Suchergebnisse für ‘EUmel’

Ihr EUmel! (7)

Aaaahhhhh! Pfffffff! Tssssss! Grrrrrrr!

Okay, machen wir es kurz — wir haben hier schließlich schon oft genug drauf hingewiesen: Der „Europäische Gerichtshof für Menschenrechte“ („EGMR“) ist kein „EU-Gericht“!

Nein, er ist KEIN „EU-Gericht“. Er hat zwar gestern entschieden, dass muslimische Schülerinnen zur Teilnahme am gemeinsamen Schwimmunterricht mit Jungen verpflichtet werden können. Aber: Der „EGMR“ ist kein „EU-Gericht“.

Das gilt übrigens auch für Euch, liebe „Tagesthemen“-Mitarbeiter: Der „Europäische Gerichtshof für Menschenrechte“ ist kein „EU-Gericht“!

Na, dann lasst mal sehen …

Hmpf.

Ach, und Bild.de — nein, der „EGMR“ ist auch nicht der „EuGH“:

Mit Dank an Kai und @Krazikrizz für die Hinweise!

Ihr EUmel! (6)

Vielleicht müssen wir das anders angehen.

Also, liebe Journalisten: Nein!

Nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
nein,
und nochmals nein!

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist kein „EU-Gericht“!

Und jetzt alle zusammen:

Er ist kein „EU-Gericht“!
Er ist kein „EU-Gericht“!
Er ist kein

Okay, wir geben’s auf. Sie werden es nie lernen.

Verbockt hat es in diesem Fall anscheinend übrigens nicht die AFP (die Überschrift lautet im Original: „Menschenrechtsgericht verurteilt Polen wegen Haft in CIA-Gefängnis“), sondern die Redaktion von Stern.de. Auch die „Süddeutsche“ hatte online aus dem „Menschenrechtsgericht“ zunächst ein „EU-Gericht“ gemacht, bemerkte den Fehler aber selbst.

Der mit Abstand, sagen wir: kreativste Beitrag kommt diesmal aber von der Online-Redaktion von Heute.de.


Im Text ist konsequent vom „EuGH“ die Rede. Das ist aber die Abkürzung des Europäischen Gerichtshofs. Der wäre dann auch, wie es – natürlich – in der Überschrift heißt: ein „EU-Gericht“. Er sitzt allerdings nicht, wie unter dem Bild behauptet, in Straßburg, sondern in Luxemburg. In Straßburg sitzt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (um den es ja auch tatsächlich geht), der wird aber eigentlich mit „EGMR“ abgekürzt. Und den

gibt es überhaupt nicht. Das ist in etwa so, als würde man vom „Bundesverfassungsgerichtshof“ sprechen.

Aber hey: Am Foto gibt’s nichts auszusetzen! Ist ja schon mal ein Anfang.

Mit Dank an levu.

Nachtrag, 30. Juli: Heute.de hat den Artikel unauffällig korrigiert. Stern.de nicht.

Ihr EUmel! (5)

Es ist ja nicht so, dass wir Spaß daran hätten, den gleichen Fehler immer und immer wieder aufzuschreiben.

Wir dachten gestern also, wir erledigen das unbürokratisch:

Vielleicht wollten die Leute von „Focus Online“ uns aber auch einfach zwingen, es wieder aufzuschreiben. Jedenfalls steht da immer noch:

Schutz des Eigentums verletztEU-Gerichtshof schränkt deutsches Jagdrecht ein. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einen Prozessmarathon über das deutsche Jagdrecht beendet. Ein Landbesitzer hatte Jagden auf seinem Grund geklagt. Jetzt haben Tausende Jäger das Nachsehen.

Und jetzt alle im Chor: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ist kein „EU-Gerichtshof“!

Mit Dank an Gerald.

WAZ  

Ihr EUmel! (4)

Manchmal werden wir gefragt, ob die ständige Auseinandersetzung mit anderer Leute Fehler nicht auch Auswirkungen auf die eigene geistige Gesundheit habe. Die Antwort lautet: leider ja.

So saß ich gestern mit ein paar Freunden in einem Café zusammen, das Gespräch kam auf den Relaunch der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ („WAZ“), die seit letzter Woche ein sechsspaltiges Layout hat, kein siebenspaltiges wie zuvor. Jemand griff nach einer ausliegenden „WAZ“ und blätterte sie eilig durch, um den Bochumer Lokalteil genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Gib mir noch mal den Mantel“, sagte ich, denn mir war, als hätte ich aus dem Augenwinkel für den Bruchteil einer Sekunde etwas gesehen, das nicht richtig sein konnte.

