Suchergebnisse für ‘CDU’

Lieber “unter eins” als “unter drei”, Päpstlicher Dank, Kein Kokain

1. “Unter drei” ist ein Demokratieproblem
(journalist.de, Jost Müller-Neuhof)
Jost Müller-Neuhof kritisiert die gängige Praxis vertraulicher Hintergrundgespräche (“unter drei”) zwischen Journalistinnen und Journalisten auf der einen Seite und Regierungsstellen auf der anderen. Dieses Vorgehen untergrabe die Transparenz und beschädige den demokratischen Auftrag der Medien. So entstehe ein intransparentes Zusammenspiel von Staat und Medien. Müller-Neuhofs Fazit: “Die Medien können sich nur selbst schützen: indem sie, statt vertraulich mit Behörden zu kooperieren, die rechtlich vorgesehenen Wege beschreiten, um an Informationen aus der Exekutive zu gelangen und sie dann auch als solche öffentlich – ‘unter eins’ – zu benennen.”

2. Papst dankt Medienleuten – “Nein zum Krieg der Worte und Bilder”
(katholisch.de)
Papst Leo XIV. habe sich bei seiner ersten Audienz bei Medienschaffenden für deren Einsatz für Wahrheit, Frieden und Menschenrechte bedankt und den Schutz von Presse- und Meinungsfreiheit angemahnt. Er habe dazu aufgerufen, “Nein zum Krieg der Worte und Bilder” zu sagen und eine respektvolle, wahrhaftige Kommunikation zu fördern. Der Deutsche Journalisten-Verband begrüße die klaren Worte des Papstes als wichtiges Signal im Kampf gegen Desinformation, Hass und Einschränkungen der Pressefreiheit.

3. Video mit Merz, Macron und Starmer sorgt für Aufregung
(tagesschau.de, Pascal Siggelkow)
Wie beim ARD-“Faktenfinder” zu lesen ist, sorgt ein Video der europäischen Regierungschefs Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer auf deren Weg nach Kiew für Aufregung. Verschwörungsideologen behaupten, darin Kokainkonsum erkennen zu können. Belege dafür gebe es jedoch keine. Laut französischer Regierung und CDU handele es sich bei dem erkennbaren weißen Gegenstand lediglich um ein Taschentuch, was auch andere Aufnahmen bestätigen. Die Vorwürfe seien Teil einer bekannten prorussischen Desinformationskampagne, die westliche Politikerinnen und Politiker sowie den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj diskreditieren solle.

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4. Manipulative Narrative erkennen – Zwei Perspektiven auf Desinformation in Europa
(de.ejo-online.eu, Merle Van Berkum)
Timo Lenk und Martin Lestra analysieren in ihrem Gespräch mit Merle Van Berkum, wie manipulative Desinformationsnarrative gezielt Ängste schüren, Polarisierung fördern und über digitale Plattformen besonders effektiv verbreitet werden. Beide betonen: Nur durch gemeinsame Anstrengungen von Forschung, Journalismus, Zivilgesellschaft und Politik lässt sich die demokratische Widerstandskraft gegen Informationsmanipulation wirksam stärken.

5. Vernetzte Frauen im Journalismus
(verdi.de, Claudia Krieg)
Claudia Krieg beschreibt, wie wichtig Netzwerke wie der Journalistinnenbund (JB) für die Sichtbarkeit, Gleichstellung und Solidarität von Frauen im Journalismus seien. Der JB engagiere sich seit 1987 für mehr Frauen in Führungspositionen und eine gendersensible Berichterstattung. Er biete unter anderem Mentoringprogramme und Auszeichnungen an. Angesichts rückläufiger Frauenanteile in Redaktionen und zunehmender gesellschaftlicher Spannungen mahne die JB-Vorsitzende Friederike Sittler mehr Zusammenhalt unter Journalistinnen an.

6. Neue Show für Raab: RTL beendet “Du gewinnst hier nicht die Million”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath berichtet, dass RTL die von Stefan Raab entwickelte Show “Du gewinnst hier nicht die Million” nach der Sommerpause nicht fortsetzen werde. Die Einschaltquoten im linearen TV seien zu schwach gewesen. Stattdessen wolle der Sender ab Herbst in Zusammenarbeit mit Raab ein neues wöchentliches Format mit klarerer Trennung von Comedy und Gameshow entwickeln. Trotz des Scheiterns halte RTL-Content-Chefin Inga Leschek an der Kooperation mit Stefan Raab fest und sehe sie weiterhin als “smartesten Deal” ihrer Karriere.

