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KW 15/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Werbung trotz Verbot? Die Marketingtricks der Tabakindustrie
(ndr.de, Aniko Schusterius & Leon Müller, Video: 17:27 Minuten)
Jahrzehntelang haben die großen Tabakkonzerne ihre Produkte aggressiv vermarktet und über gebuchte Anzeigen riesige Summen in Medien gepumpt. Heute müssen die Unternehmen wegen des Werbeverbots subtiler vorgehen. Das Medienmagazin “Zapp” hat die aktuellen Strategien und Marketingtricks der Tabakindustrie unter die Lupe genommen.

2. Fußball: Brauchen die Vereine die Medien noch?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:48 Minuten)
Fußballvereine waren viele Jahre lang auf die unabhängige Berichterstattung von Medien angewiesen, um für ihren Sport zu werben. Das hat sich inzwischen geändert: Dank der großen Reichweiten in den Sozialen Medien können die Vereine ihre Pressearbeit oft selbst steuern. Jonathan Schulenburg spricht bei “BR 24 Medien” unter anderem mit dem ehemaligen FC-Bayern-Spieler und Sportmoderator Thomas Helmer über das neue Medienzeitalter im Fußball.

3. Lage der Nation 377
(lagedernation.org, Philip Banse & Ulf Buermeyer, Audio: 1:49:52 Stunden)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag zum Umgang von Medien mit der Polizeilichen Kriminalstatistik empfohlen. Im Politik-Podcast “Lage der Nation” ist nun der Kriminologe Martin Thüne zu Gast. Philip Banse und Ulf Buermeyer sprechen mit ihm über die Frage, “warum die Polizeiliche Kriminalstatistik in die Irre führt”.

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4. Kommt der Bundeskanzler zu spät zur TikTok-Party?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Marcus Bösch, der zu TikTok und politischer Kommunikation forscht, über die Nachricht, dass Bundeskanzler Olaf Scholz nun auch auf der Videoplattform vertreten ist: “Was sagt er zu Scholz’ spätem TikTok-Debüt? Wie funktioniert die Plattform eigentlich? Was macht sie so erfolgreich? Und haben die Medien die Plattform eigentlich schon verstanden?”

5. Anne Will (2024) – Was ist heute anders?
(hotelmatze.podigee.io, Matze Hielscher, Audio: 2:18:14 Stunden)
Im Podcast “Hotel Matze” ist Journalistin und Moderatorin Anne Will zu Gast. Nach längerer Zeit mal wieder, muss man sagen – Wills letzter “Hotel”-Besuch war im Juni 2017. In der aktuellen Folge geht es vor allem um die Frage, wie es Anne Will nach ihrem Abschied als ARD-Sonntagstalkerin geht: “Es geht um Neuanfänge, um Karriere und Persönlichkeitsentwicklung, wir sprechen über die Kunst des Gesprächs vor laufender Kamera, über das Leben als öffentliche Person und über die aktuelle politische Lage.”

6. Rocko Schamoni Supershow
(ardmediathek.de, Rocko Schamoni & Gereon Klug, Video: vier Folgen je circa 30 Minuten)
Zum Schluss noch eine etwas andere Empfehlung: Die vierteilige ARD-Mockumentary “Rocko Schamoni Supershow”, in der auch verschiedene Mediengrößen eine Rolle spielen, beispielsweise Linda Zervakis, Klaas Heufer-Umlauf und Caren Miosga. Im “Hamburger Abendblatt” fasst Maike Schiller die ungewöhnliche, unterhaltsame Produktion so zusammen: “Die hohe ‘Fraktus’-Schule, der ‘Discounter’-Spott, bisschen Dada, bisschen Parodie, bisschen demaskiertes ‘echtes’ Leben. Bisschen Loriot womöglich sogar, noch mehr ‘Last Exit Schinkenstraße’. Entlarvend und schmerzbefreit. Quatsch mit Anspruch. Und besonders gern auch ohne.”

Brandner muss zahlen, Täuschte “Forbes”?, Content-Verwurstung

1. Weitere 15.000 Euro Ordnungsgeld gegen Stephan Brandner
(lto.de)
Stephan Brandner, der für die AfD im Bundestag sitzt, meinte, “Spiegel”-Redakteurin Ann-Katrin Müller als “Faschistin” bezeichnen zu dürfen. Durfte er aber nicht, wie das Landgericht Berlin entschied. Trotz des Urteils zeigte sich Brandner uneinsichtig und beschimpfte Müller weiter. Das wird nun teuer für ihn.

2. »Forbes« soll Werbekunden getäuscht haben
(spiegel.de)
Dem renommierten Wirtschaftsmagazin “Forbes” wird vorgeworfen, Werbekunden in die Irre geführt zu haben, indem deren Onlineanzeigen auf einer Clickbait-Unterseite statt auf der Hauptseite veröffentlich worden seien. Eigentlich sei den Kunden eine Platzierung auf der Hauptseite versprochen worden. Diese Praxis sei Teil eines größeren Problems in der Online-Werbeindustrie, wo Werbegelder oft auf unseriösen Seiten landen, die nur darauf ausgelegt seien, möglichst viel Werbung zu zeigen.

