Es spricht alles dafür, dass kein eigener Mitarbeiter von Bild.de beim gestrigen Auftritt von Tokio Hotel in Trier war. Alle Zitate und Beschreibungen im Bild.de-Artikel über das Konzert stammen aus Meldungen von Nachrichtenagenturen. Bild.de hat die Geschichte nur ein bisschen ausgeschmückt. Um nicht zu sagen: Fehler eingebaut.
Denn richtig ist zwar, dass bei dem Konzert rund 240 Mädchen zusammengebrochen sind. Aber die Agenturen dpa und AP berichten übereinstimmend und in allen Meldungen, dass sich die meisten Kollapse “bereits vor dem Auftritt der Magdeburger Band”, “während noch Vorgruppen spielten”, “schon während des Vorprogramms” ereigneten: “Die Mehrzahl der Teenager habe anschließend das Konzert verfolgen können”. Das Deutschlandradio formulierte: “Die Jungs aus Magdeburg hatten noch gar [nicht] angefangen zu spielen, da waren die Mädels schon hysterisch zusammengebrochen.”
Aber das fand Bild.de wohl nicht so aufregend. Und ließ deshalb diesen Teil der Agenturmeldungen einfach weg, beschrieb die Vorgänge nicht in chronologischer Reihenfolge und erfand über Tokio Hotel lieber Zusammenhänge wie diesen:
Sie kamen, rockten — und ließen es richtig krachen… So sehr, daß bei ihrem Konzert in Trier 240 Mädchen umkippten!
Danke an Jadawin für den sachdienlichen Hinweis.
Bei Bild.de gibt es
Zumindest bis gestern.
wird. (Schließlich hat Monika Littbarski die Frage nach “finanziellen Schwierigkeiten” noch gestern in der
Sogar auf die Seite 1 hat die “Bild”-Zeitung ihren Freund gehoben (siehe Ausriss), und das Wort “exklusiv” darin ist vielleicht der zweitbeste Witz in “Bild” seit langem. Die Zeitung hat die Bilder nämlich einfach von der RTL-Presseseite heruntergeladen, wo sie ganz offiziell und genau für diesen Zweck seit zwei Tagen herumliegen. 


