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Presserat rügt teils frei erfundenen “Bild”-Bericht

Der Presserat hat aufgrund einer Beschwerde von BILDblog eine Rüge gegen die “Bild”-Zeitung ausgesprochen. Der Artikel der “Bild Bremen” (Ausriss rechts) habe gegen das Persönlichkeitsrecht zweier Kinder, das Wahrheitsgebot und die Sorgfaltspflicht verstoßen.

Das Gremium erklärte:

BILD (Bremen) erhielt eine nicht-öffentliche Rüge wegen eines Verstoßes gegen die Ziffern 8, 2 und 1 des Pressekodex. Die Zeitung hatte berichtet, dass zwei Mädchen im Alter von eins und vier Jahren auf Veranlassung ihrer Mutter zur Beschneidung nach Afrika gebracht werden sollten, was aber durch den Vater und einen Polizeieinsatz habe verhindert werden können. Ausschlaggebend für die Rüge war ein beigestelltes Foto, das beide Kinder ungeblendet zeigte. Hierfür gab es nicht die Einwilligung beider Eltern. Die Veröffentlichung dieses Fotos verletzt die Persönlichkeitsrechte der Kinder nach Ziffer 8 des Pressekodex.

Einen Verstoß gegen das Wahrheitsgebot aus Ziffer 1 des Pressekodex sah der Ausschuss zudem im Einstieg des Beitrages, wonach in einer dunklen Hütte in Afrika bereits ein Medizinmann auf die Mädchen gewartet habe. Dies war offenbar frei erfunden.

Die Zeitung verletzte außerdem die Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex. Als Quellen für den Bericht wurden neben der Polizeimeldung und den Aussagen des Vaters nicht auch die Aussagen der Mutter berücksichtigt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Mutter Beschneidungen ablehnt und ihre Kinder nicht zu diesem Zweck nach Afrika bringen wollte. Der Ausschuss hält es zwar für zulässig, dass die tagesaktuelle Berichterstattung im Wesentlichen auf der Polizeimeldung beruhte. Dies hätte jedoch für den Leser deutlich erkennbar sein müssen.

Aus Opferschutzgründen verzichtete der Ausschuss darauf, die Zeitung zum Abdruck der Rüge zu verpflichten.

Mehr über die gerügte “Bild”-Berichterstattung:

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Radio Vatikan stellt “Bild”-Vatikanexperten bloß

Der Journalist Andreas Englisch arbeitet seit 1987 als Korrespondent im Vatikan. (…) Auch seit der Wahl des deutschen Papstes Benedikt XVI. gehört er dank seiner exzellenten Verbindungen zu den am besten informierten Journalisten im Vatikanstaat.
(Randomhouse.de über Andreas Englisch)

Englisch ist jedoch nicht nur einer der “am besten informierten Journalisten im Vatikanstaat”, sondern auch “Vatikan-Experte” der “Bild”-Zeitung. Für “Bild” schreibt er seit Jahren über den Papst und eine Kolumne, die “Der Papst + ich”, “Die Woche von unserem Papst” oder auch “Mein Leben mit dem Papst” heißt.

Und kürzlich behauptete er im Anschluss an die diesjährige Fronleichnamsprozession in Rom, Benedikt XVI. sei dort “erstmals” im Auto gefahren worden.

Wir hielten das für Unsinn und berichteten.

Englisch für Fortgeschrittene:

“(…) Besonders leid tat mir der Papst, als er vor kurzem am Altar unter der Last der Gewänder stolperte. Und als er während der Fronleichnamsprozession erstmals auf einem Lkw vor der Hostie, dem Allerheiligsten, kniend von der Lateranbasilika zur Marienkirche Santa Maria Maggiore gefahren wurde. Mit den ungeheuer schweren Kleidern, die wieder liturgische Gewänder von Papst Benedikt XV. waren, hätte er kaum zu Fuß der Prozession folgen können. (…)”
(Quelle: “Bild”-München)

Nachdem Englisch jedoch unlängst dasselbe noch einmal in der “Bild”-München behauptet hatte (siehe Kasten), haben wir bei ihm nachgefragt, wie er denn — trotz eindeutiger Beweislage — auf diese abwegige “erstmals”-Behauptung komme. Wir erhielten eine ausführliche und deutliche Antwort:

Wenn Sie sich die Fotos der Corpus Domini Prozessionen der vergangenen Jahre anzusehen, werden Sie merken, dass Sie unrecht haben.