3. Jammern am rechten Rand
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ein “Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland” veröffentlicht. Ann-Kathrin Leclère hat sich das Forderungspapier und die überwiegend negativen Reaktionen darauf angesehen. So hat beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse dem Papier widersprochen: “Manifest” für neuen Rundfunk in zentralen Punkten falsch (agra.de, Hubert Krech).

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4. Welche Aufgabe haben Journalisten heutzutage?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 45:12 Minuten)
In dieser Folge des Deutschlandfunk-Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Fragen, welche Aufgaben Journalistinnen und Journalisten heutzutage haben und ob es zu viel Haltung im Journalismus gibt. Es diskutieren Friedbert Meurer, Leiter Aktuelles im Deutschlandfunk, Anne-Lena Mösken von der “Freien Presse” sowie Medienforscher Christian Hoffmann.

5. “Das Chaos zulassen” – Sabine Heinrich über ihre Liebe zum Radio
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 25:56 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “This is Media Now” spricht WDR-Moderatorin Sabine Heinrich über ihre Begeisterung für das Radio, die bereits in ihrer Kindheit begann. Sie erläutert, wie sie ihre Erfahrungen bei einem Lokalsender geformt haben, und verrät ihre Ansichten zu Künstlicher Intelligenz.

6. Zamperoni & Miosga weg! Klamroth fehlt! TV-Berichte im Unsinnsstrudel
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader schreibt sich in seiner “DWDL”-Kolumne den Frust von der Seele über die “Online-Content-Verwurstungsindustrie”, die Belanglosigkeiten zu Nachrichten aufbläst: “Wie sehr diese Simulation scheinrelevanter Inhalte Gift für die Wahrnehmung des Journalismus als solchen ist, lässt sich in der Gesellschaft längst beobachten. Leser:innen bekommen von Online-Medien die ohnehin schon oft nicht besonders ausgeprägte Restfähigkeit abtrainiert, zu unterscheiden, was wirklich relevant ist und was bloß ein schmutziger Trick zur Klickgenerierung. Am Ende sieht ja alles gleich aus.”

Doktortitel bleibt, Kampf der Studios, Top Ten der vergessenen Nachrichten

1. Welchen Einfluss haben prorussische Propagandaportale?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, 6:55 Minuten)
Der AfD-Europakandidat Petr Bystron soll Geld von einem prorussischen Internetportal erhalten haben, so ein aktueller Vorwurf gegen ihn. Es soll sogar Audioaufnahmen geben, die den Vorgang belegen. Bystron dementiert die Annahme von Zahlungen aus Russland. Bei dem Portal soll es sich um “Voice of Europe” handeln. Anh Tran hat den freien Investigativjournalisten Vojtěch Berger gefragt, was es mit dieser Internetplattform auf sich hat.

2. Universität Salzburg bestätigt Doktortitel für Journalistin Föderl-Schmid
(derstandard.at)
Wie der österreichische “Standard” meldet, hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, untersucht und “kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten” festgestellt. Zuvor hatte ein “Plagiatsjäger”, der einen Auftrag der rechtspopulistischen Website “Nius” erhalten hatte, nach eigener Aussage das Gegenteil herausgefunden. Für die Hintergründe des Falls hier noch einmal ein Lesetipp aus dem Februar: Die Chronologie einer Hetzjagd auf Alexandra Föderl-Schmid (derstandard.at, Jan Michael Marchart & Katharina Mittelstaedt & Jonas Vogt).

3. Kampf der Produktionsstudios
(taz.de, Wilfried Urbe)
Private TV-Produktionsstudios in Deutschland wie die MMC- und die EMG-Studios beklagen einen aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerb durch Tochtergesellschaften der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Diese könnten Produktionsaufträge durch niedrigere Angebote aufgrund von Querfinanzierungen gewinnen. Wilfried Urbe erläutert den Konflikt.

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4. Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2024
(derblindefleck.de)
Was sind die zehn “Vergessenen Nachrichten 2024”? Welche Themen sind in der medialen Berichterstattung untergegangen oder gar nicht erst aufgetaucht? Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” veröffentlicht jedes Jahr eine Top-Ten-Liste. Auf der Website werden alle zehn Themen mit einer Begründung vorgestellt. Diesmal auf Platz eins: “Phytosanierung: Wenn Pflanzen Schwermetalle abbauen”.

5. Google verstößt gegen deutschen Medienstaatsvertrag
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier schreibt bei “DWDL” über einen aktuellen Verstoß von Google gegen den deutschen Medienstaatsvertrag, den die Kommission für Zulassung und Aufsicht festgestellt habe. Der Vorwurf bestehe darin, dass Google einem kleinen Verlag keinen Zugang zum Google News Showcase gewährt habe, was aufgrund der Reichweitenbeschränkung als unfair angesehen werde.

6. Stefan Raab Comeback: Was steckt wirklich dahinter?
(youtube.com, Torben Platzer, Video: 23:59 Minuten)
In den vergangenen Tagen hat Stefan Raab mit mehreren Instagram-Beiträgen für große Aufregung und Spekulationen gesorgt. Youtuber Torben Platzer sortiert die bisher bekannten Fakten und Gerüchte rund um Raabs mögliches Comeback. Dabei geht es auch um die Fragen, ob Raabs angekündigte Kampf mit Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich tatsächlich stattfinden wird, und wie die Rolle des “Anzeigenhauptmeisters” Niclas M. einzuschätzen ist.