Und, fürwahr:

EU-Gericht verurteilt Türkei

Also, noch einmal für die Leute bei der (optisch wirklich ganz hübsch gewordenen) „WAZ“: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ist kein „EU-Gericht“!

Vielleicht brauche ich doch mal Urlaub!

Ihr EUmel! (3)

Den Unterschied zwischen Europäischer Union (EU) und Europarat haben wir schon ein paar Mal zu erklären versucht, wenn es um den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ging, der ein Organ des Europarats ist und kein „EU-Gericht“.

Die Staatengruppe des Europarats gegen Korruption (GRECO) hat gestern einen Bericht veröffentlicht, in dem sie bemängelt, dass die deutschen Regeln bei der Korruptionsbekämpfung und den Parteifinanzen noch weit von den europäischen Vorgaben entfernt sind.

Die Deutsche Presseagentur (dpa, wir werden diese ganzen Abkürzungen irgendwann abfragen) hat dazu gestern eine kleine Meldung veröffentlicht, die sie einigermaßen klar mit „Europarat kritisiert Berlin wegen Korruption und Parteifinanzen“ überschrieb.

n-tv.de hat diese Meldung gestern beinahe unbearbeitet übernommen. Die Redakteure haben zwei Wörter geändert, einmal „Geco“ statt „GRECO“ geschrieben und sich eine eigene Überschrift und einen Vorspann ausgedacht:

Mögliche Bestechung und Spenden: EU moniert Korruption in Berlin. 20 Empfehlungen gibt es vom Europarat zur Bekämpfung von Korruption. Deutschland ignoriert bislang mehr als drei Viertel davon, sagen die EU-Experten. Bestechlichkeit von Abgeordneten sei nur eingeschränkt strafbar, auch die Regelungen zur Parteienfinanzierung über Spenden seien "unzureichend".

Mit Dank an Alex B.

Nachtrag, 4. April: n-tv.de hat den Artikel überarbeitet.

Ihr EUmel! (2)

Als wir hörten, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) heute im Fall einer gekündigten Berliner Altenpflegerin entscheiden wird, wussten wir, es würde heute Arbeit geben. Denn: Zu viele Journalisten glauben immer noch, der EGMR hätte irgendetwas mit der Europäischen Union zu tun, was bekanntlich nicht der Fall ist.

Vorgelegt hatte bereits die „Berliner Morgenpost“, die in ihrer heutigen Ausgabe vor dem Urteil schreibt:

Auf EU-Ebene wird im Fall Heinisch entschieden, ob die Entlassung nicht doch ein Verstoß gegen das Recht auf Meinungsfreiheit ist.

Auf morgenpost.de ist dann auch noch die Überschrift falsch:

Pflegenotstand bei Vivantes: EU entscheidet über Entlassung von Altenpflegerin

Und nach dem Urteil ging es weiter:

Kritik an Vivantes: EU - Kündigung einer Altenpflegerin nicht rechtens

Ahnungslosigkeit auch mal wieder bei „Welt online“:

Gerichtsurteil - Schutz für "Whistleblower": Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern laut EU-Urteil nicht kündigen, wenn sie auf Missstände aufmerksam machen.

Mit Dank an Mark K., Philipp W. und Matthias B.

Nachtrag, 21.20 Uhr: „Welt online“ hat sich unauffällig korrigiert. morgenpost.de hat den eigenen Artikel korrigiert, den übernommenen Print-Artikel aber unangetastet gelassen.

Unterdessen gibt es zwei Neuzugänge im Wettbewerb „Deutschlands begriffsstutzigste Journalisten“zu vermelden.

Den „Westen“:

Urteil: EU-Gerichtshof stärkt Arbeitnehmer bei der Offenlegung von Missständen

Und den in dieser Sache traditionell ahnungslosen „Berliner Kurier“:

15.000 Euro Entschädigung erstritt Heinisch vorm EU-Gericht für Menschenrechte in Straßburg, erreichte für Arbeitnehmer ein wichtiges Urteil. Wer Missstände bei seinem Arbeitgeber öffentlich anprangert, darf nicht fristlos gefeuert werden. Das war in ihrem Fall passiert.

2. Nachtrag, 22. Juli: Und so berichtet die „B.Z.“ heute über den Fall:

dpa  etc.

Ihr EUmel!