Willkommen im Mainstream, Quoten über alles?, Falsche Fährte

1. Willkommen im Mainstream
(youtube.com, Jan Böhmermann, Video: 21:15 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe des “ZDF Magazin Royale” decken Jan Böhmermann und seine Redaktion auf, wie sich rechtsextreme Inhalte und Ideologien über vermeintlich harmlose YouTube-Kanäle (zum Beispiel zu Finanzen oder Patriotismus) in den Mainstream einschleichen und massiv zur Onlineverbreitung und Normalisierung der AfD beitragen. Es geht dabei auch um die Rolle des YouTube-Mutterkonzerns Google, der eine publizistische Mitverantwortung am Erstarken rechtsextremer Kräfte trage.

2. Quoten über alles?
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Nach der Einstufung der AfD als “gesichert rechtsextremistisch” fordert Ann-Kathrin Leclère in ihrem Kommentar ein Umdenken bei den öffentlich-rechtlichen Sendern: “Talkshows sind keine Pflichtveranstaltungen. Sie sind Teil politischer Öffentlichkeit – gestaltet von Redaktionen, von ­konkreten Personen, die Verantwortung tragen. Deshalb: Es reicht beim nächsten Mal vielleicht, die Statements der Weidels und Chrupallas vor der Sendung aufzuzeichnen und jeder Frage voranzustellen: Was sagen Sie als Mitglied einer ‘gesichert rechtsextremistischen’ Partei zu …?”

3. Wie gelingt Journalismus mit kühlem Kopf?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 23:19 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die oft gestellte Frage, wie eine kritische und objektive Berichterstattung in Krisenzeiten aussehen sollte, vor allem wenn es um den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine geht. DLF-Moderator Stephan Beuting diskutiert mit Korrespondentin Gesine Dornblüth und dem Politikwissenschaftler Klaus Schlichte über den Vorwurf, “dass nicht nur die Situation Angst macht, sondern auch die Art und Weise, wie wir darüber berichten.”

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4. “Liebe ARD…!” Ein versöhnlicher Brief zum 75. Geburtstag
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm gratuliert der ARD mit einem kritischen und zugleich versöhnlichen Brief zum 75. Geburtstag: Er benennt die Skandale, Schwächen und Reformstaus der vergangenen Jahre und erinnert zugleich an die gesellschaftliche Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als unabhängige, nicht-kommerzielle Institution. Trotz ihrer Defizite sei die ARD ein wertvolles Modell solidarischer Medienversorgung, das es zu schützen und zu erneuern gelte.

5. Einblick oder Teil der Inszenierung? Die falsche Fährte von “Inside CDU”
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader kritisiert, dass die ZDF-Dokuserie “Inside CDU” trotz filmischer Hochglanzinszenierung keine echten Einblicke in die inneren Dynamiken der Partei biete, sondern überwiegend kontrollierte und banale Szenen zeige. Die versprochene Nähe zur Macht entpuppe sich als sorgfältig kuratierte Außendarstellung, die eher PR als kritische Dokumentation sei: “‘Alongside CDU’ wäre der ehrlichere Titel gewesen. Denn trotz aller kinoaffinen Brillanz bleibt die Kamera stets draußen, wenn die wirklich spannenden Geschichten beginnen.”

6. Mexiko verklagt Google wegen »Golf von Amerika«
(spiegel.de)
Mexiko habe Google verklagt, weil bei Google Maps der gesamte Golf von Mexiko als “Golf von Amerika” bezeichnet werde – ein Name, der ursprünglich nur für das US-Küstenmeer gedacht war. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum werfe Google vor, damit sogar über ein entsprechendes Dekret von Donald Trump hinauszugehen. Ihr Land fordere die Rückkehr zur historischen Bezeichnung für die nicht-amerikanischen Küstenabschnitte des Gewässers, das auch an Mexiko und Kuba grenzt.

Forderungsjournalismus, Trumps Angriffe, Verpflichtendes Privileg

1. Der Forderungsjournalismus muss sterben!
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Arne Semsrott kritisiert, dass Medien durch die unkritische Verbreitung politischer Forderungen, insbesondere von CDU-Politiker Jens Spahn, Populismus und menschenfeindlichen Aussagen eine Bühne gäben. Semsrott plädiert für ein Ende dieses “Forderungsjournalismus”, denn Forderungen allein seien noch keine Nachrichten und müssten immer kritisch eingeordnet werden. Nur so könnten Redaktionen ihrer Verantwortung gerecht werden und zur Qualität des politischen Diskurses beitragen.