Gericht legt Axt an, Cybermobbing, TikTok als Propagandaplattform

1. FragDenStaat ab jetzt nur noch analog
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter bei netzpolitik.org berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht auf Antrag des Bundesinnenministeriums anonyme Informationsfreiheitsanfragen für unzulässig erklärt. Die Entscheidung betreffe insbesondere die Plattform “FragDenStaat”, über die Bürgerinnen und Bürger einfach und anonym Dokumente bei Behörden anfordern konnten. Damit erschwere das Gericht den bisher niedrigschwelligen digitalen Zugang zu Informationen und zwinge die Kommunikation zurück auf den traditionellen Postweg.
Lesenswert dazu auch die Stellungnahme von “FragDenStaat”: Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (fragdenstaat.de, Arne Semsrott).

2. Zwischen Medienhype und Cybermobbing
(deutschlandfunk.de, Lena Fuhrmann, Audio: 5:39 Minuten)
“Spiegel TV” hat kürzlich eine Reportage über den selbsternannten “Anzeigenhauptmeister” ausgestrahlt, in der das Fernsehteam einen 18-Jährigen bei seinem Einsatz gegen Parksünder begleitet hat. Das Video verbreitete sich viral, das Thema wurde von vielen anderen Medien aufgegriffen – mit unangenehmen Folgen für den jungen Mann, der sich nun auch im realen Leben Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen ausgesetzt sehe. Der Fall wirft die Frage nach der Verantwortung der berichtenden Redaktionen auf.
Dazu auch ein Lesetipp: Boris Rosenkranz hatte bereits vor zwei Wochen in einem lesenswerten Beitrag bei “Übermedien” berichtet: Wie “Spiegel TV” einen 18-Jährigen zur Hetze freigab (uebermedien.de).

3. TikTok: Im Zentrum der politischen Debatte
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
Die aktuelle Ausgabe des “Social Media Watchblog” beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Videoplattform TikTok, die verschiedentlich auch für Propaganda genutzt werde: “Welche Rolle spielt TikTok als Propagandaplattform beim Krieg in Nahost? Warum ist die AfD auf TikTok so erfolgreich? Kommt ein TikTok-Verbot in den USA?”

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4. So unterstützt RSF Medien in Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisationen Reporter ohne Grenzen (RSF) und Arab Reporters for Investigative Journalism unterstützen Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen mit Arbeitsmaterialien, Hilfsgütern und eingerichteten Arbeitszonen. Seit beginn des Krieges habe man mehr als 90 Medienschaffende versorgt, trotz Schwierigkeiten wie blockierten Kommunikationswegen und Luftangriffen. “Vor allem palästinensische Journalistinnen und Journalisten sind unser Fenster nach Gaza”, sagt RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger: “Deshalb ist es wichtig, dass sie vor Ort weiterarbeiten können, so gut und so sicher es geht.”

5. Wie finde ich das? – Meinungen und Tatsachen
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 19:35 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über die Frage, wie sich Meinungen von Fakten unterscheiden lassen. Und dies sei wichtiger denn je: “Wenn Menschen bei wichtigen Entscheidungen nur ihren Vorurteilen folgen – zum Beispiel, welchem Politiker sie ihre Stimme geben -, dann gewinnen die Populisten und Demagogen an Zuspruch. Nicht das bessere Argument, sondern die krassere Meinung hat Erfolg.”

6. X entsperrt Konto von extremistischer Identitärer Bewegung
(zeit.de)
Die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB) sei im Juli 2020 wegen mehrerer Verstöße gegen die damaligen Twitter-Regeln zu Terrorismus oder gewalttätigem Extremismus gesperrt worden. Nun habe die Plattform von Free-Speech-Absolutist Elon Musk den IB-Account wieder freigeschaltet. Musk hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon (von dem er sich später distanzierte) davon gesprochen, dass der Begriff Moderation “ein Propagandawort für Zensur” sei.

“Tagesschau”-Dilemma, KI im Newsroom, Genderkritisierende

1. Das “Tagesschau”-Dilemma steckt im Detail
(t-online.de, Steven Sowa)
Die “Tagesschau” hat in den vergangenen Jahren einige bekannte Gesichter wie Jan Hofer und Linda Zervakis verloren, die zu privaten Sendern gewechselt sind, und nun hat auch Judith Rakers ihre letzte “Tagesschau” moderiert. Dies werfe Fragen nach den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung bei der ARD auf. Während der für die Produktion verantwortliche NDR in den Abgängen kein Problem sehe und darauf verweise, dass diese Sprecherinnen und Sprecher lange für die “Tagesschau” gearbeitet hätten, gebe Ex-“Tagesschau”-Mann Marc Bator (jetzt Sat.1) zu bedenken, dass die Vertragsbedingungen und die im Verhältnis zur Reichweite geringe Bezahlung für Moderationen Gründe für den Wechsel sein könnten.