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen: Am Besten, wir legen alle zusammen und lassen mehrere Quadratmeter große Schilder in Signalfarben anfertigen, auf denen in großen Lettern „DER EUROPÄISCHE GERICHTSHOF FÜR MENSCHENRECHTE (EGMR) IST KEIN EU-GERICHT!“ steht. Diese Schilder hängen wir dann in den Redaktionsräumen deutscher Medien, in den Journalistenschulen und – je nachdem, wie viel Geld zusammenkommt – vor den Badezimmerspiegeln aller Journalisten auf.

Das klingt zwar wie ein geisteskranker Plan, aber alle bisherigen Versuche, diese schlichte Information in Journalistenhirne zu prügeln, haben ja nichts gebracht:

Der dpa-Landesdienst Baden-Württemberg behauptete gestern gleich in drei Überschriften über eine Entscheidung des EGMR:

EU-Gerichtshof rügt Sicherungsverwahrung in Deutschland

Und er war damit nicht allein:

Menschenrechte: EU-Gerichtshof rügt Sicherungsverwahrung in Deutschland
(„Welt Online“)

EU-Gerichtshof fordert Freilassung von Triebtätern
(„RP Online“)

Urteil in Straßburg: Sicherungsverwahrung: EU-Gerichtshof rügt Deutschland
(badische-zeitung.de)

Klares Urteil: Vier Deutsche haben erfolgreich beim EU-Gerichtshof gegen ihre Sicherungsverwahrung geklagt.
(nwzonline.de)

FRAGE: Vor dem EU-Gerichtshof sind noch 40 Fälle über Sicherungsverwahrung anhängig. Berücksichtigt der EGMR die Reform, die am 1. Januar in Kraft getreten ist?
(nwzonline.de)

Rüge des EU-Gerichtshofs: Politiker will Urteil zur Sicherungsverwahrung ignorieren
(augsburger-allgemeine.de)

Straßburg : EU-Richter kritisieren deutsche Sicherungsverwahrung
(sr-online.de)

Erneut wurde der deutsche Weg jetzt von höchsten EU-Richtern gerügt. Vier Sextäter hatten geklagt, zwei aus Aachen. Mit Erfolg.
(express.de)

Wie begründet das der EU-Gerichtshof? „Die deutschen Gerichte hätten die Unterbringung der Strafgefangenen im Gefängnis zu Präventivzwecken nicht nachträglich anordnen dürfen.“

(„B.Z.“)

Mit Dank an Manuel.

Nachtrag, 20.02 Uhr: Folgendes veröffentlichte „Zeit Online“ um 18.26 Uhr:

EU-Urteil zur Sicherungsverwahrung Eine Ohrfeige für den Gesetzgeber

Mit Dank an Maximilian.

2. Nachtrag, 16. Januar: Von den oben verlinkten Medien haben die „Badische Zeitung“ und die „Zeit“ ihre Fehler korrigiert.

Interner EU-Unfall

Eine ernste Meldung in eigener Sache: Soeben mussten wir unseren Chefredakteur in ärztliche Behandlung bringen lassen.

Zuerst hörten wir aus seinem Büro nur ein langgezogenes „Neeeeeiiiiin!“, dann vernahmen wir einen dumpfen Schlag und ein „wahnsinnig“ zu nennendes Lachen, das langsam erstarb. Als wir sein Büro betraten, fanden wir ihn mit blutiger Stirn auf dem Fußboden vor, die Hände verkrampft. Seine Schreibtischplatte war in zwei Teile zerbrochen.

Auf seinem Computerbildschirm war noch dieser Artikel von sueddeutsche.de geöffnet:

EU-Grundsatzurteil zur Asylpolitik: Rüge für Griechenland und Belgien. Das EU-Menschenrechtsgericht hat gesprochen: Zwei Mitgliedsstaaten verstoßen mit ihrer Asylpolitik gegen das Verbot unmenschlicher Behandlung. Die Zustände in den griechischen Flüchtlingslagern sind so schlimm, dass Deutschland niemanden mehr dorthin zurückschickt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in einem Grundsatzurteil die Asylpolitik der EU scharf kritisiert.

Wir vermuten, dass Herrn Heinsers außergewöhnliche Reaktion etwas mit der wiederholten Verwechslung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) mit einem „EU-Gericht“ zu tun hat, und wünschen ihm auf diesem Wege eine baldige Genesung!

Mit Dank an David H.

Nachtrag, 18.15 Uhr: sueddeutsche.de hat reagiert und aus dem „EU-Grundsatzurteil“ in der Dachzeile ein „Grundsatzurteil“ gemacht.