Noch nie wurde ein Papst auf einem Lkw vor einer Hostie kniend von der Lateransbasilika nach Santa Maria Maggiore gebracht. Dass dies jedes Jahr üblich sei, wie Sie behaupten, ist schlicht falsch. Wie Sie aber auch jedem guten Fotoarchiv entnehmen können, gab es eine solche Fahrt bisher nicht. Bisher wurde die Hostie zu Fuß in einer Monstranz vor dem Papst her getragen. Der Vatikan beschloss in diesem Jahr zum ersten Mal, einen Lkw einzusetzen, auf dem der Papst, kniend vor der Hostie, gefahren wurde, weil Benedikt XVI. die ungeheuer schweren liturgischen Gewänder von seinem Vorgänger Papst Benedikt XV. angelegt worden waren. Richtig ist, dass der Papst in den vergangenen Jahren nicht die komplette Strecke zu Fuß ging, sondern für ein Teilstück das Papamobil benutzte, aber wie gesagt noch nie den in diesem Jahr erstmals eingesetzten Lkw und noch nie kniend vor der Hostie. Wie in “Bild”-München völlig korrekt dargestellt, gab es eine solche Überfahrt eines Papstes auf einem Lkw von der Lateransbasilika zur Kirche Santa Maria Maggiore in der Kirchengeschichte bisher nicht.

“Unrecht”, “schlicht falsch”, “bisher nicht”, “noch nie”? Deutlich kürzer, aber nicht weniger deutlich ist die Antwort von Radio Vatikan auf unsere Bitte um ein Statement zu den Ausführungen des “Vatikan-Korrespondenten” der “Bild”-Zeitung. Der Leiter der deutschsprachigen Radio-Vatikan-Redaktion, Pater Eberhard von Gemmingen, schreibt uns:

Seit Jahren knien die Päpste vor dem Allerheiligsten auf einem Autodeck bei der Prozession vom Lateran nach Maria Maggiore. Herr Englisch liefert leider wiederholt Fehlmeldungen. Das tut mir leid.

Klopp hält sich nicht an “Bild”-Wissen

Vor zwei Tagen berichtete “Bild”, dass der Fußballtrainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) Christian Heidel, dem Manager seines ehemaligen Vereins Mainz 05, versprochen habe, keine Spieler abzuwerben. Besonders wichtig war “Bild” dabei der Spieler Neven Subotic. Autor Mirko Frank schrieb:

"Klopp verzichtet auf sein größtes Talent"

Kein Geheimnis: Klopp hätte seinen Lieblingsschüler [Neven Subotic] gerne mitgenommen. (…) Aber: Klopps Versprechen verhindert den Wechsel. (…)

Subotic – das Thema wird Mainz noch ein paar Wochen beschäftigen. Die Bundesliga hat ihn im Auge. Nur eins ist sicher: Klopp lässt die Finger von ihm – für Mainz!
(Hervorhebung von uns)

Heute wurde indes bekannt: Subotic wechselt zu Borussia Dortmund. Und “Bild”-Autor Frank schreibt:

"Für 3,5 Millionen! Klopp holt sein Mainz-Juwel"

Der Trainer [Jürgen Klopp] hatte sich eigentlich mit seinem Ex-Klub darauf geeinigt, keinen Spieler aus Mainz nach Dortmund zu holen. Aber weil Subotic auch die Freigabe für Hoffenheim hatte, durfte Klopp zuschlagen.

Möglich, dass Mainz-Manager Heidel der “Bild”-Zeitung das vor zwei Tagen verschwiegen hatte. Oder, dass Heidel da selbst noch gehofft hatte, Subotic bleibe in Mainz. Möglich auch, dass viele Menschen “Bild” nur wegen des Sportteils lesen.

Mit Dank an Yme S. für den sachdienlichen Hinweis.

Bild.de verliert bei US-Vorwahlen

Eigentlich hatten die Demokraten in den USA beschlossen, die Ergebnisse der Vorwahlen in Florida und Michigan nicht zu zählen, weil sie zu früh stattfanden. Vor allem Hillary Clinton, die in beiden Bundesstaaten gewonnen hatte (in Michigan war Obama wegen des Regelverstoßes gar nicht angetreten), hatte in den vergangenen Wochen darum gekämpft, diesen Beschluss rückgängig zu machen. Gestern einigte sich die Demokratische Partei auf einen Kompromiss: Die Stimmen werden nun doch berücksichtigt, aber nur zur Hälfte. Hillary Clinton holt damit auf — aber nicht so sehr, wie sie gehofft hatte und vermutlich nicht genug, um noch gewinnen zu können.