2. Grenzen überwinden, Chancen gestalten
(library.fes.de, Jonas Schützeneder & Michael Graßl & Klaus Meier, PDF)
Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung haben Jonas Schützeneder (Hochschule Magdeburg-Stendal), Klaus Meier (KU Eichstätt) und Michael Graßl (Macromedia München) ein Impulspapier zu Künstlicher Intelligenz (KI) im journalistischen Newsroom verfasst, das sich mit den derzeitigen Einsatzmöglichkeiten von KI in Redaktionen beschäftigt. Dabei geht es unter anderem um aktuelle Beispiele, “ethische Leitplanken” und die Frage, welche Empfehlungen die Experten für die Zukunft haben.

3. Was auf dem Spiel steht – Über den Untergang des Kulturjournalismus
(54books.de, Johannes Franzen)
Johannes Franzen schreibt über den schwindenden Respekt für und die zunehmenden Herausforderungen im Kulturjournalismus. Der Weggang von A. O. Scott von der “New York Times” und die Angriffe auf dessen Kritiken seien symptomatisch für die wachsende Kluft zwischen Kritikern und Publikum. Die Schließung des einflussreichen Musikmagazins “Pitchfork” durch Condé Nast und dessen Eingliederung in das Männermagazin “GQ” würden einen weiteren symbolischen Tiefpunkt markieren. Franzen betont die Bedeutung des Kulturjournalismus und ruft dazu auf, die Zerstörung dieser Institution zu stoppen.

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4. Sandra Boner nimmt Stellung zu Fake-Inseraten
(persoenlich.com)
Sandra Boner, Moderatorin von “SRF Meteo”, hat sich im Schweizer “Tages-Anzeiger” (nur mit Abo lesbar) zu Fake-Anzeigen geäußert, bei denen ihr Bild und ihr Name für betrügerische Werbung missbraucht werden. Trotz eines gewissen Humors sei sie besorgt über den bleibenden Eindruck. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) unterstütze sie im Kampf gegen diese Betrügereien.

5. Freie Berichterstattung unerwünscht
(verdi.de, Micha Steinwachs)
Micha Steinwachs berichtet über das problematische Verhältnis der AfD zum Journalismus und zur Pressefreiheit. Die Partei fördere ein Klima der Gewalt gegen Medienschaffende, indem sie zu Einschüchterungen aufrufe und den Zugang zu Veranstaltungen verweigere, was zu persönlichen Angriffen gegen und Ausschlüssen von Journalistinnen und Journalisten führe. So habe die Partei beispielsweise dazu aufgerufen, Mitglieder der “Correctiv”-Redaktion “in ihre Schranken” zu weisen.

6. Genderkritisierende schlagen Alarm: Kapituliert jetzt schon die NZZ vor dem woken Zeitgeist?
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Medienkritiker Stefan Niggemeier kommentiert die Empörung von Boris Reitschuster und anderen über die Verwendung des Wortes “Kandidierende” durch die “Neue Zürcher Zeitung” (“NZZ”). Er stellt klar, dass die “NZZ” seit Jahrzehnten Begriffe wie “Kandidierende” verwendet. Dies zeige, dass die Sprachpraxis nicht neu sei und schon lange vor der aktuellen Genderdebatte bestanden habe. Niggemeier hat Beispiele gefunden, die – man höre und staune – bis ins Jahr 1784 zurückreichen.

Angriff auf Reporter, Zensur oder verpasste Chance?, Förderung

1. Erneut Angriff auf Reporter
(taz.de)
Wie die “taz” berichtet, wurde ein Journalist der “Ostthüringer Zeitung” bei einer AfD-Veranstaltung in Thüringen bedroht und angegriffen. Außerdem habe er in allen vier Reifen seines Autos Schrauben bemerkt, die bis zum Kopf eingedreht gewesen seien. Bereits im August 2022 war derselbe Journalist vom damaligen Bürgermeister der thüringischen Kleinstadt Bad Lobenstein angegriffen worden. Der Deutsche Journalisten-Verband Thüringen, die Landespressekonferenz und die Thüringer Landesregierung verurteilen den aktuellen Vorfall scharf.

2. Die ARD setzt israelkritischen Film ab: Vorsicht? Angst? Oder doch Zensur?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
In einem Text für den “Spiegel” hat Arno Frank die Absetzung des preisgekrönten palästinensischen Films “Wajib” durch die ARD mit deutlichen Worten kritisiert: “Eine Zensur findet statt” (nur mit Abo lesbar). Beim “Tagesspiegel” hat sich nun Joachim Huber mit der Absetzung des Films sowie mit Franks Kritik auseinandergesetzt. Eine Zensur könne Huber darin nicht erkennen, wohl aber eine verpasste Chance: “Die ARD, eine öffentlich-rechtliche Institution, hätte die Gelegenheit nutzen sollen, den Film zu zeigen und gleichzeitig in eine Diskussion einzubetten. Erst ‘Wajib’, dann ‘hart aber fair’.”