2. Desinformation aus dem Weißen Haus
(reporter-ohne-grenzen.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Streichung der Gelder für die öffentlichen Sender NPR und PBS angeordnet und gleichzeitig eine staatliche Website gestartet, die positive Nachrichten über ihn verbreiten soll. Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisiert dieses Vorgehen scharf als Desinformation und Propaganda und fordert den US-Kongress auf, die Finanzierung des öffentlichen Rundfunks zu verteidigen sowie Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit zurückzuweisen.
Weiterer Lesetipp: Wikipedia: Der US-Angriff auf das freie Wissen hat begonnen: Der Trump-nahe Staatsanwalt Ed Martin greife Wikipedia an, indem er die Gemeinnützigkeit der Plattform infrage stelle und ihr angebliche Propaganda und ausländische Einflussnahme vorwerfe. Dieser Angriff reihe sich in eine breitere Kampagne aus dem Umfeld von Donald Trump und Elon Musk gegen Wikipedia ein, die die Plattform als vermeintlich linksradikal kritisieren und finanziell unter Druck setzen wollen. Der drohende Verlust der Steuerbefreiung könnte die freie Enzyklopädie wirtschaftlich gefährden. (rnd.de, Matthias Schwarzer)
Und noch ein weiterer Lesetipp: Trump plant 100 Prozent Zoll für im Ausland produzierte Filme: Der US-Präsident plane, Filme, die außerhalb der USA produziert und importiert werden, mit einem Zoll von 100 Prozent zu belegen, um US-amerikanische Produktionen zu schützen. Die praktische Umsetzung dieses Zolls sei jedoch völlig unklar, da Filme als geistiges Eigentum schwer mit einem Zoll zu belegen seien und häufig international koproduziert würden. (dwdl.de, Alexander Krei)

3. “Nicht jedes Programm muss jedem Zuschauer schmecken”
(journalist.de, Jan Freitag)
Beim “journalist” hat Jan Freitag mit ZDF-Intendant Norbert Himmler über die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Zukunft gesprochen. Dabei ging es vor allem um politische Angriffe von rechts, Herausforderungen durch Digitalisierung und Diversität sowie notwendige Einsparungen beim ZDF. Himmler verteidigt die Rolle seines Senders und betont, dass das Programm nicht jedem gefallen müsse, aber weiterhin gesellschaftlich relevant und vielfältig sein soll.

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4. Ein Privileg, das verpflichtet
(epd.de, Stephan Schmitter)
RTL-Chef Stephan Schmitter gratuliert in seinem Artikel der ARD zum 75-jährigen Bestehen. Und natürlich nutzt er die Gelegenheit für allerlei Gedanken über den öffentlich-rechtlichen Mitbewerber. Schmitter betont die Bedeutung klarer Rollenverteilung, gegenseitiger Kooperation, insbesondere bei Sportrechten und digitalen Innovationen, und mahnt die öffentlich-rechtlichen Sender, sich stärker auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren. Er sieht das duale System als notwendigen Gegenpol zu globalen Plattformen und fordert mehr Offenheit und gemeinsame Strategien von beiden Seiten.

5. Werben für die Truppe
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng kritisiert in der “taz”, dass die Bundeswehr ihre Präsenz in den Sozialen Medien verstärkt habe und indirekt über private Influencer wie Josh Krebs (“Cinematic Sergeant”) und Ottogerd Karasch (“Otto Bulletproof”) für sich werbe. Er wirft der Bundeswehr vor, durch romantisierte Darstellungen ein verzerrt positives Bild vom Militärdienst zu vermitteln, das die Realität von Kriegseinsätzen und Probleme wie rechtsextreme Tendenzen ausblende. Seng fordert mehr Transparenz und eine kritischere Ausein­andersetzung mit der realen Situation in der Armee.

6. Guildo Horn: “Der ESC ist nicht mehr mein Wettbewerb”
(rnd.de, Imre Grimm)
Guildo Horn spricht im Interview mit Imre Grimm über seine persönliche und künstlerische Prägung durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und kritisiert eine schwindende gesellschaftliche Solidarität und eine zunehmende Diskriminierung ihnen gegenüber. Enttäuscht zeigt er sich auch über den Eurovision Song Contest (ESC), der ihm mittlerweile zu überladen und kommerziell geworden sei. Horn betont, dass er nach wie vor handgemachte Musik schätze und sich besonders für Inklusion und sozialen Zusammenhalt einsetze.
Weiterer Hörtipp: Was ein ESC-Fanblog etablierten Medien voraushat: “Die deutsche Website ‘ESC Kompakt’ begleitet den ESC seit 2019 mit Blogartikeln, Vodcasts und Live-Events, oft präziser und schneller als jedes etablierte Medium. ‘ESC Kompakt’-Chefredakteur Benjamin Hertlein erklärt Host Alexander Matzkeit in dieser Folge, wie das funktioniert, und warum sich die Fan-Expert:innen für die Zukunft des ESC gleichzeitig mehr Kontinuität und weniger Althergebrachtes wünschen.” (laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 24:43 Minuten)

