Suchergebnisse für ‘piratenpartei’

Emma, Ungarn, Kim Jong-il

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “EMMA berichtet über das Thema Frauen in der Piratenpartei”
(cymaphore.net)
Cymaphore nimmt einen Artikel der Zeitschrift “Emma” über Frauen in der Piratenpartei (Kurzfassung) auseinander. “Wie kann eine Zeitschrift, die selbst den Anspruch stellt die Speerspitze des deutschen Feminismus zu sein, einen (meiner Meinung nach) derartigen Müll veröffentlichen?”

2. “Ungarns manipuliertes Fernsehen”
(tagesschau.de, Video, 2:32 Minuten)
Journalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Ungarn treten wegen manipulierten Beiträgen in den Hungerstreik.

3. “Den hat der Teufel geholt”
(freitag.de, Lutz Herden)
Lutz Herden ist beeindruckt von der “hellseherischen Urteilskraft” einiger deutscher Medien nach dem Tod von Kim Jong-il (“man weiß nichts, kann aber trotzdem vorhersagen”). “Es werden Zukunftsvisionen halluziniert, die jeder seriösen Analyse entbehren.”

4. “Unsere Leser hassten uns, jetzt lieben sie uns”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Anette Novak von der schwedischen Regionalzeitung “Norran” erklärt, wie ihre Redaktion das Wissen ihrer Leser nutzt. “(…) je mehr Leute involviert sind, desto fruchtbarer ist das für die Qualität. Wir Journalisten haben uns lange für die besseren Kommunikatoren gehalten, aber die Masse weiß es immer genauer.”

5. “Früher war nicht alles besser”
(michaelheim.com)
Michael Heim vergleicht eine aktuelle Ausgabe der “Basler Zeitung” mit der Ausgabe vom 18. August 1978.

6. “Capital” vs. “Handelsblatt”
(facebook.com)
Auf der Facebook-Seite des Wirtschaftsmagazins “Capital” erinnert man sich nach der “Handelsblatt”-Lektüre an ein eigenes Interview von 2010. “Sogar die eingestreuten Kursiv-Absätze haben die Handelsblatt-Kollegen als Format übernommen. Wir werten das mal als Anerkennung unserer guten (Vor-) Arbeit… Danke nach Düsseldorf!”

Bild.de, dapd  etc.

Heiteres Zahlenpiraten (2)

Am Wochenende hat die Piratenpartei in Offenbach ihren neunten Bundesparteitag abgehalten.

Oder in den Worten der Nachrichtenagentur dapd:

Nach ihrem sensationellen Wahlerfolg von Berlin kommen die Piraten am Wochenende erstmals zu einem Bundesparteitag zusammen.

(Freitag, 10.36 Uhr)

Piraten kommen zum ersten Bundesparteitag zusammen

Offenbach (dapd). Nach ihrem sensationellen Wahlerfolg von Berlin kommen die Piraten heute erstmals zu einem Bundesparteitag zusammen.

(Samstag, 00.15 Uhr)

Piraten kommen zum ersten Bundesparteitag zusammen

Offenbach – Nach ihrem sensationellen Wahlerfolg von Berlin kommen die Piraten heute erstmals zu einem Bundesparteitag zusammen.

(Samstag, 04.15 Uhr)

Diesen Irrtum hatte am Freitag bereits Bild.de begangen (BILDblog berichtete), was die Redakteure von Bild.de am Samstag nicht davon abhielt, so über den Parteitag zu berichten:

BILD.de berichtet vom ersten Bundesparteitag der Piraten in Offenbach

Die falsche dapd-Formulierung wurde bei den Online-Medien nur von “RP Online” übernommen, nach Angaben unserer Leser haben aber unter anderem die “Heute”-Nachrichten im ZDF, das “Morgenmagazin” der ARD und die “Newstime” auf ProSieben vom “ersten” Bundesparteitag der Piraten berichtet.

Mit Dank an Matthias M. und Stefan M.

Nachtrag, 6. Dezember: “RP Online” hat seine Einleitung unauffällig geändert. Sie lautet jetzt:

Nach ihrem sensationellen Wahlerfolg von Berlin kommen die Piraten am Wochenende erstmals wieder zu einem Bundesparteitag zusammen.

