1. Veröffentlichung von Gerichtsbeschlüssen im Ermittlungsverfahren strafbar
(lto.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe die Verurteilung des Journalisten Arne Semsrott bestätigt, da er unerlaubt Gerichtsbeschlüsse aus einem laufenden Ermittlungsverfahren gegen die “Letzte Generation” im Wortlaut veröffentlicht habe. Nach Auffassung der Richter schränke das entsprechende Gesetz die Pressefreiheit nur geringfügig ein. Semsrott, der diesen Rechtsstreit bewusst provoziert habe, wolle nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, um die Abschaffung des seiner Meinung nach veralteten Straftatbestands zu erreichen.
Weiterer Lesetipp: Semsrotts Organisation “FragDenStaat” hat ein Statement anlässlich des BGH-Beschlusses veröffentlicht: “Es darf nicht sein, dass Journalist*innen für faktische und korrekte Berichterstattung verurteilt werden und das Strafgesetzbuch zur Gefahr für die Pressefreiheit wird. Darum legen wir nun gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Verfassungsbeschwerde ein, um vor dem Bundesverfassungsgericht zu zeigen: Paragraph 353d Nr. 3 muss endlich abgeschafft werden.”
2. Massenhafter Betrug in ganz Deutschland
(t-online.de, Florian Harms)
Florian Harms warnt vor einer Flut täuschend echter KI-Bilder und -Videos, die gezielt Emotionen wecken würden, um durch Klicks Geld zu verdienen und politische Stimmungen zu manipulieren: “KI-Bilder sind die Vorboten einer neuen Ära, in der die Grenze zwischen Schein und Sein zerfließt. Wir erleben den Generalangriff auf das letzte verbliebene Vertrauen, das unsere Zivilisation zusammenhält: den Glauben an unsere eigenen Augen.”
3. Zahlreiche Journalist:innen im Visier bei Attacke über Signal-Messenger
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter berichtet, nimmt ein unbekannter Akteur derzeit gezielt Journalistinnen und Aktivisten ins Visier, indem er über den Messenger Signal Phishing-Nachrichten an Dutzende Medienvertreter, etwa von “Zeit” und “Correctiv”, sowie Anwälte in ganz Europa versende. Der oder die Angreifer gäben sich dabei als „Signal Support“ aus, mit dem Ziel, den Account zu übernehmen und sensible Kontaktnetzwerke auszuspähen. Signal betone, dass man Nutzerinnen und Nutzer niemals per Chat kontaktiere.
4. Datensammelei mit Folgen
(taz.de)
Der österreichische Verbraucherschutzverein habe eine Sammelklage gegen den Social-Media-Konzern Meta gestartet, da das Unternehmen über im Hintergrund laufende Tracking-Tools heimlich sensible Daten von Nutzerinnen und Nutzer gesammelt habe. Parallel dazu verhandele das Oberlandesgericht Hamburg Ende Februar über eine weitere Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands wegen eines massiven Datenlecks aus den Jahren 2018/2019, bei dem persönliche Informationen im Darknet gelandet seien.
5. 10 Dinge, die ich beim Beta-Test einer KI zur Verfolgung von Desinformation gelernt habe
(de.ejo-online.eu, Martin Lestra)
Martin Lestra hat 18 Monate lang das EU-Projekt “PROMPT” koordiniert, bei dem er gemeinsam mit über 30 Partnern aus Journalismus und Faktenprüfung den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Desinformationsnarrativen getestet habe. Aus diesen intensiven Beta-Tests leitet er zehn zentrale “Learnings” ab, die unter anderem verdeutlichen, dass KI-Tools für Experten absolut präzise arbeiten müssen und keine Fehlalarme produzieren dürfen. KI sei außerdem nur erfolgreich, wenn sie sich einfach in den stressigen Redaktionsalltag integrieren lasse.
6. Springer-Krise? das Ende einer Ära.
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 20:57 Minuten)
Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt analysieren den Weggang von Robin Alexander, der mit seinem erfolgreichen Podcast “Machtwechsel” das Medienhaus Axel Springer verlassen hat, um ihn eigenständig weiterzuführen. Die beiden sehen darin ein Beispiel für die wachsende Bedeutung von “Personal Branding” im Journalismus.
7. Freeclimber schreibt Geschichte in Taipeh
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der „6-vor-9“-Kurator die Streaming-Plattform Netflix, die am vergangenen Wochenende die ungesicherte Besteigung eines Wolkenkratzers per Livestream übertragen hat. Zudem warnt er eindringlich davor, dass solche Events Jugendliche dazu animieren könnten, für Klicks im Internet leichtsinnig ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.
