Einzelfall Vergessenwerden, Eva Herman, Corona-Reisejournalismus

1. Google darf wahre Berichte zeigen
(taz.de, Christian Rath)
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat eine wichtige Entscheidung zum sogenannten „Recht auf Vergessenwerden“ gefällt, das auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2014 zurückgeht. Demnach können Privatpersonen von Google verlangen, bestimmte Resultate des Suchergebnisses zu ihrer Person entfernen zu lassen. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn laut der aktuellen BGH-Entscheidung müssen die Grundrechte der Beteiligten gegeneinander abgewogen werden: „Auf der einen Seite steht das Persönlichkeitsrecht des Antragstellers, auf der anderen Seite die unternehmerische Freiheit von Google, die Pressefreiheit des verlinkten Mediums sowie das Informationsinteresse der Öffentlichkeit.“ Damit sei es jedes Mal als Einzelfallentscheidung zu betrachten.

2. Weiß ist nicht gleich objektiv
(projekte.sueddeutsche.de, Theresa Hein & Hadija Haruna-Oelker)
Die „Süddeutsche“ lässt in einer neuen Artikelreihe Medienschaffende zu Wort kommen, die darüber schreiben, wie Journalismus diverser werden kann. Den Anfang macht die Politologin und Journalistin Hadija Haruna-Oelker, die sich zur Wirkung von Sprache, Gewohnheitslösungen in Redaktionen und dem Konzept des sogenannten „Allys“ (Unterstützer) äußert.

3. Wegen Datenabfrage: Facebook klagt gegen EU-Wettbewerbsaufsicht
(derstandard.at)
Es klingt zunächst ein wenig lustig, wenn sich ausgerechnet die Datensammler von Facebook darüber beschweren, man habe ihnen zu viele Daten abverlangt. Doch es ist tatsächlich so: Der Netzwerkriese gehe gerichtlich gegen die europäische Wettbewerbsaufsicht wegen deren Datenabfrage vor. Die Kommission habe laut Facebook Informationen angefordert, die „über das Nötigste hinausgingen“.

Bildblog unterstuetzen

4. Aus für „Aufwachen“-Podcast
(radioeins.de, Jörg Wagner, Audio: 1:14:10 Stunden)
Im aktuellen radioeins-„Medienmagazin“ von Jörg Wagner geht es unter anderem um das Ende des medienkritischen „Aufwachen“-Podcasts. Wagner hat dafür Tilo Jung, einen der beiden Podcast-Macher, sowie den „Aufwachen“-Dauergast Hans Jessen ins Studio eingeladen und sie zu den Gründen befragt (ab Minute 22:52). Die Folge ist natürlich auch im Podcastplayer zu hören – dazu nach „radioeins“ und „Medienmagazin“ suchen, die Folge herunterladen oder gegebenenfalls den Podcast komplett abonnieren.

5. Keine Reisen, keine Reiseberichte
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 5:11 Minuten)
Der professionelle Reisejournalismus hat es in der Vergangenheit wahrlich nicht leicht gehabt. Die Welt ist zusammengerückt, auf diversen Plattformen gibt es Videos und Berichte aus fernen Ländern in schier endloser Zahl und zur freien Verfügung. Die aktuelle Pandemie stellt die Tourismus-Branche vor große Herausforderungen und sorgt für zusätzliche Schwierigkeiten. Annika Schneider berichtet vom Reisejournalismus unter Corona.

6. Geschäfte mit dem Weltuntergang: Der tiefe Fall der Eva Herman
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Wie konnte es nur dazu kommen, dass eine einst respektierte ARD-Moderatorin wie Eva Herman in die Verschwörungswelt abtauchte und von Kanada aus eine sechsstellige Anzahl von Fans mit Telegram-Statements und Videos versorgt? Matthias Schwarzer zeichnet die vergangenen 17 Jahre in der Karriere der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin nach.