Springers Narrative, Aus Angst gemieden, Repressives Vorgehen

1. Alte Feindbilder – neue, autokratische Freunde
(journalist.de, Michael Kraske)
Michael Kraske kritisiert den Axel-Springer-Verlag scharf für dessen Übernahme rechter Narrative, die Verharmlosung der AfD und die Diskreditierung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich für die Demokratie einsetzen. Kraske zeigt auf, wie Springer-Medien wie “Bild” und “Welt” im Einklang mit CDU/CSU und rechten Einflussnehmern agieren, um legitimen Protest und Demokratieförderung als linke Verschwörung darzustellen. Sein Hinweis in Richtung Springer-Medien: “Wer all jene, die demokratische Brandmauern zu Demokratiefeinden verteidigen, journalistisch an den Pranger stellt, aber sich mit denjenigen gemein macht, die sie niederreißen wollen, sollte sich dringend an die eigenen ‘Essentials’ erinnern – oder sich ehrlicherweise von ihnen verabschieden.”

2. Lokaljournalismus unter Druck: Sicherheitsempfinden und Bedrohungserfahrungen von Lokaljournalist:innen in Sachsen und Thüringen
(ecpmf.eu)
Eine gemeinsame Studie des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger und des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit zum Lokaljournalismus in Sachsen und Thüringen (PDF) zeige, dass Journalistinnen und Journalisten dort zunehmend Bedrohungen und Einschüchterungen durch extrem rechte und verschwörungsideologische Akteure ausgesetzt seien, sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. Diese angespannte Lage führe teilweise dazu, dass bestimmte Themen aus Angst vor Konsequenzen gemieden würden.

3. RSF verurteilt Vorgehen gegen Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt das zunehmend repressive Vorgehen der türkischen Regierung gegen Medienschaffende, das inzwischen auch ausländische Journalistinnen und Journalisten wie den inhaftierten Schweden Joakim Medin und den ausgewiesenen Briten Mark Lowen betreffe. Medin werde wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung und Terrorunterstützung festgehalten, ein Vorwurf, der laut RSF häufig zur Einschüchterung kritischer Stimmen benutzt werde. Insgesamt beobachte die Organisation eine systematische Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei, die sich in Verhaftungen, Zensur und willkürlichen Strafen zeige.

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4. ZDF-Fernsehratsvorsitzende kritisiert Otto Brenner Stiftung
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Otto Brenner Stiftung kritisierte in einer Studie einen zu großen Einfluss der Politik in den Aufsichtsgremien von ARD und ZDF. Sie wertete dabei Parteizugehörigkeit als Kriterium für “politischen Einfluss” und Staatsnähe. Die Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats, CSU-Politikerin Gerda Hasselfeldt, weise diese Darstellung zurück und betone, dass eine Parteimitgliedschaft demokratisches Engagement zeige, aber nicht automatisch politische Abhängigkeit bedeute.

5. Wozu noch eine gedruckte Zeitung?
(infosperber.ch, Marco Diener)
Marco Diener schreibt, dass mehrere große Schweizer Tageszeitungen der Verlage Tamedia und Somedia in ihren Printausgaben von gestern nicht über die wichtigen Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump berichtet hätten. Offenbar fand die Trump-Rede für jene Printredaktionen zu spät statt. Auf den Titelseiten hätten andere Themen Platz gefunden: “Die Basler Zeitung macht Wirbel, weil «der neue ‹Globus› die Martinskirche» verdecken wird. Der «Bund» fragt, «wie sexueller Konsens geht». Die «Südostschweiz» kündigt einen Podcast im Hinblick auf das Eidgenössische Schwingfest in fünf Monaten an. Und der «Tages-Anzeiger» präsentiert uns einen Knüller über «Infantile Amnesie» unter dem Titel: «Kleinkinder können sich noch an nichts erinnern.»”