Der erste Satz des Artikels lautet indes immer noch:

Das EU-Menschenrechtsgericht hat gesprochen

2. Nachtrag, 18.36 Uhr: Jetzt ist auch der erste Satz des Artikels korrigiert:

Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat gesprochen

6 zu den Oscars

Oscar 2007
(ankegroener.de)
1.29. Ich kann ProSieben nur mit ausgeschaltetem Ton ertragen. Fresse halten, Kleider zeigen. Ihr habt noch die ganze Nacht Zeit für eure albernen Einspieler.
2.22. Haha, Mark Wahlberg tut so, als wäre er ein Schauspieler. Dünn ist er geworden. Speaking of which: Zeit für das nächste Glas Sekt.
4.33. George Clooney, der Gary Grant immer ähnlicher sieht, verleiht Best supporting actress an Jennifer Hudson, die sogar noch überrascht tut. Aber ich glaube ihr das Geheule sogar. ?Look what God can do.? Ich stelle mir gerade vor, wie die Verlierer aus Deutschland sucht den Superstar den Deutschen Filmpreis kriegen. Jetzt rennt sie von der Bühne und beachtet Herrn Clooney gar nicht. Hello? Wake up, girl? Den Mann siehst du wahrscheinlich nie wieder.

Ellenlange Nacht ? live
(fernsehlexikon.de)
1.57 Uhr: Ich hatte Roger Whittaker anders in Erinnerung. Oh, halt, es ist Forest Whitaker.
2.14 Uhr: Der Typ, der Will Smith und Familie interviewt, sagt maschinengewehrartig ?Great, great, great, cool, cool, cool, great, cool, great, great, cool, great?, während seine Gesprächspartner sprechen. Das wäre selbst für Reinhold Beckmann noch eine Steigerung.
4.05 Uhr: Das Mikrofon wurde auf ungefähr einen Meter Höhe runtergefahren. Das kann doch eigentlich nur eins bedeuten? Aaaaaargh! Tatsächlich, da kommt Tom Cruise!

live: oscars 2007
(popkulturjunkie.de)
3.55 Uhr: Ist Nicholsons Kopf neuerdings von innen beleuchtet?
5.03 Uhr: Der alte Herr Morricone hat doch da bestimmt schmutzige Witze erzählt. Hat ja eh keiner verstanden. Oder sprechen De Niro, Scorsese und Co. noch italienisch?
6.03 Uhr: Die Liebste ist jetzt wach, hat heute Frühdienst und kommt dadurch noch in den Genuss, die drei letzten Kategorien zu sehen. Schicht-Schlafen heute bei uns.

Oscars 2007 live: Gewinner, Höhe- und Tiefpunkte
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
01.35 Uhr. Entschuldigung, aber wo hat man denn die Annemarie Warnkross hingestellt für ihre Aufsager? Irgendwo in der Pampa vor nem Busch. Spektakulär.
03.20 Uhr. Wenn drei Leute eine Dankesrede für den gleichen Preis halten wollen, hat man als Letzter wohl die Arschkarte gezogen – wenn die beiden anderen Kollegen so lange brauchen, dass die Musik schon einsetzt bevor man ein Wort sagen konnte.
05.23 Uhr. „Love you i do“ ist ein sehr bewegender Song. Zumindest bewegt sich bei Jennifer Hudson gerade Einiges im Ausschnitt ;-)

Live von der Oscar-Verleihung: Wir sind Oscar!
(spreeblick.de)
2.13 Uhr: Penélope Cruz hätte im Fall einer Ehe mit Tom Cruise Cruz-Cruise heißen können und hat wieder kleinere Brüste bekommen. Das war Method-Breasting für ?Volver?.
2.57 Uhr: Habe ich einen Granny-Trend verpasst? Alle sind scharf auf Helen Mirren.
5.36 Uhr: Ich bin immer überrascht, wenn ich die Ohren von Will Smith sehe. Mein Kopf schwirrt.

Oscars 2007 Live und in Farbe Gebloggt
(ohwhataworld.de)
1:45 Wow! Helen Mirren ist echt ne schicke alte Dame. Und sie spricht irgendwie immer noch wie die Queen. Das Weiß ihres Kleides scheint aber schon fließend in ihren Hautton überzugehen. Porzellan ist ja auch mein Stil.
4:50 Bei Clint Eastwood bin ich immer versucht einen Witz über Clintzüge zu machen. Mach ich aber nicht. Wär ja doof.
5:57 Ob ich ?ready? für die Oscars bin? OB ICH ?READY? BIN? Ich komm gleich mal über den Teich, du Eumel! Werdet doch endlich mal fertig.