LinkedIn mit Gendersternchen, Tim Wolffs Titanic-Years, Graslutscher

1. Nachrichtennutzung über soziale Medien nimmt zu: Deutsche Ergebnisse des „Reuters Institute Digital News Report 2019“ zur Nachrichtennutzung im internationalen Vergleich veröffentlicht
(hans-bredow-institut.de)
Die Ergebnisse des „Reuters Institute Digital News Report 2019“ basieren auf etwa 75.000 Befragungen in 38 Ländern. Für den deutschen Teil war das Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg zuständig. Die Nachrichtennutzung der Deutschen sei auf einem hohem Niveau geblieben, wobei ein großer Anteil der 18- bis 24-jährigen Onliner seine Nachrichten von Instagram beziehe. Weiter erstaunlich: Das Interesse an Videonachrichten sei eher gering. Die kompletten Ergebnisse für Deutschland gibt es hier (PDF).

2. The most popular social media networks each year, gloriously animated
(twitter.com/thenextweb)
In der Tat „gloriously animated“: Die Entwicklung der populärsten Sozialen Netzwerke über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte verpackt in einer anderthalbminütigen Animation.

3. Liebe Leser*innen: Warum wir ab sofort das Gendersternchen benutzen
(linkedin.com, Sara Weber)
Die deutschsprachige Redaktion des Geschäftskontakt-Netzwerks LinkedIn erklärt, warum sie sich für die Verwendung des sogenannten Gendersternchens entschieden hat: „Für viele von Ihnen mag das Sternchen ungewohnt sein, einige wird es womöglich sogar verärgern. Doch gendergerechte Sprache verändert tatsächlich etwas: Kinder trauen sich eher zu, bestimmte Berufe ergreifen zu können, wenn sie gendergerecht dargestellt sind. Frauen werden als geeigneter für Führungsposten angesehen, wenn ein/e Projektleiterin/Projektleiter gesucht wird, nicht nur ein Projektleiter.“

4. Wie eine ARD-Doku absurdes Zeug über Elektromobilität verbreitet und dadurch den Klimawandel verstärkt
(graslutscher.de, Jan Hegenberg)
Der „Graslutscher“ ärgert sich über eine ARD-Doku über Elektroautos: „Nachdem ich die Hälfte der ARD-Dokumentation „Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten“ gesehen hatte, rechnete ich schon fast damit, dass Elektroautos am Ende der Sendung nicht nur für eine Menge Umweltschäden, sondern schlussendlich auch beim Einspielen düsterer Musik für die Ermordung Kennedys, die achte Staffel von Game of Thrones und den Prager Fenstersturz verantwortlich gemacht werden.“

5. „Der Polizeischutz war wirklich Wahnsinn!“ Tim Wolff im Gespräch – Die Titanic-Years
(kaput-mag.com, Linus Volkmann)
Linus Volkmann hat sich mit dem langjährigen „Titanic“-Chefredakteur Tim Wolff über dessen Zeit bei dem Satiremagazin unterhalten. Ein spannendes und unterhaltsames Gespräch, bei dem man viel erfährt, was sonst nicht bekannt ist. Zum Beispiel von den Schwierigkeiten des Satirikers im Brennpunkt des öffentlichen Interesses: „Auf öffentlichen Aufruhr zu reagieren machte mir eigentlich sogar Spaß, du hast die vielen, größtenteils inkompetenten Reaktionen auf ein Geschehnis oder auf einen Skandal und du kannst damit spielen. Wobei es vor Kameras nie leicht ist, seine eigene Version durchzubekommen. Man erzählt dann vor der Kamera seine drei gut vorbereiteten Gags und dann kommen immer wieder Rückfragen und irgendwann sagt man dann doch mal einen ernsten Satz — und der wird dann gesendet! Schriftliche Interviews waren mir deswegen immer viel lieber.“

6. Ministerium erwägt Influencer-Gesetz
(tagesschau.de)
Das Justizministerium erwägt ein Gesetz, das es Influencern vorschreibt, etwaige Werbung klar zu kennzeichnen. Zur Zeit sei Werbung in den Sozialen Medien vielfach eine rechtliche Grauzone (tagesschau.de, Audio: 2:39 Minuten).
Ein derartiges Gesetz könnte auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner helfen, bei der es anscheinend an Bewusstsein für diese Thematik mangelt. Siehe dazu auch: Blamiert: Klöckners werbliches Video mit Nestlé (ndr.de, Caroline Schmidt & Tim Kukral).