1. “Das war der beste Wahlkampf seit der NSDAP”
(taz.de, Lotte Laloire)
Im Interview mit der “taz” spricht der Polit-Influencer Daniel Rensing über den Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt, der besonders in den Sozialen Medien erfolgreich gewesen sei. Zur Frage, ob die Algorithmen recht Inhalte aktiv bevorzugen, sagt er: “So sehr ich Mark Zuckerberg von Meta und der chinesischen Regierung bei Tiktok misstraue, glaube ich nicht, dass sie rechten Content aktiv pushen. Ich glaube einfach, dass linker Content arschlangweilig ist.”
2. Slapp-Klagen: Die fatale Untätigkeit der Regierung
(falter.at, Charlotte Deiss)
In einem Gastbeitrag kritisiert Charlotte Deiss von Amnesty International “die fatale Untätigkeit der Regierung” Österreichs bei der Überführung der Anti-SLAPP-Richtlinie der EU in nationales Recht. Die EU-Kommission habe deshalb bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Grund für den Stillstand sei ein Koalitionsstreit: SPÖ und NEOS würden eine lückenlose Verankerung fordern, die ÖVP blockiere aus Sorge vor einer angeblichen “Übererfüllung”. Deiss fordert ein schnelles Handeln: “Sollte die Bundesregierung wirksam gegen Slapp vorgehen wollen, muss sie den Empfehlungen der EU-Kommission und des Europarates folgen und Schutzmaßnahmen in allen Rechtsmaterien sowie für innerstaatliche Verfahren einführen.”
3. “Wir sind von der Ignoranz der Bundesregierung schockiert”: BDZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers über Politik und Pressefreiheit.
(turi2.de, Markus Trantow)
Jörg Eggers, Chef des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), wirft der deutschen Bundesregierung vor, die Nöte der Verlage zu ignorieren. Wegen der teuren Zustellung würden ländliche Regionen ohne gedruckte Zeitungen drohen, während große Tech-Konzerne den Markt beherrschen. Eggers verlangt faire Wettbewerbsregeln, niedrigere Steuern auf journalistische Produkte und ein Eingreifen gegen die Macht der Plattformen. Um politisch mehr Druck aufzubauen, setze der BDZV auf enge Allianzen, auch gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
4. Synchronisations-Revolution: Prime Video passt Lippenbewegungen bei “Maxton Hall” mit KI an
(digitalfernsehen.de, Marcus Reichl)
Amazons Streamingdienst Prime Video setze bei seiner Serie “Maxton Hall” auf ein neues KI- und VFX-Verfahren, um die Lippenbewegungen der Darstellerinnen und Darsteller nachträglich an übersetzte Dialoge anzugleichen. Die Technologie komme zunächst bei der englischen Fassung der ersten beiden Staffeln zum Einsatz und solle auch für die im Dezember 2026 startende finale Staffel genutzt werden. Anders als bei umstrittenen Modellen, die menschliche Stimmen durch künstliche Audiospuren ersetzen, modifiziere Prime Video hier rein das visuelle Bild auf Basis bereits real eingesprochener Synchronfassungen.
Weiterer Lesetipp: RTL experimentiert mit KI – und lässt den Hinweis darauf weg: RTL teste mit fünf alten Folgen der Gerichtsshow “Das Strafgericht” den massiven Einsatz generativer KI. Das visuelle Ergebnis wirke stellenweise hölzern und asynchron. Für Kritik sorge vor allem die fehlende Transparenz: Im Streaming zeige RTL einen kurzen Hinweis im Abspann, im linearen TV verzichte der Sender auf die Kennzeichnung. Die zuständige Landesmedienanstalt halte diesen Verzicht für rechtlich bedenklich. (dwdl.de, Timo Niemeier)
5. Deutscher Radiopreis 2026: Bully jubelt, WDR gewinnt doppelt
(dwdl.de, Alexander Krei)
Emotionaler Höhepunkt des Deutschen Radiopreises sei die posthume Vergabe des Ehrenpreises für das Lebenswerk an die verstorbene Radioikone Rik De Lisle (“Alter Ami”) gewesen. Außerdem habe der WDR gleich zweifach abgeräumt: mit dem 1Live-Duo Celina Pegel und Jule Blaase für die beste Morgensendung sowie für “Inside CumEx” (WDR 2) als bestes Informationsformat. Michael “Bully” Herbig und Rick Kavanian seien für ihr Show-Takeover bei Radio Gong 96.3 geehrt worden. Evren Gezer (Hit Radio FFH) habe als beste Moderatorin, Sina Wende (Bayern 1) als beste Newcomerin triumphiert.
6. Analyse der Wochenshow: Vulgär, inkorrekt und extrem erfolgreich
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 16:45)
Philipp Walulis hat sich noch mal alte Ausgaben der “Wochenshow” angetan, die als Sketchshow zwischen 1996 und 2002 auf Sat.1 zu sehen und höchst erfolgreich war: “Ingolf Lück, Anke Engelke, Bastian Pastewka: ‘Die Wochenshow’ war Wegweisend für Comedy im deutschen Fernsehen der 90er-Jahre. Doch wie entwickelte sich ein spontaner Vertragsableger für die Harald Schmidt Show zu einem Quoten-Giganten mit bis zu 6 Millionen Zuschauern?”