6. Unter Druck
(taz.de, Sean-Elias Ansa)
In einer “taz”-“Nachtreportage” begleitet Sean-Elias Ansa die letzte Etappe des werktäglichen Drucks der “taz” und zeigt eindrucksvoll, wie Drucker, Spediteure und Zusteller nachts dafür sorgen, dass morgens eine Zeitung im Briefkasten beziehungsweise am Kiosk liegt. Mit dem Projekt “Seitenwende” stelle die “taz” den werktäglichen Druck ein und setze auf digitale Formate, was nicht nur den Medienwandel markiere, sondern auch spürbare Folgen für die beteiligten Arbeitskräfte habe. Die Reportage ist eine stille Hommage an all jene, die unter zum Teil schwierigen Bedingungen im Hintergrund arbeiten – und deren Arbeitsplätze zunehmend verschwinden.

Erdrosselnde Printkosten, 75 Jahre ARD, Informationsfreiheit

1. “Die Kosten für das Printprodukt werden uns erdrosseln”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Im Interview mit dem “journalist” spricht Benjamin Piel, Chefredakteur des “Weser-Kuriers”, über die Herausforderungen und die Zukunft des Lokaljournalismus, insbesondere angesichts steigender Produktionskosten, des demografischen Wandels und der Notwendigkeit der digitalen Transformation. Piel betont die Bedeutung der journalistischen Nähe zu den Menschen vor Ort und fordert mehr Vielfalt in den Redaktionen. Die Konzentration auf Kerninhalte, digitale Formate und eine klare Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz sowie Social Media seien entscheidende Zukunftsstrategien.

2. Die Informationsfreiheit zwischen den Rädern der Koalition
(turi2.de, Jana Ballweber)
Jana Ballweber kritisiert in ihrer Kolumne scharf den Plan der Union, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) abzuschaffen, und wirft CDU-Politiker Philipp Amthor vor, mit seiner Rhetorik Misstrauen gegenüber Medien, Zivilgesellschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu säen. Auch bei der SPD sieht Ballweber wenig Hoffnung, das Gesetz entschlossen zu verteidigen. Sie warnt davor, dass eine sogenannte “Harmonisierung” mit Ländern ohne IFG eine massive Verschlechterung bedeute, mit verheerenden Folgen für den investigativen Journalismus und die demokratische Kontrolle staatlichen Handelns.

3. Mundtot geklagt
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Ann-Kathrin Leclère erklärt, wie sogenannte SLAPP-Klagen gezielt eingesetzt würden, um Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivistinnen und Aktivisten einzuschüchtern und kritische Berichterstattung zu verhindern, oft durch finanzielle und psychische Belastung. Die EU habe 2024 eine Richtlinie zum Schutz vor solchen Einschüchterungsklagen erlassen, die jedoch nur für grenzüberschreitende Fälle gelte und noch nicht überall konsequent umgesetzt werde.

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4. 75 Jahre. Fürs Erste! – Die ARD-Story mit Susanne Daubner
(ardmediathek.de, Frank Diederichs, Video: 58:59 Minuten)
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der ARD blickt “Tagesschau”-Sprecherin und Moderatorin Susanne Daubner in einer Jubiläumsdokumentation auf die Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland zurück. Es sei “ein Wiedersehen mit großen Stars, Fernsehmomenten für die Ewigkeit und journalistischen Highlights”.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat seinen Platz. Doch er muss ihn neu definieren. Weniger Verwaltung, mehr Relevanz. Weniger Besitzstandswahrung, mehr Mut. Weniger ‘So war es immer’, mehr ‘So muss es werden’.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:34 Minuten)

5. Virtuelle Realität im Journalismus: Zwischen technologischer Innovation und ethischen Fragen
(de.ejo-online.eu, Alina Bähr)
Aynur Sarısakaloğlu von der TU Ilmenau und Irina Böttcher von der Universität der Bundeswehr München geben in ihrem Fachartikel “Virtuelle Realität und Journalismus” einen Überblick über die “Anwendung, Potenziale und Risiken von virtueller Realität im Journalismus” und zeigen “theoretische Anknüpfungspunkte sowie ethische Herausforderungen für den immersiven Journalismus” auf. Alina Bähr hat die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

6. Faktencheck: Echt oder fake – erkennst Du den Unterschied?
(dw.com, Rachel Baig & Björn Kietzmann)
Die Deutsche Welle hat ein bebildertes “Faktencheck-Quiz” online gestellt: “Willkommen zum Quiz ‘echt oder fake?’: Hier kannst Du Deine Fähigkeiten als Faktenchecker testen. Wir zeigen Dir eine Reihe von unterschiedlichen Bildern und Du musst herausfinden, welche davon echt sind und welche manipuliert wurden oder komplett KI-generiert sind.”

