Bruch des zwischenmenschlichen “sozialen Vertrags” und ein Einstieg in eine permanente Alltagsüberwachung. Zudem sprechen sie über die aggressive Datensammelpraxis von Elon Musks politischem Bündnis im US-Wahlkampf sowie über geplante europäische Social-Media-Einschränkungen für Jugendliche.