3. Journalismus-Förderung: Die Ausgangsthesen sind falsch
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Bezugnehmend auf einen “Spiegel”-Gastbeitrag von Sebastian Turner (nur mit Abo lesbar), kritisiert Peter Stawowy die bisherigen Ansätze der Journalismusförderung in Deutschland. Er argumentiert, dass diese auf falschen Annahmen beruhten, insbesondere auf der Vorstellung, es fehle an lokalen Informationsangeboten. Stawowy hält sowohl die staatliche Presseförderung als auch konkrete Vorschläge für unzureichend: “Die Ausgangsthese ist falsch. Wir haben nicht zu wenige Informations-Angebote im lokalen Bereich. Wir haben zu wenig Journalismus, der sich kritisch und distanziert mit staatlichem und institutionellem Handeln auseinandersetzt.” Er prognostiziert, dass es keinen wirtschaftlich erfolgreichen Lokaljournalismus mehr geben wird, sondern dass sich die Menschen ihre lokalen Informationen selbst suchen und verbreiten werden.
Weiterer Lesehinweis: Macht endlich gemeinnützigen Journalismus möglich: “Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag versprochen, gemeinnützigen Journalismus zu ermöglichen. Doch bei der aktuellen Reform der Gemeinnützigkeit stockt es – ein fataler Fehler für unsere Demokratie.” (correctiv.org, David Schraven)

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4. Dein Bild als Beute
(netzpolitik.org, Vincent Först)
Vincent Först hat für netzpolitik.org aufgeschrieben, wie Menschen auf der Jagd nach authentischen Inhalten für ihre Social-Media-Kanäle die Privatsphäre und die Rechte ihrer Mitmenschen missachten. Das könne im Prinzip jeden treffen, so Först: “Selbst diejenigen, die sich den sozialen Medien entziehen, laufen Gefahr, von Creator:innen zu Subjekten ebendieser gemacht zu werden. So entsteht eine neue Form der privaten Überwachung. Dahinter stehen nicht wie üblich datenhungrige Konzerne oder Sicherheitsbehörden, sondern Menschen mit gezückten Smartphones, die jederzeit auf ‘Record’ drücken können, um uns ihrem ‘Content Gaze’ zu unterwerfen.”

5. Corona-Untersuchungsausschuss – Landtag empört über Nordkurier-Berichte
(nordkurier.de)
Die Berichterstattung des “Nordkuriers” über den Corona-Untersuchungsausschuss des Brandenburger Landtags führte zu einer ungewöhnlichen Beanstandung durch die Landtagsverwaltung. Hauptkritikpunkte seien Zitate aus vertraulichen Ausschussdokumenten und die namentliche Nennung einer Virologin, die mit Christian Drosten in Verbindung gebracht wurde. Der “Nordkurier” verteidigt seine Berichterstattung und veröffentlicht sowohl das Beschwerdeschreiben der Landtagsverwaltung als auch die eigene Antwort darauf.

6. Musk verschreckt weitere große Werbekunden
(spiegel.de)
Wie der “Spiegel” berichtet, haben große Werbekunden wie Apple und Disney nach einem Eklat um Antisemitismus und Nazi-Inhalte auf Elon Musks Plattform X (vormals Twitter) die dortige Schaltung von Werbung gestoppt. Die Werbetreibenden würden damit auf Berichte reagieren, nach denen ihre Anzeigen neben Nazi-Posts und antisemitischen Äußerungen erschienen, woraufhin X behauptete, Marken nicht “aktiv neben dieser Art von Inhalten” zu platzieren. Zusätzlich zu dieser Kontroverse habe Musk selbst für Aufsehen gesorgt, indem er einen antisemitischen Post billigte, was unter anderem vom Weißen Haus scharf kritisiert wurde.

Lauernde Schlupflöcher, Selbstzensur aus Angst, Streik-Ende in Hollywood

1. Proisraelische NGO erhebt Vorwürfe gegen Agenturfotografen aus Gaza
(spiegel.de)
Die pro-israelische NGO “Honest Reporting” erhebt schwere Vorwürfe gegen freie Fotografen aus Gaza, die für westliche Nachrichtenagenturen arbeiten. Diese hätten vorab von den Angriffen der Hamas auf Israel gewusst. Die betroffenen Agenturen AP und Reuters weisen die Vorwürfe entschieden zurück und betonen, ihre Bilder seien deutlich nach dem Beginn der Angriffe entstanden.

2. Diese Schlupflöcher lauern
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Die neue EU-Verordnung zu politischer Online-Werbung führe zwar zu mehr Transparenz, indem sie Kennzeichnungspflichten einführe und Auskunft über Targeting-Kriterien sowie die Finanzierung von Anzeigen verlange, sie bleibe aber hinter den Erwartungen zurück, da gezielte Werbung mit Einwilligung weiterhin erlaubt sei. netzpolitik.org-Redakteur Ingo Dachwitz ist unzufrieden mit der Verordnung, die Schlupflöcher lasse und politisches Targeting nicht verhindere: “Der sicherere Weg wäre gewesen, politisches Targeting klar zu verbieten oder zumindest die dafür nutzbaren Daten drastisch zu beschränken, etwa auf Alter, Geschlecht und Ort.”

3. Grow-Stipendium von Netzwerk Recherche
(netzwerkrecherche.org)
Drei gemeinnützige Medienprojekte wurden mit dem Grow-Stipendium des Netzwerk Recherche und der Schöpflin Stiftung ausgezeichnet: die Journalistin Nalan Sipar für deutsch-türkische Klimanachrichten auf Social Media, Podcasterin Nine-Christine Müller für die Weiterentwicklung ihres Podcasts über ostdeutsche Identitäten und die Gründer Tobias Hübers und Daniel Moßbrucker für ein Unternehmen, das Redaktionen IT-Support bei Recherchen bietet. Neben einer Anschubfinanzierung von je 3.000 Euro erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten ein Jahr lang Beratung und Weiterbildung durch das Netzwerk Recherche.