Zurück in die Ver­gan­gen­heit, Leiden für Metas Profit, Pop-Faschismus

1. Koalition muss unabhängige Medien weltweit stärken
(reporter-ohne-grenzen.de)
Mehrere deutsche Medienorganisationen, darunter Reporter ohne Grenzen, fordern von der künftigen Bundesregierung eine stärkere finanzielle Unterstützung unabhängiger Medien und Exilmedien weltweit, insbesondere in Osteuropa und Asien. Hintergrund sind dramatische Finanzierungslücken durch den Rückzug der USA aus der Medienförderung, die viele Redaktionen in autoritär regierten Ländern in ihrer Existenz bedrohen würden.

2. Zurück in die Ver­gan­gen­heit mit Phi­lipp Amthor
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann kritisiert scharf den Vorstoß der CDU unter Philipp Amthor, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) abzuschaffen oder “neu zu justieren”. Ein solcher Schritt bedeute faktisch eine Einschränkung von Bürgerrechten. Amthors Argumentation sei widersprüchlich und unglaubwürdig, zumal er selbst durch eine IFG-Anfrage zu seiner Lobbyarbeit in Bedrängnis geraten sei.

3. Externe Berater sollen das Image retten
(taz.de, Amelie Sittenauer)
Der RBB stecke nach wie vor in einer Image- und Finanzkrise und habe deshalb externe Berater engagiert, um den digitalen Wandel und die Kommunikation zu begleiten – darunter einen “Change Manager”, dessen Honorar hochgerechnet sogar das Gehalt der Intendantin übersteige. Gleichzeitig müsse der öffentlich-rechtliche Sender rund 250 Stellen abbauen und 22 Millionen Euro einsparen, um zahlungsfähig zu bleiben.

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4. “Viele Menschen haben für Metas Profit gelitten”
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Im Interview mit netzpolitik.org spricht die kenianische Anwältin Mercy Mutemi über ihre strategischen Klagen gegen Tech-Konzerne wie Meta und TikTok, die Content-Moderation und KI-Datenarbeit unter ausbeuterischen Bedingungen in afrikanische Länder auslagern würden. Mutemi kritisiert insbesondere die psychisch belastenden Arbeitsbedingungen, die fehlende soziale Absicherung und die Tatsache, dass die Gewinne ins Ausland fließen, während die lokale Bevölkerung kaum davon profitiere.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 243
(netzwerkrecherche.org, Christian Deker)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Christian Deker über die zurückliegende zweitägige Konferenz “Junge Recherche”. Außerdem gibt es den gewohnt lesenswerten Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Wie der Faschismus Einzug in die Popkultur hält
(belltower.news, Annika Brockschmidt)
Annika Brockschmidt analysiert, wie sich prominente Persönlichkeiten wie Kim Kardashian, Gwen Stefani und verschiedene Influencerinnen zunehmend offen mit der US-amerikanischen Rechten und MAGA-Ästhetik identifizieren. Brockschmidt zeigt, wie kulturelle Aneignung, Ästhetik-Trends und Social-Media-Strategien mit rechtsextremer Symbolik, faschistoider Rhetorik und politischem Kalkül verbunden werden – oft zum Zweck der Selbstdarstellung und Profitmaximierung.

Ein letzter Schuss, Breiter Aufschrei, Was im Medien-Bereich geplant ist

1. Ein letzter Schuss – dann stoppt die Aufnahme
(zeit.de, Nicolás Pablo Grone & Luisa Hommerich & Suha Ma‘ayeh & Yassin Musharbash)
In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Journalistenkonsortium “Forbidden Stories” und zehn weiteren internationalen Medienpartnern rekonstruiert die “Zeit” den Angriff auf den palästinensischen Journalisten Fadi al-Wahidi, der im Gaza-Krieg schwer verletzt wurde – trotz Presseweste und in einem Gebiet ohne Evakuierungswarnung. Die Recherche lege nahe, dass al-Wahidi möglicherweise gezielt oder fahrlässig von der israelischen Armee getroffen wurde. Der Fall stehe exemplarisch für die enorme Gefahr, der lokale Journalisten in Gaza ausgesetzt sind, und werfe ernste Fragen zur Pressefreiheit und zum Schutz von Zivilistinnen und Zivilisten in bewaffneten Konflikten auf.