Es gibt natürlich viele Möglichkeiten, diese Nachricht anzukündigen. Die von Bild.de gewählte gehört nicht dazu:

Denn in beiden Staaten hat Clinton gewonnen, in beiden Staaten erhält sie die Mehrheit der Delegierten, und überhaupt wurden nach den bisherigen Regeln Florida und Michigan ja gar nicht bewertet.

Über dem Artikel selbst steht dann:

Hillary verliert Stimmen aus Michigan und Florida

…was immerhin weniger falsch, aber auch nicht richtig ist. Das ist aber kein Wunder, denn bei Bild.de hat man den Beschluss, dass die Delegierten aus Florida und Michigan mit halber Stimme zählen, nicht einmal im Ansatz verstanden:

Die Führung der Demokraten hat entschieden, die Delegierten-Stimmen werden aufgeteilt -- 50:50, jeder bekommt die Hälfte.

Nö.

Nachtrag, 2. Juni. Bild.de hat den Artikel aktualisiert, um die Vorwahl in Puerto Rico zu berücksichtigen, hält aber an der falschen Fifty-Fifty-Variante fest. Und in der neuen Dachzeile lässt die Präposition “in” erahnen, dass Bild.de nach wie vor ahnungslos ist, um was es eigentlich geht.

Mit Dank an Dennis S., Udo G., Jörg F. und veet!

Bild.de noch nicht EM-reif

Ja, Oliver Neuville hat beim Testspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Serbien ein Tor geschossen, und gejubelt hat er auch. Aber nicht so, wie es bei Bild.de aussieht:

Denn das ist, unschwer am Trikot zu erkennen, Neuvilles Jubel von der Fußball-WM 2006, und zwar nach seinem 1:0 gegen Polen.

Es geht übrigens auch nicht, wie Bild.de schreibt, “am 8. Juni gegen Österreich in die EM”, sondern gegen Polen. Das Spiel Deutschland gegen Österreich findet am 16. Juni statt.

Naja, ist ja noch eine Woche bis zum Beginn der Europameisterschaft. Vielleicht schickt Bild.de sein Team vorher noch ins Trainingscamp.

Mit Dank an Sebastian D., Marco F., Nico D., Casey J. und Frederic S..

Nachtrag, 1. Juni. Bild.de hat das Foto entfernt und Österreich durch Polen ersetzt.

Moreno hält sich nicht an “Bild”-Wissen

Die “Bild”-Reporter Christoph Sonnenberg und Alexander Holzapfel haben gestern zwei Artikel über den bolivianischen Fußballstürmer Marcelo Moreno geschrieben. Der erste bekam die Überschrift:

Werder hat Moreno

Der zweite:

Moreno sagt bei Werder ab

Und wie zur Erklärung steht im zweiten der Satz:

Der Deal war so gut wie perfekt…

…aber eben nicht ganz!

Und nun kann man natürlich fragen, warum man bei “Bild” diesen Unterschied nur dann kennt, wenn man — mal wieder — einen Deal als perfekt beschrieben hat, der noch gar nicht perfekt war. Aber vermutlich ist das einfach Kalkül: Hätten sich die voreiligen Tatsachenbehauptungen im Nachhinein als zutreffend herausgestellt, hätte “Bild” sich wieder damit brüsten können, solche Nachrichten als erstes zu wissen.

Aber vielleicht hatten die “Bild”-Reporter Christoph Sonnenberg und Alexander Holzapfel in den vergangenen neun Tagen auch einfach ihr Kontingent an Spekulationen aufgebraucht, und es waren nur noch Tatsachenbehauptungen im Angebot.

Kurz korrigiert

Bild.de behauptete auch, Moreno werde nicht zum ebenfalls diskutierten Verein Tottenham wechseln, denn: “Tottenham spielt nicht international.” In Wahrheit ist Tottenham für den UEFA-Cup qualifiziert.

