Hier schreibt die Pressesprecherin noch selbst

Die Menschen im vorpommerschen Karlsburg können stolz sein auf ihr örtliches Klinikum:

Die Klinik für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen in Karlsburg ist führend auf diesem Gebiet. Jetzt haben sich sogar Ärzte aus den Golfstaaten bei ihren Kollegen hier umgeschaut, um Tipps für die Behandlung in ihrer Region zu erhalten. Vor allem die Arbeit mit Kindern hat die Mediziner aus Dubai beeindruckt.

Das schreibt der lokale „Nordkurier“ über den Besuch einer Delegation am vergangenen Wochenende.

Und weiter:

Das Klinikum Karlsburg zählt mit seiner über 80-jährigen Diabeteseinrichtung weltweit zu den ältesten. In Vorpommern wurde 1930 durch Prof. Gerhardt Katsch (1887 – 1961) die Diabetologie mitbegründet. Schon in den 70- und 80er Jahren fanden Mitglieder der Herrscherfamilie aus den Emiraten den Weg nach Karlsburg. „Jetzt knüpfen wir an diese Traditionen an. Im Herbst kommen erste Patienten aus den Golfstaaten“ kündigt Prof. Motz an. Das Klinikum will sich international stärker engagieren, sich auch Patienten aus dem Ostseeraum öffnen. „Das wird sich positiv auf die Menschen in unserer Region auswirken“, sagt Prof. Motz. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze. Ein höherer Klinikstandard komme allen zugute.

Der Artikel ist „von unserer Mitarbeiterin Anette Pröber“, wie der „Nordkurier“ in der Autorenzeile schreibt. Eine Frau, die sich zweifellos in der Materie auskennen muss, denn die von ihr geführte Medienagentur macht auch die Öffentlichkeitsarbeit für das Klinikum Karlsburg — also jenes Krankenhaus, in dem der hohe Besuch aus Nahost zu Gast war.

Jürgen Mladek, Leiter der Regionalausgabe des „Nordkuriers“, erklärte uns den Einsatz von Frau Pröber in dieser ungewöhnlichen Doppelfunktion wie folgt: Man habe einen eigenen Reporter auf Usedom mit einem Bericht über den Besuch der Delegation betraut. Der so entstandene Artikel habe allerdings nicht den Vorstellungen der Redaktion entsprochen und so habe die Redaktion auf einen Text zurückgegriffen, den sie zuvor ebenfalls bei Frau Pröber angefordert hatte, quasi als Ergänzung und Faktensammlung zum eigenen Artikel.

Obwohl im jetzt veröffentlichten Text die Fakten „unstrittig“ seien, habe der „Nordkurier“ seine eigenen journalistischen Standards nicht eingehalten. Der Leser hätte auf die Doppelfunktion hingewiesen werden müssen.

Nach unserem Telefonat mit der Redaktion hat der „Nordkurier“ in der Online-Fassung des Artikels die Formulierung „von unserer Mitarbeiterin“ entfernt und durch den Hinweis „Die Autorin arbeitet als Sprecherin des Klinikums Karlsburg“ am Ende des Artikels ersetzt.

Mit Dank an den Hinweisgeber.