1. Wolfram Weimer setzt engen Vertrauten als Treuhänder ein
(handelsblatt.com, Martin Greive & Thomas Sigmund)
Wie das “Handelsblatt” berichtet, habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer seine Anteile an der Weimer Media Group ausgerechnet an einen leitenden Angestellten des eigenen Unternehmens treuhänderisch übertragen. Kritiker wie Lobbycontrol würden diesen Schritt als bloße Augenwischerei werten, da der Treuhänder weisungsgebunden und wirtschaftlich abhängig sei. Weimers Interessenkonflikt zwischen Amt und Geschäft werde damit keineswegs gelöst. Als Reaktion auf die anhaltende Debatte um angeblich käuflichen Regierungszugang hätten mittlerweile sowohl Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als auch mehrere Bundesminister ihre Teilnahme am kommenden “Ludwig-Erhard-Gipfel” abgesagt.
2. Keine Abschreckung gegen Donald Trump
(taz.de, Christian Rath)
Christian Rath befasst sich mit dem neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung gegen sogenannte SLAPP-Klagen. Zwar solle das geplante Gesetz, das eine EU-Richtlinie für grenzüberschreitende Fälle umsetze, Gerichte ermächtigen, missbräuchliche Klagen, schneller zu identifizieren und zu sanktionieren, die tatsächliche abschreckende Wirkung bleibe jedoch zweifelhaft. Sinnvoller als die eher symbolischen gesetzlichen Hürden seien prozessuale Beschleunigungen. Den besten Schutz für betroffene Medien biete aber weiterhin die offensive Mobilisierung der eigenen Öffentlichkeit gegen den Angreifer.
3. X will Chatbot Grok an Erstellen von KI-Nacktbildern hindern
(spiegel.de)
Nach heftiger internationaler Kritik habe Elon Musks Firma xAI neue technologische Hürden für den Chatbot Grok eingezogen, um die Erstellung sexualisierter KI-Bilder zu unterbinden. Der US-Bundesstaat Kalifornien habe bereits Ermittlungen wegen der Verbreitung nicht einvernehmlicher expliziter Inhalte eingeleitet. Die EU-Kommission habe angekündigt, die Wirksamkeit der Maßnahmen genau zu prüfen und notfalls das volle Arsenal des Digital Services Act einzusetzen.
4. Reuters Institute: Ausblick auf das Medienjahr 2026
(medientage.de, Petra Schwegler)
Wie eine aktuelle Studie des Reuters Institute zeige, würden viele Medienmanagerinnen und -manager zwar skeptisch auf die Zukunft des Journalismus blicken, aber mehrheitlich zuversichtlich auf ihre eigenen Unternehmen. Um in Zeiten sinkender Suchmaschinen-Reichweiten und mächtiger KI-Plattformen bestehen zu können, würden Verlage verstärkt auf Automatisierung, Videoformate und die Zusammenarbeit mit Influencern setzen. Zudem würden viele Häuser auf Einnahmen durch Lizenzdeals mit KI-Firmen hoffen.
5. Misstrauen abbauen und selbst machen
(verdi.de, Claudia Krieg)
Unter Anleitung der Journalistin Janett Vogelsberg erarbeiten im sächsischen Zwenkau derzeit sieben Bürgerinnen und Bürger eigene journalistische Beiträge, um im Rahmen des Projekts “Bürger machen Journalismus” das journalistische Handwerk praktisch zu erlernen. Projektleiterin Judith Kretzschmar von der Universität Leipzig habe trotz des gelungenen Auftakts eingeräumt, dass die Gewinnung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern generell schwierig sei. Hintergrund des Vorhabens sei eine Studie über das wachsende Misstrauen gegenüber Medien.
6. Ein anderes Internet ist möglich
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Anlässlich des 25. Geburtstags der Wikipedia würdigt Markus Reuter die Online-Enzyklopädie als unverzichtbaren Gegenentwurf zum kommerziellen Internet. Gerade weil das Projekt auf faktenbasiertem Gemeinwohl fuße, sei es autoritären Akteuren wie Elon Musk heute ein Dorn im Auge. Neben der politischen Relevanz hebt Reuter den spielerischen Wert des “Wikipedia-Tauchens” hervor, bei dem man sich stundenlang in den endlosen Verknüpfungen des Wissens verlieren könne.