Heiteres Zahlenpiraten

Am Wochenende findet in Offenbach der Bundesparteitag der Piratenpartei statt.

Oder, wie Bild.de es formuliert:

Am Wochenende findet in Offenbach der erste Bundesparteitag der Piratenpartei statt.

Dieser Satz wäre dann richtig, wenn es die Bundesparteitage 2008 in Hannover und Bielefeld, den Bundesparteitag 2009 in Hamburg, die Bundesparteitage 2010 in Bingen und Chemnitz und den ersten Bundesparteitag 2011 in Heidenheim nie gegeben hätte.

Insofern ist auch die Eröffnung des Interviews mit dem Piratenpartei-Vorsitzenden Sebastian Nerz mindestens unglücklich:

BILD.de: Die Piraten chatten normalerweise im Netz über ihre politischen Ziele. Jetzt findet ihr Parteitag in der Stadthalle Offenbach statt. Ist das nicht altmodisch?​

Gerade noch richtig wäre der Satz von Bild.de vielleicht, wenn er so lautete:

Am Wochenende findet der erste Bundesparteitag der Piratenpartei in Offenbach statt.

Mit Dank an Andre S.

Nachtrag, 18.00 Uhr: Bild.de hat sich für diese kreative Neufassung entschieden:

Am Wochenende findet in Offenbach der erste Bundesparteitag der Piratenpartei statt – seit dem sensationellen Erfolg bei der Berlin-Wahl.

Auf dem Boulevard wird schon Salz gestreut

So lag “Bild” gestern in Berlin am Kiosk:

So zeigt sich ein Berliner Abgeordneter im Internet

Im Inneren erklärte die Zeitung dann, wer der Abgeordnete ist (Simon Weiß von der Piratenpartei) und was er da auf dem Foto macht:

Ein junger Mann beugt sich über eine Linie weißes Pulver. An seine Nase hält er eine Papierrolle. Und deutet an, die weiße Substanz hochzuziehen als wäre es Kokain. Daneben steht ein Salzstreuer. Das Foto zeigt Pirat Simon Weiß (26), der im Abgeordnetenhaus sitzt. Er hat es über den Internetdienst Twitter veröffentlicht.

Bei Bild.de ging die Geschichte erst nach einer Drehung an der Meta-Schraube online und klang dann so:

Seine Idee: ein bisschen Drogen-Provokation. Wie originell!

Auf seinem Twitter-Account hat er ein neues Profilfoto eingestellt. Zu sehen: Simon Weiß, wie er seinen Kopf über eine Tischplatte beugt, mit der linken Hand hält er sich das linke Nasenloch zu, an das rechte Nasenloch drückt er eine Papierrolle, deutet an, eine helle Substanz hochzuziehen als wäre es Kokain. Links im Bild: ein Salzstreuer. Ha-ha!

Die Salz-Schnupf-Experten von Bild.de finden das offenbar nicht lustig:

Lustig hin, lustig her, Fakt ist: Der Landespolitiker täuscht eine Straftat vor.

Denn der Konsum von harten Drogen ist in Deutschland verboten!

Das stimmt so nicht: Der reine Konsum von Kokain ist in Deutschland nicht verboten, wohl aber der Besitz, die Herstellung oder der Handel (der Konsum ohne vorherigen Besitz ist natürlich ein wenig knifflig). Und unter “Vortäuschen einer Straftat” versteht man die Anzeige einer nicht begangenen Straftat wider besseres Wissen.

Simon Weiß zeigte sich angesichts der großen “Bild”-Geschichte über seine Person auf Twitter recht entspannt und wollte die Aktion als “privat betriebene Satire” verstanden wissen. Dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, der bei Bild.de erklärt hatte, dass seines Erachtens “durch das Foto der Konsum von harten Drogen verharmlost wird”, warf Weiß vor, den “Stichwortgeber” für das “Hetzblatt” “Bild” zu “spielen”. Abschließend verwies er auf die Fotografin des Salzbildes, die “Bild” nach eigenen Angaben darauf hingewiesen hatte, dass die Zeitung das Foto nicht ohne weiteres hätte abdrucken dürfen.

Mit Dank an Brainfucker, Markus M. und Sebastian C.

