Verhaftet und bedroht, Mahnmal „Heinsberg Protokoll“, Leere Stühle

1. Verhaftet, angegriffen, bedroht
(sueddeutsche.de, Paul-Anton Krüger)
In einigen Ländern ist es schwer bis nahezu unmöglich, über die Corona-Pandemie zu berichten. Wer es dennoch tut, werde mit Arbeitsverbot belegt, drangsaliert, bedroht und bestraft. Besonders stark werde die Pressefreiheit laut „Reporter ohne Grenzen“ derzeit zum Beispiel im Irak, in China und in Ägypten eingeschränkt.

2. 7+1 Ideen für Social-Distancing-Journalismus
(freienbibel.de, Anja Reiter & Jakob Vicari)
Freie Journalisten und Journalistinnen haben es derzeit besonders schwer: Weil es schwerer geworden ist, Abnehmer für Geschichten zu finden, aber auch, weil es schwerer ist, über Menschen zu schreiben, wenn man sie nicht persönlich treffen darf. Anja Reiter und Jakob Vicari haben „7+1“ Vorschläge für einen gelingenden „Social-Distancing-Journalismus“ — das reicht von Berichten aus dem virtuellen Raum bis hin zu kollaborativen Recherchen und Drohnenjournalismus.

3. VICE-Recherche: So radikalisiert Xavier Naidoo seine Fans mit Verschwörungstheorien
(vice.com, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck sieht in Xavier Naidoo mehr als einen vereinzelten Promi, der den Bezug zur Realität verloren habe: „Hinter Verschwörungserzählungen über gefolterte Kinder stecken gefährliche Weltanschauungen, die Menschen Angst machen und zu Gewalt treiben können. Auch der mutmaßliche Attentäter von Hanau sprach in einem seiner Videos von Kindern, die im Geheimen getötet würden. Der Fall Naidoo macht sichtbar: Verschwörungsglauben ist ein unterschätztes Problem, das weit über die Fantasien eines Sängers hinausgeht.“

4. Das üble Geschäft mit der Corona-Angst
(freitag.de, Katharina Nocun)
Katharina Nocun schreibt über erfolgreiche Quacksalber, windige TV-Evangelisten und geschäftstüchtige Scharlatane, die in der Corona-Pandemie ein Geschäft wittern.

5. Heinsberg: Fragwürdige Arbeit von Storymachine
(ndr.de, Sebastian Friedrich)
Sebastian Friedrich ist für das Medienmagazin „Zapp“ den fragwürdigen Vorgängen um die mediale Vermarktung des sogenannten „Heinsberg Protokolls“ nachgegangen und hat dazu auch einen Vertreter der Organisation „Lobbycontrol“ befragt.
Weiterer Lesehinweis: In einem Gastbeitrag für „Meedia“ bezeichnet der Kommunikationsexperte Jens Rehländer das „Heinsberg Protokoll“ als „ein Mahnmal missglückter Wissenschaftsvermittlung“.

6. Warten auf Merkel: Medien, die auf Stühle starren
(yotube.com, Übermedien, Video: 3:55 Minuten)
Mittwochnachmittag. Die Medien warten gespannt auf die Pressekonferenz von Angela Merkel zu ihrem Gespräch mit den Ministerpräsidenten. Auch in den TV-Redaktionen herrscht große Spannung, und so wird immer wieder zum Ort des Geschehens geblendet. Dort ist jedoch wenig zu sehen, außer ein paar leeren Stühlen. Boris Rosenkranz mit einem oscarreifen Zusammenschnitt: „Medien, die auf Stühle starren“.