Um 18.01 Uhr veröffentlichte Bild.de gestern (wie berichtet) die Meldung, dass der Wechsel von Moreno zu Werder Bremen so gut wie perfekt sei, aus der in der Überschrift und in den Teasern schon eine Tatsache wurde. Das war nicht nur falsch, sondern auch der ungefähr dümmstmögliche Zeitpunkt. Mindestens eine Stunde zuvor hatte nämlich Morenos aktueller Verein, Cruzeiro EC, auf seiner Homepage bestätigt, dass Moreno in die Ukraine wechselt. Und während “Bild” noch halbblind auf Werder tippte, berichteten brasilianische Online-Medien längst das zutreffende Gegenteil.

Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber!

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“Bild” zieht Kontaktanzeige für Meret Becker zurück

Nein, das ist kein Sehtest, den die “Bild”-Zeitung heute ihren Lesern in Berlin und Brandenburg auf Seite 8 als Service anbietet. Es handelt sich um eine Gegendarstellung.

Und vermutlich muss Meret Becker schon froh sein, dass “Bild” diese Klarstellung nur über den Stellenmarkt und nicht über die Kontaktanzeigen gestellt hat. Jedenfalls steht da, in Groß- und Kleinschreibung übersetzt:

Gegendarstellung zu “Ich suche einen Mann” vom 20.5.2008: Ich suche keinen Mann. Ich habe auch nicht gesagt: “Ich bin reif für eine neue Beziehung” oder “Aber ich bin leider schon lange wieder Single!”
Berlin, den 20.5.2008
RA Eisenberg für Meret Becker.

Und dahinter hat die Redaktion geschrieben:

Meret Becker hat Recht.

“Bild” muss die Gegendarstellung sogar auf den sogenannten Händlerschürzen vor den Kiosken bewerben:


Foto: kress.de/C. Meier

Am vergangenen Dienstag hatte “Bild” in großer Aufmachung und exklusiv berichtet:

Single-Männer, diese Zeilen könnten euch brennend interessieren…

Berlins schöne Chansonsängerin und Schauspielerin Meret Becker (39) verrät in BILD: “Ich bin reif für eine neue Beziehung.”

[etc. pp.]

Wie “Bild”-Klatschreporterin Esther Hofmann vergangene Woche darauf kam, Meret Becker habe “in BILD” etwas gesagt, was sie laut “Bild” heute gar nicht gesagt hat, wissen wir nicht. Aber in einer “Stern-TV-Reportage” gab Hofmann vor zwei Jahren Einblicke in ihre Arbeit. Angekündigt wurde sie damals so:

Um knackige Storys aus der Welt der Reichen und Schönen zu bekommen, braucht es schon Know-How und spezielle Kniffe. Esther kennt sie alle nach 15 Jahren Berufserfahrung, in denen sich die 40-Jährige nicht immer beliebt gemacht hat. Die Frau, die weiß: “Wenn ich eine Geschichte haben will, dann kriege ich sie”, gilt allgemein als gefürchtet.

Vielen Dank an Tommi R. und Nina H. für die Hinweise!

… aber ein großer Sprung für Bild.de

"BILD.de recherchierte"

Schon bei dieser Wortkombination sollte man hellhörig werden — erst Recht aber bei der folgenden:

"BILD.de recherchierte und fand heraus"

Wenn wir Bild.de richtig verstanden haben, will man nämlich herausgefunden zu haben, dass Fotos, die einen Mann zeigen, wie er im Grand Canyon über einem 1000 Meter tiefen Abgrund von einem Fels zum anderen springt, durch suggestiven Bildausschnitt und irreführende Beschriftung [ups, falscher Link, der richtige ist hier oder hier] einen falschen Eindruck erwecken. Oder wie Bild.de schreibt:

Zeitungen weltweit druckten dieses Foto, titelten: “Ein Sprung über 1000 Meter Tiefe”. BILD.de recherchierte und fand heraus: Alles Quatsch!

Nun ja: Eigentlich ist der “Quatsch” längst bekannt. Einschlägige “urban legend”-Websites wie snopes.com haben den Grand-Canyon-Sprung bereits im Januar 2007 als weniger dramatisch enttarnt. Und selbst beim britischen “Guardian”, wo man offenbar am vergangenen Freitag verspätet auf die Irreführung reingefallen war, hat man den Fehler erkannt und eingestanden – übrigens noch am selben Tag bzw. zwei Tage, bevor “BILD.de recherchierte”.