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4. A. L. Kennedy über Selbstzensur aus Angst: “Viele Bücher erscheinen gar nicht”
(derstandard.at, Michael Wurmitzer)
In einem Interview mit dem “Standard” spricht die britische Autorin A. L. Kennedy von einer zunehmenden Selbstzensur britischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Angst vor Angriffen konservativer Medien und Politiker. Dies führe dazu, dass viele Bücher nicht veröffentlicht würden. Es gebe eine große Nervosität unter “Autoren darüber, dass sie von der konservativen Presse und rechten Politikern gecancelt und dämonisiert werden, die die Kontrolle über das Narrativ haben wollen. Autoren sind nervös, etwas zu sagen, das die Daily Mail nicht mögen könnte.”

5. heise online auf Mastodon: Bilanz nach dem ersten Jahr im Fediverse
(heise.de, Martin Holland)
Martin Holland zieht Bilanz über das erste Jahr von “heise online” auf Mastodon, einer Twitter/X-Alternative. Die Redaktion habe festgestellt, dass das Netzwerk eine ernstzunehmende Alternative mit einem starken Wachstum der Nutzerzahlen und Interaktionen sei, wobei die absoluten Besuchszahlen über Mastodon immer noch niedriger seien als über Twitter. Trotz eines allgemeinen Rückgangs der Zugriffe und Interaktionen im Laufe des Jahres bleibe Mastodon eine kostengünstige Plattform mit einer aktiven Community.

6. Schauspieler beenden Streik
(taz.de)
Nach einem fast viermonatigen Streik haben sich die Hollywood-Schauspielerinnen und -Schauspieler einerseits und die großen Filmstudios andererseits auf einen neuen Vertrag geeinigt. Dieser sehe Mindestlöhne sowie einen neuen Beteiligungsbonus für Filme und Serien bei Streamingdiensten vor. Die Vereinbarung mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar enthalte auch Schutzmaßnahmen gegen die unerlaubte Nutzung von Bildern, die von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden, um der Sorge der bislang Streikenden Rechnung zu tragen, durch digitale Doubles ersetzt zu werden. Mit dieser von der Gewerkschaft SAG-AFTRA ausgehandelten Vereinbarung kann die Produktion in Hollywood zum ersten Mal seit Mai wieder normal laufen.

Neutrale Umschläge, Teure Fotos von Helene Fischer, Politik-Werbung

1. “Jüdische Allgemeine” soll in neutralen Umschlägen geliefert werden
(t-online.de, Martin Küper)
Die Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München haben die “Jüdische Allgemeine” gebeten, ihre abonnierten Zeitungen künftig in neutralen Umschlägen zu erhalten. Dahinter steht die Sorge, dass die sichtbare Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben zu Gewalt gegen die jeweilige Person führen könnte. Die Gemeinde habe ihre Mitglieder zudem aufgefordert, sich in der Öffentlichkeit nicht als Juden zu erkennen zu geben und Pro-Palästina-Demonstrationen zu meiden.

2. Springer soll 80.000 Euro wegen Fotos von Helene Fischer zahlen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen “Übermedien”-Artikel (nur mit Abo lesbar) berichtet, hat das Landgericht Berlin den Axel-Springer-Verlag zu einer Entschädigungszahlung von 80.000 Euro verurteilt, weil die Zeitungen “Bild” und “B.Z.” unerlaubt Fotos von Helene Fischer und deren Baby veröffentlicht hatten. Das Gericht sah in der Veröffentlichung eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Sängerin, die zwei Tage lang von einem Fotografen verfolgt worden sei. Springer prüfe derzeit, ob mal gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen will.

3. Nach Interessenkonflikten: “Spiegel” plant nicht mehr mit seinem Autor
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Ein Journalist und Männermodel steht in der Kritik, weil er für den “Spiegel” über Themen aus seiner Modeltätigkeit geschrieben hat, ohne dies transparent zu machen. Der “Spiegel” habe nach Prüfung der Texte festgestellt, dass bei sechs Reiseberichten Transparenzhinweise fehlten, und diese nachträglich ergänzt. Als Konsequenz plane das Magazin vorerst keine weitere Zusammenarbeit mit dem umtriebigen Journalisten: “Dass wir dem Hinweis auf Gefälligkeitsjournalismus nicht sofort nachgegangen sind, bedauern wir sehr”, so die Pressestelle des “Spiegel”.

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4. Kritik an Menschenrechtslage in Deutschland
(reporter-ohne-grenzen.de)
In der von Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit ist Deutschland innerhalb weniger Jahre um acht Plätze von Rang 13 auf Rang 21 abgerutscht. ROG-Geschäftsführer Christian Mihr vermisst selbstkritische Töne der Bundesregierung und merkt an: “Auch bei der Aufnahme gefährdeter Journalistinnen und Journalisten aus Russland oder Afghanistan blieb die Bundesregierung hinter ihren Ankündigungen zurück, sich aktiv für Menschenrechte und Pressefreiheit einzusetzen. Das ist nicht konsistent mit dem eigenen Anspruch in Sachen Menschenrechte.”