2. Breiter Aufschrei für Erhalt der Informationsfreiheit
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck & Markus Reuter)
Laut einem geleakten Papier aus den Verhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD plane die Union, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) in seiner jetzigen Form abzuschaffen. Das stoße auf breite Kritik von Medienschaffenden, NGOs und Aufsichtsbehörden, darunter Gewerkschaften, Reporter ohne Grenzen, Netzwerk Recherche, “Correctiv”, “LobbyControl”, Abgeordnetenwatch.de und viele andere. Sebastian Meineck und Markus Reuter haben die Reaktionen zusammengefasst, die eine beeindruckend einhellige Ablehnung der Pläne zur Abschaffung der Einsicht in amtliche Dokumente zeigen.
Dazu auch: CDU-Politiker Philipp Amthor, der für die Union die Verhandlungen zum IFG führte, spricht von einer “Märchenstunde”. Laut Amthor wolle man das Gesetz nicht ersatzlos abschaffen, es gehe lediglich um eine Novellierung.

3. Koalitionsverhandlungen: Was im Medien-Bereich geplant ist
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet, dass CDU/CSU und SPD in den Koalitionsverhandlungen zahlreiche medienpolitische Vorhaben planen, darunter eine Reform der Filmförderung, die Senkung der Mehrwertsteuer für Presseerzeugnisse auf 0 Prozent und Maßnahmen gegen Desinformation in Sozialen Medien. Vorgesehen seien auch eine erleichterte Zusammenarbeit von Medienunternehmen sowie ein besserer Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Die Finanzierung vieler dieser Vorhaben bleibe jedoch unklar.

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4. Türkei Proteste: Kritische Berichte unterdrückt
(youtube.com, Daniel Bröckerhoff, Video: 2:59 Minuten)
In einem kurzen Video für das NDR-Medienmagazin “Zapp” thematisiert Daniel Bröckerhoff, wie die türkische Regierung auf die Proteste gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu mit harter Repression reagiert, darunter Gewalt gegen Demonstranten, Verhaftungen prominenter Medienschaffender und massive Einschränkungen der Pressefreiheit. Medien und Soziale Netzwerke würden zensiert, Reporter kriminalisiert und Mobilfunknetze blockiert, um die Berichterstattung zu unterdrücken.

5. Queere Repräsentation in afrikanischen Nachrichtenmedien: Zwischen Kriminalisierung und Sichtbarkeit
(de.ejo-online.eu, Kemiso Wessie)
Wie Kemiso Wessie berichtet, sähen sich queere Menschen in vielen afrikanischen Ländern in Medien weiterhin mit Ausgrenzung, Zensur und homophoben Narrativen konfrontiert, was durch rechtliche Kriminalisierung und staatlich kontrollierte Berichterstattung verstärkt werde. Ein Ausweg seien die digitalen Plattformen: “Die zunehmende Nutzung digitaler Medien wie TikTok, Instagram oder Podcast-Plattformen bietet neue Möglichkeiten des Ausdrucks. Diese Räume werden für LGBTQ+-Gemeinschaften immer wichtiger, auch, weil sie oft die Gatekeeper der traditionellen Medien umgehen.”

6. Plüsch und Selbsthilfe
(taz.de, Amelie Sittenauer)
Amelie Sittenauer beschreibt in der “taz”, wie Meme-Accounts wie “Softcore Trauma” auf Instagram Themen wie Traumabewältigung mit plüschiger Ästhetik, popkulturellen Figuren und Selbsthilfeansätzen verbinden und damit viele Menschen erreichen. Dabei sieht Sittenauer sowohl problematische Aspekte wie eine Kommerzialisierung und eine inflationäre Verwendung des Traumabegriffs, als auch positive Funktionen dieser Communities als digitale Selbsthilfegruppen mit unterstützender Wirkung.

Angriff auf die Informationsfreiheit, Datenretter, Hilfe bei Krisen

1. Union will Informationsfreiheitsgesetz abschaffen
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
“In den Koalitionsverhandlungen drängen CDU und CSU darauf, das Recht auf staatliche Informationen abzuschaffen. Angetrieben wird das Vorhaben von Philipp Amthor – der wegen seiner umstrittenen Nebentätigkeiten bei Augustus Intelligence selbst unter IFG-Anfragen zu leiden hatte.” Arne Semsrott erläutert den geplanten “Frontalangriff auf die Informationsfreiheit”, der auch Auswirkungen auf die journalistische Arbeit hätte.
Weiterer Lesehinweis: Auch beim Netzwerk Recherche ist man besorgt: “Wer die Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes fordert, ohne eine andere Transparenzregel an seine Stelle treten zu lassen, fürchtet sich offensichtlich vor mehr Offenheit und Bürgernähe. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen den staatlichen Institutionen misstrauen, ist es ein gefährlicher Irrweg, demokratische Rechte beschneiden zu wollen und den Weg der Abschottung zu gehen”. (netzwerkrecherche.org)