Mit Dank an die vielen, vielen Hinweisgeber, die z.T. behaupten, ihre Recherchen hätten “keine 5 Minuten” gedauert!

“Bild” und Grand-Prix: War schon schlimmer

Man muss dankbar sein.

Als Gracia vor drei Jahren beim Eurovision Song Contest auf den letzten Platz kam, schrieb “Bild”-Autor Hauke Brost einen langen Text über die Frage “Warum mag uns keiner mehr?”, in dem Sätze standen wie:

NEHMEN WIR MAL DIE POLEN. Wer sich da drüben einen gebrauchten Skoda leisten kann, wo hat der denn die Kohle her? Auf deutschen Baustellen Fliesen verlegt oder in deutschen Schlachthöfen Rinder zerlegt. Dankbarkeit? Stinkefinger (0 Points von Polen).

ODER DIE HOLLÄNDER. Jetzt legen sie mit ihren Käse-Wohnwagen wieder die deutschen Überholspuren lahm, ohne Maut natürlich. Wir stehen dafür im Stau. Aber Dankbarkeit? Stinkefinger (0 Points von Holland). (…)

Wir kaufen dem Türken sein Döner ab, und aus lauter Freundschaft haben wir gleich 10 Points in die Türkei geschickt, und was schallt zurück? 0 Points von der Türkei. Ey, Alda, kraß, voll der Hammer, ey.

Wir Deutschen sind die Guten. Wir lassen Heidi Klum ihren Seal heiraten (…).

Man muss dankbar sein. Nachdem in diesem Jahr auch die No Angels beim Eurovision Song Contest sehr schlecht abgeschnitten haben, schreibt “Bild” zwar auf der Titelseite “Wir zahlen und die anderen schieben sich die Punkte zu”, aber die Berichterstattung ist vergleichsweise anständig.

Vergleichsweise.

Unerklärlich bleibt, wie Mark Pittelkau, ein kleiner Veteran der “Bild”-Grand-Prix-Berichterstattung, zu dem Urteil kommt:

Es ist das schlimmste Desaster der deutschen Grand-Prix-Geschichte!

Genau genommen ist es höchstens das schlimmste Desaster der deutschen Grand-Prix-Geschichte der letzten zwei Jahre.

Jetzt kamen die No Angels mit 14 Punkten auf den drittletzten Platz. 2005 kam Gracia mit 4 Punkten auf den letzten Platz. 1995 kam Stone & Stone mit einem Punkt auf den letzten Platz. Und 1996 schaffte es Deutschland gar nicht erst ins Finale.

Auch nur sehr, sehr ungefähr stimmen Pittelkaus Aussagen über das gegenseitige “Zuschachern” von Stimmen osteuropäischer Staaten:

Wie jedes Jahr bekam zum Beispiel Bosnien von Kroatien 12 Punkte, Länder wie Armenien, Aserbaidschan und Russland schoben sich die Punkte gegenseitig zu (…).

Bosnien hat bisher 14-mal am Grand-Prix teilgenommen. Vor diesem Jahr bekam das Land erst einmal zwölf Punkte aus Kroatien (2006). Und wer etwas über das Verhältnis zwischen Armenien und Aserbaidschan weiß, wird nicht erstaunt sein, dass beide Länder einander jeweils exakt null Punkte gaben.

Aber, wie gesagt: Man muss schon dankbar sein.

Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber!

Daum hält sich nicht an “Bild”-Wissen (Nachtrag)

"Abschied vom 1. FC Köln perfekt: Christoph Daum haut ab! -- Christoph Daum verlässt den 1. FC Köln! BILD hatte exklusiv schon am 13. Mai den Abschied des Trainers angekündigt. Jetzt einigte sich Christoph Daum (54) mit dem FC auf eine Vertragsauflösung! Der Trainer-Hammer in der 2. Liga. Daum geht!"

Als wollte man sich bei “Bild” mit Daums “überraschender Wende” und seinem “Rücktritts-Rückzieher” (wir berichteten) nicht so recht abfinden, findet sich der obige “Bild”-Artikel(entwurf?)* mit Datum vom gestrigen Freitag aktuell verlinkt auf Bild.de.

Mit Dank an Lasse P., Max S., Benno K. und Stefan J.

*) Nachtrag, 20.28 Uhr: Wo vorhin noch die “Daum geht”-Meldung stand, steht jetzt nixxx mehr.

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