5. Strengere EU-Regeln für politische Werbung im Netz
(deutschlandfunk.de, Carolin Born)
Die EU hat neue Regeln für politische Werbung im Internet beschlossen, um Manipulationen zu verhindern und die Transparenz zu erhöhen. Künftig müssen politische Anzeigen klar gekennzeichnet sein, einschließlich der Angabe von Informationen über die Finanzierung und den Betrag, der für die Werbung bezahlt wurde. Außerdem plane die EU eine Datenbank, in der Auftraggeber und Finanzierung von Online-Anzeigen erfasst werden.

6. “Ein Katz-und-Maus-Spiel”
(taz.de, Amira Klute)
Der Rundfunk in Deutschland feiert sein 100-jähriges Bestehen, und von Beginn an gab es Bestrebungen, das Medium unabhängig und selbstbestimmt zu nutzen. Amira Klute sprach mit Alex Körner, einem Kenner der Geschichte und der Gegenwart der Freien Radios. Bereits in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hätten sich Radiobegeisterte zusammengeschlossen: “Schon im April 1924 gründete sich der Arbeiter-Radio-Klub. Da traf man sich zum Basteln und Radiohören. Solche Werkstätten gab’s bald in über 150 Städten. Die Mitglieder haben schnell gemerkt, dass das Programm wenig mit ihrer Lebensrealität zu tun hatte. Man wollte selbst zu Wort kommen.”

Angriffe und Drohungen, Timeline des Grauens, Schönheitswahn

1. Angriffe und Drohungen in der ganzen Konfliktregion
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation “Reporter ohne Grenzen” (“ROG”) berichtet über Angriffe und Drohungen gegen Medienschaffende im Nahen Osten, insbesondere im Gazastreifen, im Westjordanland, im Südlibanon und in Israel. Nach den Terrorangriffen der Hamas auf Israel seien Journalistinnen, Journalisten und Redaktionen besonders gefährdet beziehungsweise unter Druck. Elf Medienschaffende seien bei israelischen Luftangriffen in Gaza und im Süden des Libanons getötet worden. “ROG”-Vorstandssprecherin Katja Gloger betont die Notwendigkeit unabhängiger Berichterstattung aus dem gesamten Konfliktgebiet und warnt vor den wachsenden Gefahren für Journalistinnen und Journalisten in der Region.

2. 30 Jahre Schutz der Pressefreiheit
(deutschlandfunk.de, Isabelle Klein, Audio: 6:21 Minuten)
Immer wieder setzen Reporter und Reporterinnen in Krisengebieten ihr Leben aufs Spiel. Seit 30 Jahren unterstützt der Verein “Journalisten helfen Journalisten” diese mutigen Menschen und deren Familien. Isabelle Klein sprach mit Mitbegründerin Christiane Schlötzer, deren Verein bisher mehr als 1.000 Betroffenen geholfen hat.

3. Die Timeline des Grauens
(zeit.de, Eike Kühl)
Ein Jahr ist es her, dass Elon Musk stolz mit einem Waschbecken in der Twitter-Zentrale einmarschierte, und seitdem ist bei dem Kurznachrichtendienst so viel passiert, dass man es kaum fassen kann. Eike Kühl bezeichnet diese ersten zwölf Monate des Unternehmens unter Elon Musk als “einige der chaotischsten und absurdesten in der bisherigen Geschichte der Technikbranche” und hat zur besseren Orientierung “eine unvollständige Übersicht der Ereignisse” zusammengestellt.

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4. Google-Kampagne hilft Menschen, Manipulationen im Internet zu erkennen
(belltower.news)
Google hat in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Deutschland eine “Prebunking”-Kampagne gestartet, um Desinformation im Internet zu bekämpfen und Menschen zu helfen, Manipulationen zu erkennen. Im Mittelpunkt der Kampagne stand die Aufklärung über gängige Manipulationstechniken wie Dekontextualisierung, Panikmache und Whataboutism. Die Aktionsvideos liefen mindestens sechs Wochen lang als Anzeigen bei Youtube, Facebook und Instagram, berichtet die Redaktion “Belltower.News” der Amadeu Antonio Stiftung, die an der Aktion beteiligt war.

5. US-Bundesstaaten verklagen Meta wegen Gefahren für Kinder
(spiegel.de)
Mehrere US-Bundesstaaten hätten den Technologiekonzern Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, wegen der Suchtgefahr seiner Sozialen Netzwerke verklagt. Die Klage werfe Meta vor, die Öffentlichkeit über die erheblichen Gefahren seiner Plattformen für die psychische Gesundheit insbesondere von Kindern und Jugendlichen getäuscht zu haben. Die klagenden Bundesstaaten würden Funktionen wie “Gefällt mir” und Benachrichtigungen, die junge Nutzerinnen und Nutzer an den Bildschirm fesseln, kritisieren und beanstanden, dass die Nutzung dieser Plattformen zu Problemen wie Essstörungen beiträgt.

