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Der Unfall von Südtirol, die fehlende Korrektur und die „journalistische Aufrichtigkeit“ der „Bild“-Zeitung

Wofür in der „Bild“-Ausgabe von heute unter anderem Platz war:

  • „Schluck! DEUTSCHES BIER WIRD TEURER“ — der größte deutsche Bierhersteller hebt die Preise für Fassbier an
  • die Gewinnquoten beim Lotto
  • einen Leserbrief zum möglicherweise drohenden Aus des „Tatort“ mit Til Schweiger: „Bitte ARD, keinen Cent mehr für solchen Filmschrott ausgeben.“
  • Franz Josef Wagners Geschreibsel an Oliver Kahn
  • „IHR HOROSKOP“ für den 8. Januar
  • „Die traurige Wahrheit“ hinter der Liebe zwischen „Dianas Nichte“ und einem „Mode-Millionär“
  • „Schluss mit Blond“: „TV-Star Christine Neubauer (57) färbt ihre Haare nicht mehr blond.“
  • die Kinder des dänischen Kronprinzenpaars „pauken jetzt in der Schweiz“
  • Sidos Ehefrau Charlotte Würdig will ihrem Mann helfen, von einer Nasenspray-Sucht wegzukommen
  • die „Playboy“-Fotos von Laura Müller, der Freundin des Wendlers
  • „Frau trocknet nasses Telefon in Mikrowelle“
  • „HITLER-DOUBLE WILL IN MÜNCHEN AUFTRETEN“
  • „Rentnerin hatte Granate als Deko“

Wofür in der „Bild“-Ausgabe von heute kein Platz war:

  • eine Bitte um Entschuldigung oder wenigstens eine Korrektur, dass die Redaktion gestern auf ihrer Titelseite ein unvepixeltes Foto einer Frau gezeigt hat, die laut „Bild“ bei einem Unfall in Südtirol ums Leben gekommen sein soll — die aber in Wirklichkeit überhaupt nichts mit dem Unfall zu tun hat, die nicht mal in Südtirol war und die vor allem: lebt.

„Bild“-Chef Julian Reichelt sagte mal über sich selbst:

Es fällt mir grundsätzlich leicht, mich zu entschuldigen, wenn wir Fehler gemacht haben. Es ist aber nicht so, dass ich mich über Entschuldigungen freue, gar nicht. Ich glaube aber, dass sie ein wichtiger Teil der journalistischen Aufrichtigkeit und Ausdruck unserer proaktiven Kommunikation sind.

Und Springer-Chef Mathias Döpfner lobte mal die angeblich so „tolle“ Fehler-Kultur bei „Bild“:

Und was ich toll finde: Dass Julian Reichelt, wenn er Fehler macht, sich dafür entschuldigt und sofort Transparenz herstellt.