US-Neonazi-Content, Kamera als Waffe, Zensurvorwürfe gegen TikTok

1. Die Kamera als Waffe
(taz.de, Valérie Catil)
Valérie Catil argumentiert, dass erst die Videoaufnahmen eines Augenzeugen die Tötung von Alex Pretti durch ICE-Beamte als kaltblütige Hinrichtung und die offizielle Notwehr-Darstellung der US-Regierung als Lüge entlarvt hätten. Die Handykamera fungiere in diesem Kontext als eine Form der Bewaffnung. Sie sei die einzige Möglichkeit, staatlicher Propaganda und der Verzerrung der Realität durch US-Präsident Donald Trump und dessen Behörden wirksam entgegenzutreten. Das Dokumentieren staatlicher Gewalt sei unverzichtbar.

2. US-Regierungsaccounts posten Neonazi-Content
(volksverpetzer.de, Annika Brockschmidt)
Wie Annika Brockschmidt beim “Volksverpetzer” ausführt, würden sich US-Regierungsaccounts unter der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump seit 2025 gezielt der Ästhetik und Codes rechtsextremer Online-Subkulturen bedienen. Diese Strategie ziele darauf ab, die eigene rechtsextreme Basis zu mobilisieren und politische Gegner einzuschüchtern. Etablierte Medien übersähen die oft subtilen Hinweise auf White-Supremacy-Literatur oder faschistische Computerspiel-Mods häufig. Die Normalisierung solcher Inhalte zeige, dass eine neue Generation radikalisierter Republikaner in den Institutionen Fuß gefasst habe.

3. Ökonomin Veronika Grimm wird Herausgeberin bei „The Pioneer“
(deutschlandfunk.de)
Die Ökonomin und Wirtschaftsweise Veronika Grimm werde Herausgeberin des von Gabor Steingart gegründeten Portals “The Pioneer”: “Ich hoffe, mit meinem wirtschaftspolitischen und geoökonomischen Blick neue Impulse einbringen zu können und bin sicher, dass die Zusammenarbeit auch meinen Blick auf die gesellschaftliche Debatte erweitern wird.” Die Personalie wird von “Spiegel”-Kolumnist Christian Stoecker auf Threads kritisch kommentiert: “Veronika Grimm sollte Ihren Posten im Rat der ‚Wirtschaftsweisen’ mit sofortiger Wirkung niederlegen. Schon ihre Rolle im Aufsichtsrat von Siemens Energy ist ein Interessenskonflikt, aber Herausgeberin eines Pressemediums und Beraterin der Bundesregierung, das geht wirklich nicht.”

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4. Martenstein, Mario Barth und die Armee der Amazon-Rezensenten
(kulturundkontroverse859.substack.com, Johannes Franzen)
Johannes Franzen kritisiert Kolumnisten wie Harald Martenstein, die sich als mutige Außenseiter inszenieren, in Wahrheit aber nur ein populäres Ressentiment ihres wohlhabenden Publikums bedienen, indem sie sich über geschlechtergerechte Sprache lustig machen. Es gebe eine Allianz zwischen bildungsbürgerlichem Elitismus und aggressivem Populismus, bei der sich selbsternannte Verteidiger der Freiheit paradoxerweise für staatliche Verbote des Genderns einsetzen würden. Eine regelrechte “Armee” von Internetnutzern nutze gezielt Rezensionsplattformen wie Amazon, um Bücher mit geschlechtergerechter Sprache durch schlechte Bewertungen abzustrafen.

5. Wie Eventisierung den Literaturbetrieb stresst
(tagesschau.de, Julia Hercka)
Während kleine Veranstalter oft kaum das empfohlene Mindesthonorar für Lesungen zahlen könnten, würden wenige Literatur-Stars mit Einnahmen von bis zu 50.000 Euro pro Auftritt massiv von der sogenannten “Eventisierung” des Betriebs profitieren. Kritiker würden befürchten, dass durch die hohen Honorarforderungen der Top-Verdiener die Möglichkeit zur Querfinanzierung kleinerer Veranstaltungen wegfalle und somit die kulturelle Vielfalt bedroht sei.

6. Kalifornien untersucht Zensurvorwürfe gegen TikTok USA
(spiegel.de)
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom habe eine offizielle Untersuchung gegen die neuen US-Betreiber von TikTok eingeleitet, nachdem Berichte über blockierte Nachrichten zum Namen “Epstein” und unterdrückte Kritik an der Trump-Regierung lautgeworden seien. Zudem sorge eine Passage in den Nutzungsbedingungen für Unruhe. Demnach sammele die Plattform Daten, die Rückschlüsse auf den Einwanderungsstatus der Nutzerinnen und Nutzer zulassen.