Suchergebnisse für ‘Depublizieren’

Wulff, Fry, Schawinski

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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. Profi- und Laienjournalismus
(bundespraesident.de, Christian Wulff)
Der deutsche Bundespräsident spricht zur Eröffnung der neuen dpa-Zentralredaktion in Berlin: „Wer überprüft, verliert Zeit, aber die Häufung von Fehlern und Dementis untergräbt Vertrauen und macht den Profijournalismus dem Laienjournalismus dann doch zu ähnlich. Damit gefährdet man die eigene Existenz.“ Auch als Video (youtube.com, 11:08 Minuten).

2. „Hated By The Daily Mail“
(stephenfry.com, englisch)
Stephen Fry liest, was über ihn in der „Daily Mail“ geschrieben wird. Und schreibt einen längeren Text dazu. „Because I have a theological turn of mind, the people I feel most sorry for, and always have, are those who work for the paper. I have never met a Mail journalist whose first words weren’t an apology.“

3. Interview mit Roger Schawinski
(zeit.de, Elena Pelzer)
Für Roger Schawinski bedeutet Qualität in der Unterhaltung, „dass man Menschen nicht herabwürdigt, dass man keine Jurymitglieder einsetzt, mit dem Auftrag, die Kandidaten zu beleidigen. Dazu gehört auch, dass man Realität nicht vortäuscht oder Abläufe im Sinne der Scripted Reality vorarrangiert.“

4. „Mathias Döpfner und das Geschwätz von der ‚Gratiskultur‘ im Internet“
(andreasvongunten.com)
Andreas Von Gunten kann keine Gratiskultur im Internet entdecken. „Mir kommt es vor, als hätten gewisse Medienhäuser (nicht alle) bereits kapituliert vor der Herausforderung sich anzupassen, mit dem Wandel zu gehen und diesen für sich zu nutzen. Die letzte Möglichkeit besteht für diese Unternehmen offenbar nur noch darin, durch politischen Druck zu versuchen, das Rad zurück zu drehen und das offene Netz wieder zum verschwinden zu bringen.“

5. „Egyptian newspaper under fire over altered photo“
(bbc.co.uk, englisch)
Die staatliche ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ setzt Hosni Mubarak auf einem Foto an die Spitze verschiedener Staatschefs.

6. „De:publica 2010“
(137b.org, Marcel-André Casasola Merkle)
Ein sich depublizierender Beitrag. (Dazu auch ein Interview mit den Machern von depub.org.)

Integration, Rainald Goetz, Jon Stewart

6 vor 9

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1. „Das Thema Integration in den Medien“
(ndr.de, Video, 5:59 Minuten)
Migranten in den Medien kommen häufig nur entweder als Aufsteiger oder Integrationsverweigerer vor. Differenziertere Lagebeurteilungen gibt es, die finden aber, anders als zum Beispiel die Sarrazin-Debatte, im Fernsehen erst nach Mitternacht statt. Ein weiteres Problem ist nach Bernd Ulrich, dass die Journalisten in Deutschland zu bis zu 99 Prozent aus der deutschen Mittelschicht stammen.

2. Interview mit Rainald Goetz
(zeit.de, Christoph Amend)
Schriftsteller Rainald Goetz ist es egal, „was die Leser interessiert“. „(…) es geht um Wahrheit. Quote ist was für Loser.“

3. „Die Debattenkultur bei Zeit Online und Sueddeutsche.de – ein Vergleich“
(medialdigital.de, Ulrike Langer)
Ulrike Langer vergleicht sueddeutsche.de mit zeit.de: „Ich glaube, dass Zeitungen, die sich auf das Kuratieren von Nutzerinhalten verstehen und echte mit Leben gefüllte Communities auf ihrer eigenen Webseite und auf Social Media Plattformen bilden, langfristig im Netz auch wirtschaftlich erfolgreicher sein werden. Denn auch die Werbekunden und die IVW, die nicht mehr vorrangig Page Impressions ausweist, ticken inzwischen anders als noch vor ein, zwei Jahren. Sie wissen inzwischen: Engagierte Nutzer sind wertvoller als Klickvieh.“

4. „Kein Druck, kein Zwang – Wie liberal ist eine Leistungsschutz-Pauschalabgabe?“
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht hält es für vermessen, die von Mathias Döpfner in der NZZ propagierte Pauschalabgabe als liberal zu bezeichnen: „Vergütungsgesellschaften ersetzen vielmehr ein System freiheitlicher Preisfindung durch ein staatlich gestattetes Verwertungskonsortium aller Anbieter in einem Segment – nach staatlich beaufsichtigten Preisen.“

5. „America Is a Joke“
(nymag.com, Chris Smith, englisch)
Das Wochenmagazin „New York“ porträtiert Jon Stewart von „The Daily Show“.

6. „Freie Archive für informierte Bürger!“
(zeit.de, Kai Biermann)
Kai Biermann verteidigt die Macher des Portals depub.org, die das Archiv von tagesschau.de entgegen dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag online gestellt haben. Auch wenn das „rechtlich illegal“ sei, so sei es sachlich „zivile Courage“ und „im Sinne einer informierten Gesellschaft, also in unserem Sinne“.

