1. Neue Machthaberin, alte Methoden
(taz.de)
Die staatlichen Repressionen gegen Medienschaffende in Venezuela würden auch unter der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez unvermindert anhalten. Laut der nationalen Pressegewerkschaft seien am Rande der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung 14 Journalisten festgenommen worden. Der Deutsche Journalisten-Verband habe dies als “Hexenjagd auf kritische Geister” kritisiert und gefordert, internationalen Korrespondentinnen und Korrespondenten endlich ungehinderten Zugang zum Land zu gewähren.
2. Übersteht der Netflix-Warner-Deal das Paramount-Störfeuer?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Obwohl Netflix bereits eine Einigung zur Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Discovery erzielt habe, versuche Paramount Skydance den Deal durch ein feindliches Übernahmeangebot für den Gesamtkonzern noch zu verhindern. Nun liege die Entscheidung bis zum 21. Januar bei den Aktionärinnen und Aktionären, wobei weitere juristische Schritte und kartellrechtliche Prüfungen zu erwarten seien. Zudem könnte der Einfluss von US-Präsident Donald Trump den Prozess erschweren, da dieser ein strategisches Interesse an der Zukunft des Nachrichtensenders CNN, der Teil von Warner Bros. Discovery ist, habe.
3. Das Netz hat ein SLOP-Problem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Der Netzexperte Simon Berlin vom “Social Media Watchblog” betont, dass die Politik angesichts der rasanten Entwicklung neuer KI-Modelle mit der Regulierung kaum noch Schritt halten könne. Er warnt vor gesellschaftlichen Gefahren durch automatisierte Propaganda und sieht eine Bedrohung für die Kreativbranche: “Wir erleben gerade, wie schamlos KI-Betreiber mit den Themen Datenschutz und Urheberrecht umgehen.”
4. KI-Hersteller entschädigen Familien
(netzpolitik.org, Laura Jaruszewski)
Das Unternehmen Character Technologies und der Google-Mutterkonzern Alphabet würden Berichten zufolge Vergleiche mit fünf Familien in den USA anstreben, deren Kinder durch die Nutzung von KI-Chatbots zu Gewalt oder Suizid animiert worden seien. Durch diese außergerichtlichen Einigungen würden die Unternehmen offenbar verhindern wollen, dass ein Präzedenzfall zur Produkthaftung für KI-Anwendungen entsteht. Zwar könnten die betroffenen Familien so schneller Sicherheit erhalten, doch eine grundsätzliche rechtliche Klärung der Verantwortlichkeit von Tech-Konzernen bliebe damit aus.
(Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.)
5. Wenn Nachbarschaft zur Redaktion wird
(media-lab.de, Chimène Goudjinou)
In ihrer Bachelorarbeit analysiert Chimène Goudjinou am Beispiel der Dortmunder Nordstadt, dass Bürgerjournalismus eine wichtige Ergänzung zu etablierten Medien bilde, da dieser Relevanz nicht nach Marktwert, sondern nach gesellschaftlicher Bedeutung definiere. Durch die unmittelbare Nähe zum Geschehen könnten Projekte wie die “Nordstadtblogger” vielfältige Perspektiven sichtbar machen, die im klassischen, ökonomisch getriebenen Journalismus oft untergehen würden. Dennoch sei diese ehrenamtliche Arbeit aufgrund fehlender institutioneller Strukturen und begrenzter Ressourcen fragil und finanziell riskant.
6. Wo endet Satire? – El Hotzo im Spitzengespräch
(youtube.com, Markus Feldenkirchen, Video: 1:08:44 Stunden)
Der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, spricht im Interview mit Markus Feldenkirchen über den Skandal um seinen Tweet über Donald Trump, der ihn seinen Job beim RBB gekostet hat, sowie über sein öffentliches Geständnis zu toxischem Verhalten in früheren Beziehungen. Hotz erklärt, dass er Verantwortung für seine Fehler übernommen habe und heute privat glücklicher sei, auch wenn er sein damaliges Statement so vielleicht nicht mehr veröffentlichen würde. In dem Gespräch geht es um “Cancel Culture als Geschäftsmodell, sein ‘Arschloch’-Verhalten gegenüber Frauen und warum er den neuen Wehrdienst furchtbar findet.”
7. Die Stimme im Ohr (PDF)
(beck-shop.de, Lorenz Meyer)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Das Rechtsfeuilleton “myops” hat sich neu aufgestellt, und der “6-vor-9”-Kurator durfte etwas über True-Crime-Formate erzählen, über Arena-Touren mit echten Mordfällen und über die Frage, warum Millionen Menschen beim Kochen Urteile fällen: “Die Stimme im Ohr”, ausnahmsweise kostenlos als PDF.
