1. Wer Kinder ausschließen will, muss Anonymität verbieten
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Martin Schwarzbeck berichtet über eine Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments zu VPNs und Jugendschutz. Demnach könnten Alterskontrollen auch für VPN-Anbieter diskutiert werden, weil Jugendliche Zugangssperren durch die Nutzung solcher Dienste leicht umgehen könnten. Schwarzbeck warnt, derartige Kontrollen würden Anonymität, Datenschutz und freie Recherche im Internet gefährden. Betroffen wären etwa Whistleblower, Oppositionelle, Medienschaffende sowie private Nutzerinnen und Nutzer.
2. Das “perfekte” Feindbild? Warum Journalisten angegriffen werden (mit Patrick Peltz)
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Video: 54:20 Minuten)
Im Podcast “This Is Media Now” spricht Luca Schöne mit Patrick Pelz vom European Centre for Press and Media Freedom über Angriffe auf und Anfeindungen gegen Journalistinnen und Journalisten. Es geht um dokumentierte körperliche Angriffe, besonders bei Demonstrationen, aber auch um digitale Hetze, Drohungen und Einschüchterung. Pelz erläutert, dass rechte und verschwörungsideologische Milieus dabei eine zentrale Rolle spielen würden. Besonders problematisch sei die schleichende Wirkung auf Redaktionen und Medienhäuser.
3. Spardruck: MDR pausiert bei “Tatort” und “Polizeiruf”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der öffentlich-rechtliche MDR wolle wegen massiven Spardrucks drei Jahre lang keine neuen “Tatort”- und “Polizeiruf-110”-Filme produzieren lassen (bereits fertige oder vertraglich vereinbarte Folgen würden aber noch ausgestrahlt). Intendant Ralf Ludwig begründe die Einschnitte mit der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Außerdem solle bei “MDR um 2”, dem “Mittagsmagazin”, Social Media und Podcasts gespart werden.
4. Bayern bessert Rundfunkgesetz nach
(verdi.de, Volker Nünning)
Bayern wolle den Entwurf zur Reform des BR-Rundfunkgesetzes nach Kritik entschärfen. Medienminister Florian Herrmann habe angekündigt, das geplante Verbot sogenannter “Gestaltungsziele” zu streichen. Kritiker hätten gewarnt, der ursprüngliche Entwurf könne die Programmautonomie des öffentlich-rechtlichen Senders einschränken und politischen Druck auf die Berichterstattung erleichtern.
5. Die «NZZ am Sonntag» macht Werbung im redaktionellen Teil
(infosperber.ch, Marco Diener)
“Infosperber”-Autor Marco Diener kritisiert einen Artikel der “NZZ am Sonntag” über ultraleichte Wanderausrüstung als verkappte Werbung. Der Beitrag empfehle zahlreiche konkrete Markenprodukte, die von den Herstellern zur Verfügung gestellt worden seien. Zudem sei die in der Überschrift genannte Angabe irreführend.
6. Musiker*innen erheben ihre Stimme: Wir fordern von der Bundesregierung Wucher-Tickets zu verbieten
(promusikverband.de)
Ein Bündnis aus Pro Musik, dem BDKV, zahlreichen Musikerinnen und Musikern sowie Branchenverbänden fordere die Bundesregierung auf, den Ticketzweitmarkt stärker zu regulieren. Eintrittskarten würden automatisiert aufgekauft und teils zu extrem überhöhten Preisen weiterverkauft. Der offene Brief (PDF), unterzeichnet unter anderem von Die Toten Hosen, Nina Chuba, Die Ärzte, AnnenMayKantereit, Kraftklub und K.I.Z, verlange Schutz für Fans, Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstalter vor Wucher und Betrug.