Hypo Real Estate, Mely Kiyak, Schäferhund

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wen kümmern 50 Milliarden Euro?”
(stern.de/blogs, Hans-Martin Tillack)
Hans-Martin Tillack liefert Hintergründe, wie über Geldbeträge der verstaatlichten Bank Hypo Real Estate informiert wird und wie Journalisten diese Informationen aufnehmen und verarbeiten. Siehe dazu auch “Verrechnet – Milliarden und die HRE” (ndr.de, Video, 5:30 Minuten).

2. “Ui, Mely Kiyak!”
(titanic-magazin.de)
“Titanic” antwortet auf eine Kolumne von Mely Kiyak in der “Frankfurter Rundschau”, in der sie Mitglieder der Piratenpartei als “eine Ansammlung von zotteligen Typen” beschreibt. Sie schrieb damals: “Schwammige Figuren, ungesunder Teint, hässlich, mein Gott, da ist ja nix dabei! Man roch die vermieften T-Shirts regelrecht. Kein Wunder, dass keine Mädchen bei denen mitmachen. Ich verstehe jetzt auch, warum die Piraten keinen Wahlkampf mit Fotos veranstalteten – das Auge wählt schließlich mit.”

3. “Polizistenmord: Wie der Bayerische Rundfunk auf den Hund kam”
(augsburger-allgemeine.de, sbo)
Br.de illustriert eine Nachricht mit einem bearbeiteten dpa-Bild. Nebel wurde “durch ein diffuses Sonnenlicht ersetzt”, ein Schäferhund mitten in eine Gruppe von Bereitschaftspolizisten montiert. “Der Bayerische Rundfunk erklärt den Vorfall mir gegenüber mit einer internen Panne. Bei der Bildmontage handle es sich um eine Titelgrafik aus der Rundschau-Sendung im BR-Fernsehen.”

4. “Niveaulosigkeit”
(nullsummenspiel.tumblr.com, Pascal Paukner)
Pascal Paukner ärgert sich, wie Chris Köver in der Zeitschrift “Zeit Campus” über Jürgen Habermas beschreibt.

5. “Wir waren beim Fußball – und haben es überlebt”
(schwatzgelb.de, Sascha und Arne)
“Wer den Fußball komplett befrieden will, muss ihn seine Brisanz berauben – und damit auch all dem, was seine Faszination begründet”, schreiben Sascha und Arne in einem langen Artikel über Fußball und Gewalt. “Wenn sich Fangruppierungen auch abseits der Spiele bekriegen und jungen Fans auf dem Schulweg oder am Bahnhof aufgelauert wird, und wenn Täter in der Gruppe den unterlegenen Opfern die Fanutensilien rauben, dann ist das zweifelsohne bedenklich – seltsamerweise interessieren sich aber weder Polizei, noch Vereine, noch Medienvertreter für diese Ereignisse. Vielleicht sind sie einfach nicht spektakulär und medienwirksam genug?”

6. “Eine Frage des Geschmacks”
(karolinakuszyk.blogspot.com)
Karolina Kuszyk fragt ihre Freundinnen: “Was für Weisheiten haben euch eure Mütter mit auf den Weg gegeben?”

Das Totenkopffähnchen im Wind

“Wie soll ich Dich empfangen?” heißt es in einem alten Kirchenlied und diese Frage treibt dieser Tage auch die “Bild”-Familie um — natürlich nicht im Hinblick auf den Papst, da ist der Empfang klar, aber im Bezug auf die Piratenpartei.

Die “Bild am Sonntag” verkündete gestern stolz:

Unser Reporter Adrian Pickshaus besuchte die Kultpartei ohne Scheu- und Augenklappe.

Gut, dieser Kalauer ist jetzt vielleicht ein bisschen bemüht. Oder wie es Bild.de vor ein paar Tagen ausgedrückt hat:

Peinlich: Anne Will eröffnet ihre Sendung mit altbackenen Piraten-Witzen, fragt Christopher Lauer zuerst: “Wo ist denn Ihre Augenklappe?”

Doch wofür stehen die Piraten, die “Polit-Sensation des Jahres”, eigentlich? Adrian Pickshaus erklärt es den “BamS”-Lesern:

Im Berliner Wahlkampf machten die Piraten vor allem mit drei Forderungen Welle: straffreies Kiffen, fahrscheinloses Bahnfahren und ein bedingungsloses Grundeinkommen, weit über dem Hartz-IV-Regelsatz.

