1. In Syrien festgehaltene Eva Maria Michelmann ist frei
(wdr.de, Alexa Schulz)
Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann sei nach WDR-Informationen frei und am Freitag in Deutschland gelandet. Seit über drei Jahren habe sie als registrierte Journalistin im kurdischen Autonomiegebiet Nordsyriens gearbeitet. Im Januar 2026 sei sie dann beim Einmarsch von Truppen der syrischen Übergangsregierung in Raqqa ohne Angabe von Gründen festgenommen worden. Michelmanns Bruder habe von Folter durch Elektroschocks und einem sehr schlechten Zustand berichtet. Gelungen sei die Freilassung schließlich durch die Bemühungen des deutschen Konsulats und, so der Bruder, durch öffentlichen Druck.
2. Wo beginnt der KI-Betrug im Journalismus? Die Casdorff-Döpfner-FAZ-Debatte
(ardsounds.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 21:54 Minuten)
Anlässlich der Debatte um Künstliche Intelligenz im Journalismus diskutieren Medienethikerin Jessica Heesen und “Tagesspiegel”-Chefredakteur Christian Tretbar bei “BR24 Medien” darüber, wann der Einsatz von KI erlaubt ist und wann eben nicht: “Wo beginnt der KI-Betrug im Journalismus? Und braucht es eine KI-Kennzeichnung oder sind wir einfach zu naiv und es passiert eh schon überall?”
Weiterer Lesetipp: In der “taz” schreibt Anne Fromm: “Die Frage, welche Rolle KI in den Medien spielt, ist also nicht nur eine technologische, sondern auch eine wirtschaftliche. Leistet die Maschine bald schneller und billiger das, was heute teure Redakteur:innen leisten?” Und ebenfalls lesenswert: Die Grenzen der Detektoren: “Für die Erkennung KI-generierter Texte werden zunehmend Programme wie ‘Pangram’ eingesetzt. Doch wie verlässlich sind diese Detektoren überhaupt?” (taz.de, Raoul Spada)
3. ZDF prüft Sanktionsklauseln in Verträgen nach Kritik
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das ZDF habe eine Überprüfung von Vertragsklauseln angekündigt, mit denen es Mitwirkende an Sendungen verpflichte, nicht mit Personen auf Sanktionslisten von EU, UN und USA zusammenzuarbeiten. Vor allem der Bezug auf die US-Sanktionen habe Kritik ausgelöst. Beobachter würden um die Unabhängigkeit der Berichterstattung fürchten. Das ECCHR habe eine Rücknahme der Regelung gefordert.
4. Reichweite auf Big-Tech-Plattformen ist nicht mehr genug
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch)
Zum zehnten Geburtstag des ARD/ZDF-Jugendangebots “Funk” zieht Leonhard Dobusch eine positive Bilanz. Das Experiment, ohne linearen Sender direkt auf kommerziellen Plattformen für junge Zielgruppen zu publizieren, sei geglückt. “Funk” erreiche einen Großteil der 14- bis 29-Jährigen. Reichweite auf Big-Tech-Plattformen allein genüge aber nicht mehr, so Dobusch. Nötig seien mehr wiederkehrende Live-Formate, eigene tagesaktuelle Nachrichtenangebote sowie mehr Engegement jenseits der kommerziellen Drittplattformen.
5. Recherche wird zur Superkraft
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben berichtet von der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche (NR), die beim NDR in Hamburg mit über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattgefunden habe. Der NR-Vorsitzende Daniel Drepper habe vor autoritären Angriffen auf den Journalismus gewarnt, sich für Deutschland aber optimistisch gezeigt. Ein Rückblick habe den Wandel der investigativen Recherche vom männlich geprägten Gegeneinander hin zu kollegialer Teamarbeit nachgezeichnet. Die investigative Recherche könne nicht durch KI ersetzt werden.
6. Das Verhör der Ingeborg Bachmann
(ardsounds.de, Barbara Kaufmann, Audio: 55:57 Minuten)
Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Er wurde von der Stadt Klagenfurt im Gedenken an die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann gestiftet. “In einer dreitägigen Lese-Veranstaltung treten vorausgewählte Bewerber nacheinander an und tragen etwa 25 Minuten lang bislang unveröffentlichte Prosatexte oder Ausschnitte vor”, schreibt die Wikipedia zum Bachmann-Preis. Bei SWR Kultur widmet sich Barbara Kaufmann in einem Audioessay den Hintergründen und der Entstehungsgeschichte der Veranstaltung: “Ingeborg Bachmann war Schriftstellerin, aber sie wurde zu einer Marke und einem Preis. Die Bachmann. Die große Tochter der Stadt Klagenfurt. Wer hat ihr dieses Image verpasst?”
