Überfordernde Lügen, Schnitt für radikale Christen, DEAL-Verträge

1. Aus dem Weißen Haus direkt in die Schlagzeile: Trumps Lügen überfordern deutschsprachige Medien
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert in ihrem Artikel, dass deutschsprachige Medien die Desinformationen und Narrative der Trump-Regierung, wie etwa bei den tödlichen ICE-Einsätzen gegen Alex Pretti und Renée Good, oft ungeprüft übernähmen und Widersprüche lediglich als “Zweifel” rahmen würden. Selbst bei eindeutiger Videolage würden viele Redaktionen ein falsches “Für und Wider” konstruieren. Auch in der Außenpolitik, etwa bei Donald Trumps Annexionsdrohungen gegen Grönland, hätten Schlagzeilen die Aggression als “Streit” oder legitimes “Interesse” verharmlost.

2. Wenn radikale Christen den Schnitt diktieren
(taz.de, Stefan Hunglinger)
Nach einer Beschwerde der Freikirche International Christian Fellowship (ICF) habe “Spiegel TV” ohne Transparenzhinweis Passagen aus einer Dokumentation entfernt, in denen der Gemeinde Hetze gegen Abtreibungen vorgeworfen worden sei. Die Redaktion habe auf Anfrage erklärt, dass die Änderungen nach interner Diskussion aus bloßer “Kulanz” vorgenommen worden seien. Auf eine Kennzeichnung habe man verzichtet, da diese bei Videobeiträgen unüblich sei. Experten kritisieren diesen Schritt scharf. Die ursprüngliche Einordnung sei angesichts radikaler Vergleiche der ICF faktisch begründet gewesen.

3. Der Preis für freie Wissenschaft
(fragdenstaat.de, Mariya Merkusheva)
“FragDenStaat” kritisiert, dass Universitäten trotz der Einführung der sogenannten DEAL-Verträge weiterhin immense Summen an private Großverlage zahlen müssten, wodurch Steuergelder indirekt in die hohen Gewinne von Konzernen wie Elsevier oder Springer Nature flössen. Zwar sei der Anteil frei zugänglicher Open-Access-Publikationen seit 2019 auf 67 Prozent gestiegen, dennoch bleibe eine erhoffte finanzielle Entlastung aus. Insbesondere forschungsstarke Hochschulen trügen nun die Hauptlast der Publikationsgebühren.

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4. Die EU-Kommission geht endlich gegen TikTok vor
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl begrüßt es, dass die EU-Kommission wegen suchterzeugender Designelemente ein Verfahren gegen TikTok eingeleitet habe. Das Timing dafür sei gut: “Das Unternehmen ist gerade ein vergleichsweise einfacher Gegner, weil nicht US-amerikanisch kontrolliert und damit nicht unter dem Schutzschirm von Donald Trump.” Dennoch sei das Vorgehen essentiell. Die manipulativen Mechanismen würden allen Nutzerinnen und Nutzern schaden, und die aktuelle Debatte über ein Verbot für Personen unter 16-Jahren lenke vom eigentlichen Problem der Plattform-Designs ab.

5. Praxisbeispiel: 12 Überlebensstrategien für Medienhäuser im KI-Zeitalter
(konradweber.ch)
Der Strategieberater Konrad Weber argumentiert, dass Medienhäuser im Zeitalter von KI-Suchresultaten und sinkendem Referral-Traffic nicht mehr auf bloße Reichweite, sondern auf den Aufbau tiefer Beziehungen und eines konkreten Nutzwerts für ihr Publikum setzen müssten. Er skizziert zwölf “Überlebensstrategien”, die von loyalen Community-Modellen und spezialisierten Briefings über Veranstaltungen und Akademien bis hin zu Lizenz-Deals mit KI-Anbietern und Affiliate-Marketing reichen.

6. Comedy-Presseschau vom 06.02.26
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Wer sich für Comedy und Humor interessiert, kommt an Bernhard Hiergeists Newsletter nicht vorbei. In der aktuellen Ausgabe berichtet er unter anderem, dass “TV-Total”-Moderator Sebastian Pufpaff die Zusammenarbeit mit Stefan Raab wegen dessen mangelnden Humanismus kritisiert habe. Dies sei auch ein Indiz für Raabs schwindenden Einfluss und das Ende der Schonzeit in der Branche. Des Weiteren thematisiert Hiergeist die Intransparenz der Stadt München bezüglich möglicher Gewinnbeteiligungen am subventionierten Lucky Punch Comedy Club sowie die künstlerische Neuorientierung von Comedians wie Fabi Rommel und Hazel Brugger.