Nimmt man die Forderungen unter die Lupe, stellt man fest: Vieles ist nicht verrückt, sondern gut durchdacht. Beispiel Bahnfahren: Nach Piraten-Willen soll jeder Berliner eine Jahres-Pauschale für den öffentlichen Nahverkehr bezahlen. Eine Bus-und-Bahn-Maut sozusagen. Touristen würden über eine Hotel-Abgabe zur Kasse gebeten.

Eine Woche zuvor, als die Piraten überraschend mit 8,9 Prozent der Wählerstimmen ins Berliner Abgeordnetenhaus einzogen, waren die Leute bei Bild.de noch skeptischer, was den Erfolg der Piraten anging — und deutlich kritischer:

Das Wahl-Programm könnte von der Hacker-Vereinigung “Chaos Computer Club” stammen – ein seltsames Sammelsurium ziemlich abstruser Forderungen:

– Nahverkehr in Bus und Bahn zum Nulltarif

– keine Verfolgung von Schwarzfahrern mehr

– „Rauschkunde“-Unterricht in der Schule

– die Einführung von Mindestlohn und Grundeinkommen

Mit Dank an Nico S.

Deutungshoheit, Facebookangst, großer Geist

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Manchmal auch ein bisschen später. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Piraten und die Macht der alten Medien”
(sprengsatz.de)
Michael Spreng meint, die Piratenpartei habe mit ihrem “sensationellen 8,9-Prozent-Erfolg” bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl die Deutungshoheit über ihr Bild in der Öffentlichkeit verloren. Jetzt würden “das Fernsehen, die Zeitungen und Zeitschriften” das Bild der Piraten in der Öffentlichkeit prägen — mehr als es das Internet könne.

2. “Facebook is scaring me”
(scripting.com, Dave Winer, englisch)
Dave Winer nennt die neuen Facebookfunktionen, die es erlauben, Statusmeldungen, zum Beispiel über gelesene Artikel, ohne Zutun des Facebook-Benutzers öffentlich zu machen “cyber-stalking”. Facebook nennt das “reibungsloses Teilen” (frictionless sharing). Dave Winer empfiehlt sich stets aus Facebook auszuloggen, Nik Cubrilovic weist nach, dass das nicht ausreicht: “Even if you are logged out, Facebook still knows and can track every page you visit.”

3. “Großer Geist mit großer Verspätung”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas Steinschneid)
Thomas Steinschneid fragt sich was den Papst zu so einem angeblich so brillanten Intellektuellen unserer Zeit mache, freut sich aber darüber, dass “schlappe 465 Jahre” nach seinem Tod auch Martin Luther von einem Papst gewürdigt wird.

4. “Big media’s shameful news brownout on the Wall Street protests”
(philly.com, Will Bunch, englisch)
Will Bunch sieht in der kaum vorhandenen Berichterstattung über die Proteste an der Wall Street eine Art amerikanischen Tahrir-Moment. Selbst über die freundlichen Hinweise auf die Gefahren der Folgen der Finanzkrise berichtet kaum jemand.

5. “Wie ich Piratin wurde”
(faz.net, Julia Schramm)
Julia Schramm über ihren Weg von der FDP zu den Piraten und ihre Erfahrungen mit der Äußerung von “eigenwilligeren Gedanken” in (Piraten-) Parteistrukturen. Michael Seemann schlägt in eine ähnliche Kerbe und behauptet: “Das Konzept »Partei« und das Konzept »eigene Meinung« passen nur sehr bedingt zueinander.”

6. “Mönch gerät mit Plasberg aneinander”
(extratipp.com, Rubrik “Stars und Sternchen”)
Rhein-Main Extra Tipp berichtet am 25. September darüber, dass es in der ARD-Sendung “Hart aber Fair” vom 19. September tatsächlich zu Meinungsverschiedenheiten und Streit gekommen sei. Die Sendung lässt sich in der ARD-Mediathek bestaunen.

Piraten überspringen die Fünf-Prozent-Würde

Es ist der Umfrage-Hammer:

Umfrage-Hammer: 19 % würden Piraten wählen

19 Prozent würden also Piraten wählen, schreibt Bild.de und setzt noch ein Ausrufezeichen dahinter. Doch wann “würden” sie das tun? Wenn Sonntag Bundestagswahl wäre?