6. Schönheitswahn und Deepfake-Pornos – Jasmin Gnu im Talk
(ardmediathek.de, Aminata Belli & Aurel Mertz, Video: 22:19 Minuten)
Passend zum vorherigen Link eine Empfehlung für das Gespräch mit der Youtuberin und Influencerin Jasmin Gnu, die eindringlich vor den körperlichen und mentalen Gefahren der oberflächlichen Social-Media-Welt warnt. Gnu kennt viele der von ihr kritisierten Verhaltensweisen aus eigener Erfahrung und kann daher besonders glaubwürdig darüber berichten.

Prechtsprechung, Der Krieg der Bilder, “Collateral Damage”

1. Precht bittet um Entschuldigung, Lanz fühlt sich nach Vorwürfen “wirklich verletzt”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Markus Lanz und Richard David Precht haben auf die Kritik an der jüngsten Folge ihres Podcasts reagiert. Precht hatte darin fälschlicherweise behauptet, ultraorthodoxe Juden dürften aus religiösen Gründen nicht arbeiten (“Ein paar Sachen wie Diamanthandel und ein paar Finanzgeschäfte ausgenommen”), woraufhin das ZDF die Passage gestrichen hatte. Sowohl Precht als auch Lanz wurden für die Podcastfolge heftig kritisiert und teilweise als Antisemiten bezeichnet. Nun gehen sie in einer Sonderausgabe auf die Vorwürfe ein, die sie nach 24 Minuten beenden. “Zum Glück für die beiden, denn es hat nicht viel gefehlt und sie hätten ihren Klartext mit Fragezeichen versehen”, schreibt Joachim Huber.

2. Krieg der Bilder
(taz.de, Monika Hübscher)
Monika Hübscher berichtet in der “taz” über die Social-Media-Kriegsführung der Hamas. Der Einsatz Sozialer Medien in der Kriegsführung durch die Terrororganisation habe bereits am Tag des Angriffs auf Israel begonnen. Hübscher warnt davor, die derzeit im Umlauf befindlichen Gräuelbilder zu teilen: “Auch wenn manche Social-Media-Nutzer diese krassen Bilder und Videos nur auf ihren Profilen teilen, um über diese Verbrechen zu informieren, verbreiten sie damit doch Hamas-Propaganda. So werden Use­r*in­nen in den Netzwerken Teil der erfolgreichen algorithmischen Kriegsführung der Hamas.”
Weiterer Lesetipp: “Klare Parteilichkeit ist möglich”: “Nach den Hamas-Angriffen verbreiten auch deutsche Medien antisemitische Vorurteile. Kim Robin Stoller über die hohe Bedeutung, Sprache zu entlarven.” (taz.de, Erica Zingher)

3. “Wir können uns da auf keine Seite schlagen”
(deutschlandfunk.de, Jan-Christoph Kitzler, Audio: 8:02 Minuten)
Jan-Christoph Kitzler, Nahost-Korrespondent für Deutschlandfunk und ARD, betont, dass er sich bei seiner Berichterstattung aus dem Nahen Osten nicht auf eine Seite schlagen könne. Nach einem Raketeneinschlag im Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza, bei dem zunächst von Hunderten Toten die Rede war, müsse er in seiner Berichterstattung vorsichtig sein und beide Seiten der Geschichte berücksichtigen. Kitzler könne derzeit nicht direkt aus dem Gazastreifen berichten und sei daher auf Informationen von Nachrichtenagenturen und lokalen Journalisten, sogenannten Stringern, angewiesen.

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4. Wir müssen darüber reden, wie wir über Künstliche Intelligenz berichten.
(wissenschaftskommunikation.de, Marcus Anhäuser)
Ein Jahr nach dem Start von OpenAIs Bildgenerator DALL-E und der Künstlichen Intelligenz (KI) ChatGPT wird im Journalismus diskutiert, wie über KI berichtet werden soll. Für Marcus Anhäuser stellen sich dabei einige Fragen: “Wie sollten Journalist*innen (und auch Kommunikator*innen) über Anwendungen, die auf Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen basieren, berichten? Was braucht es, um Rezipient*innen angemessen und mit einem kritischen Blick über die neuesten Entwicklungen zu informieren? Welche Fragen müssen sie stellen, um sich reflektiert mit KI auseinanderzusetzen?”

5. Streit um News-App: Verleger verklagen den SWR
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie erwartet, haben 16 südwestdeutsche Verlage im Streit mit dem SWR um die “Newszone”-App eine Klage angekündigt, berichtet Timo Niemeier bei “DWDL”. Damit gehe der Streit zwischen den Verlagen und dem öffentlich-rechtlichen Sender in die nächste Runde. Der SWR prüfe nun, wann die App wieder veröffentlicht werden könne – eine neue Version sei von einem möglichen Verbot nicht betroffen.

6. Verfolgung Assanges Gefahr für Medien weltweit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Verfolgung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange durch die USA stellt nach Ansicht von Reporter ohne Grenzen (ROG) eine Bedrohung für die Medien und das Recht auf freie Information weltweit dar. In der neuen Anzeigenkampagne “Collateral Damage” machen ROG und verschiedene Redaktionen auf diese Gefahr aufmerksam. Das Thema sei hochaktuell: Eine Auslieferung Assanges von Großbritannien an die USA könne bereits in wenigen Wochen erfolgen.

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