Hombach, Kalttext, Volontäre

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1. „Magazine machen Leute“
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
„Fearne Cotton. Rebecca Gayheart. Brittany Snow. Adrienne Bailon. Amy Smart. January Jones. Lauter junge Damen, die diese Woche in den Magazinen Intouch und Life & Style (Nr.36/2010) auftauchen. Kennen Sie nicht? Ich auch nicht.“

2. „Bodos Tierleben“
(zeit.de, Stefan Willeke)
Unterwegs in Kanada mit Bodo Hombach, dem Geschäftsführer der Mediengruppe „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“: „Hombachs Leben ist wie ein Reißverschluss. Mal zog ihn die Politik nach oben, mal die Wirtschaft, anschließend die Politik und so weiter.“

3. „Das Löschen von Internet-Archiven“
(ndr.de, Video, 7:38 Minuten, Maik Gizinski)
Dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag wegen müssen die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Inhalte im Web nach einer bestimmten Zeitspanne wieder offline stellen. „Zapp“ berichtet über die konkreten Auswirkungen und befragt dazu Betroffene.

4. „Volontariat: Wenn der Ausgebildete eine Ausbildung sucht…“
(griess.wordpress.com, Andreas Grieß)
Andreas Grieß hält Abgänger von Journalistenschulen für voll ausgebildet und kann nicht verstehen, warum sie „auf die Schiene ‚Volo‘ gedrängt werden“: „Solche Leute brauchen kein Volontariat, sondern eine Festanstellung. Dass man das Volontariat damit erklärt, Leute in ein Unternehmen einarbeiten zu wollen, geht an der Sache vorbei. Dann müsste ja jeder, der z.B. die Zeitung wechselt, wieder als Volontär anfangen. Nein, dafür gibt es die Probezeit.“

5. „Deutsch – Redakteur/Redakteur – Deutsch“
(markheywinkel.de)
Mark Heywinkel übersetzt „Begriffe aus dem Redaktionsalltag“ wie „Phoner“, „Kalttext“ und „bartern“.

6. „Pocher narrt ‚Österreich'“
(kobuk.at, Hans Kirch​meyr)
Wen Oliver Pocher und Jörg Kachelmann küssen oder auch nicht.

Themenvorschläge, Vulgarisierung, Wikileaks

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1. „Kai Diekmanns Briefwechsel mit Zapp“
(ndr.de)
Seit April 2010 sendet „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann Themenvorschläge an die Redaktion des medienkritischen NDR-Magazins „Zapp“. Die Redaktion dokumentiert den Briefwechsel.

2. „Boulevard-Medien zur Loveparade“
(taz.de, Kirsten Reinhardt)
Kirsten Reinhardt glaubt, dass die „große Ironisierphase der neunziger Jahre, in denen es auch unter linken Intellektuellen eine Zeit lang als schick galt, die Bild-Zeitung ‚ironisch zu lesen'“, vorbei ist.

3. „Vom Volk bezahlte Verblödung“
(zeit.de, Jens Jessen)
Das Vulgäre ziehe ein in das öffentlich-rechtliche Fernsehen, schreibt Jens Jessen. Jene Sendungen hingegen, die Gebühren rechtfertigen, würden auf unpopuläre Sendeplätze gesetzt. „Das Fernsehen, weit davon entfernt, die Zuschauer auf die Höhen der bürgerlichen Bildung zu heben (wie eine berühmte Formulierung der deutschen Arbeiterbewegung lautete) oder ihnen auch nur die Chance auf Teilhabe zu eröffnen, konkurriert mit den billigsten Boulevardmedien um die niedrigsten Instinkte der dümmsten Bevölkerungsteile.“

4. „The Story Behind the Publication of WikiLeaks’s Afghanistan Logs“
(cjr.org, Clint Hendler, englisch)
Ein Hintergrundartikel über die Zusammenarbeit zwischen Wikileaks und den Medienmarken „New York Times“, „Guardian“ und „Spiegel“ bei den veröffentlichten Afghanistan-Protokollen (Afghan War Diary, 2004-2010, wikileaks.org).

5. Interview mit Julian Assange
(democracynow.org, Amy Goodman, englisch)
„Democracy Now!“ dokumentiert, was Barack Obama zu den Protokollen sagt und redet mit Julian Assange von Wikileaks, der nicht versteht, warum die „New York Times“ nicht auf Wikileaks verlinkt: „I mean, it is just ridiculous. The public can see that and Google it, if they want.“

6. „Archiv von Tagesschau.de zwischen 1999-2010“
(netzpolitik.org, markus)
Netzpolitik.org weist darauf hin, dass auf „The Pirate Bay“ eine Torrent-Datei mit dem „Archiv von Tagesschau.de im XML-Format aus den vergangenen elf Jahren von 1999 – 2010“ geteilt wird. Siehe dazu auch „Depublizieren: Die Leere hinter dem Link“ (faz.net, 19. Juli 2010).