Gefragt wurde nach der aktuellen politischen Stimmung:

Können Sie sich theoretisch vorstellen, Ihre Stimme der Piraten-Partei zu geben? Jeder Fünfte antwortete mit JA!

“Theoretisch vorstellen” können sich die meisten Menschen viel, wenn der Tag lang ist — vermutlich auch, neben den Piraten noch ganz andere Parteien zu wählen.

Immerhin haben die Piraten bei dieser Frage einen etwas höheren Wert erzielt als vor einem Jahr die hypothetische Sarrazin-Partei und vor zwei Jahren Horst Schlämmer.

Mit Dank auch an Giovanni und jw.

Autojournalismus, WAP, Boris Rhein

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Gelenkte Berichte – Autokonzerne und Journalisten”
(ndr.de, Video, 5:57 Minuten)
Wie sich Autojournalisten von BMW neue Produkte vorführen lassen: “Kritisches findet sich in den Artikeln der Journalisten nach der Veranstaltung wenig. Bezahlte Reise oder nicht – nicht immer wird das klar.”

2. “Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel: Warum beleidigen Sie Menschen, die ein Grundrecht wahrnehmen?”
(pushthebutton.de, Hardy Prothmann)
“Qualitätsjournalismus lässt sich durch Blogger und Leserreporter nicht ersetzen, sondern nur ergänzen”, sagte Angela Merkel gemäß bundesregierung.de in einer Rede am BDZV-Kongress. Etwas anders (“Qualität lässt sich durch Blogger nicht ersetzen”) wird sie von ftd.de zitiert, was Hardy Prothmann zu einer Gegenrede veranlasst.

3. “Waperlapapp – der Gratis-Humbug des SF”
(20min.ch, Oliver Wietlisbach)
Als Alternative zu kostenpflichten Rufnummern bei Gewinnspielen bietet das Schweizer Fernsehen die “Uralttechnologie” WAP an. “Eine Farce. Die Teilnehmer werden so zum kostenpflichtigen Anruf verleitet.”

4. “Als die Bild mir eine Mail schrieb”
(grafsusanne.de)
Susanne Graf von der Berliner Piratenpartei schreibt an einen Chefreporter von Bild.de: “ich bin nicht bereit, der Bild ein Interview zu geben. Das wendet sich nicht gegen Sie persönlich sondern gegen Ihren Arbeitgeber.”

5. “Huren gegen Höllenengel”
(sueddeutsche.de, Marc Widmann)
CDU-Politiker Boris Rhein, ein “Bild”-Reporter und die Hells Angels. “Am Ende kann man dem Minister allenfalls vorhalten, dass er es mit der Lektüre der Bild-Zeitung übertrieben hat.”

6. “Ilse Aigner twittert (nicht)”
(netzpolitik.org, markus)

Das jüngste Gericht

Beim Wettbewerb “Heiteres Herumraten mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte” hat es “Telepolis” mal mit einer neuen Verwechslung versucht:

So stellte der Europäische Menschenrechtsgerichtshof (EuGH) fest, dass die britische Polizei mit ihrer DNA-Datenbank das Grundrecht auf Datenschutz sehr weitgehend verletzt hat.

Der Fehler liegt hier im Detail, genauer in der Abkürzung: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird kurz mit “EGMR” bezeichnet, “EuGH” ist der Europäische Gerichtshof, der im Gegensatz zum EGMR auch ein EU-Organ ist.

Besonders peinlich, dass der Satz (inkl. falscher Abkürzung) offenbar fast wörtlich aus einem offenen Brief der Kampagne “DNA-Sammelwut stoppen!” und der Piratenpartei kopiert wurde.

Klassisch dagegen dieser Fehler in der “Express”-Berichterstattung über den EGMR:

EU-Gericht entscheidet
Wird Inzest bald erlaubt?

Mit Dank an Jan T. und Tomek.

Nachtrag, 24. Mai: “Telepolis” hat den Fehler transparent korrigiert, der offene Brief im Wiki der Piratenpartei kürzt den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte jetzt ebenfalls korrekt mit “EGMR” ab und express.de hat aus dem “EU-Gericht” ein schlichtes “Gericht” gemacht.

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