2. Richter stoppt Schließung von Radio Free Europe
(faz.net)
Ein US-Bundesrichter habe die Schließung von “Radio Free Europe” vorerst gestoppt und angeordnet, dass die zuständige Behörde den Sender weiter finanzieren muss – auch wenn US-Präsident Donald Trump die Mittel streichen wollte. Der 1950 gegründete Sender, der wöchentlich rund 50 Millionen Menschen in autoritär regierten Staaten erreiche, begrüßt die Entscheidung: “Dieses Urteil ist eine weitere deutliche Botschaft an unsere Journalisten in aller Welt: Ihr Auftrag, wie er vom Kongress festgelegt wurde, ist würdig und wertvoll und sollte fortgesetzt werden”. Juristisch ausgestanden sei die Sache für “Radio Free Europe” jedoch noch nicht, der Rechtsstreit gehe weiter.

3. Diese Menschen retten Daten vor der Trump-Zensur
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck hat sich mit dem “digitalen Historiker” Sebastian Majstorovic über dessen Arbeit beim “Data Rescue Project” unterhalten. Dort sichert Majstorovic gemeinsam mit Hunderten von Freiwilligen gefährdete öffentliche US-Daten, die unter der zweiten Trump-Administration gelöscht werden sollen: “Da kommen Leute aus Elon Musks DOGE-Abteilung, die sich nicht dafür interessieren, welche Funktionen eine Behörde erfüllt. Sie haben eine Liste mit verbotenen Wörtern, darunter Begriffe wie ‘schwul’, ‘Frau’ oder ‘kulturelles Erbe’. Und sie löschen rücksichtslos Inhalte, in denen diese Wörter auftauchen. Sie haben gelöscht, dass der Schwarze US-General Charles Calvin Rogers mit der ‘Medal of Honor’ geehrt wurde. Sie haben auch medizinisches Wissen gelöscht, das Ärzt*innen für laufende Behandlungen von Patient*innen brauchen.” Majstorovic betrachtet die Löschaktionen als eine Form der “digitalen Bücherverbrennung”. Er warnt vor “technofaschistischen” Tendenzen und ruft dazu auf, auch in Europa Strategien zur digitalen Datensicherung zu entwickeln.

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4. So setzt sich RSF in Gaza und Nahost ein
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) setzt sich im Gaza-Krieg aktiv für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten ein, indem sie Schutzzonen fordert, Ausrüstung und Nothilfe bereitstellt und internationale Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen unterstützt. Seit Beginn des Krieges wurden laut RSF fast 200 Medienschaffende getötet, viele davon gezielt oder im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. RSF hat mehrfach beim Internationalen Strafgerichtshof Anzeige erstattet und dokumentiert systematisch die Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten.

5. Berlusconis MFE kündigt Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1 an
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Der italienische Medienkonzern MFE unter Pier Silvio Berlusconi habe ein Übernahmeangebot für ProSiebenSat.1 angekündigt, um die Kontrolle über den deutschen TV-Konzern zu erlangen. Trotz großer strategischer Worte und der Vision einer paneuropäischen Sendergruppe bleibe das Angebot mit einem erwarteten Preis von rund 5,75 Euro pro Aktie eher zurückhaltend. Bei ProSiebenSat.1 begegne man dem Vorstoß mit Skepsis, verweise auf den niedrigen Preis und bleibe vorerst gelassen.

6. Wer hilft Journalist:innen bei mentalen Krisen?
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker schreibt, dass Journalistinnen und Journalisten besonders stark unter psychischen Belastungen wie Stress, Burn-out und Depressionen leiden, was eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München belege. Gleichzeitig stellt Becker verschiedene Hilfsangebote wie “HateAid”, die “HelpLine” des Netzwerk Recherche und betriebliche Unterstützungsstrukturen bei Verlagen wie Funke und der “Zeit”-Gruppe vor. Inzwischen gebe es ein wachsendes Problembewusstsein in der Branche und vielfältige Anlaufstellen, so dass niemand mit seiner seelischen Not allein bleiben müsse.

7. Nach Chat-Sicherheitspanne: Trump beschimpft Journalisten
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:29 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Attacken des US-Präsidenten auf den “Atlantic” nach dem Militärchat-Skandal: “Die systematische Attacke auf unabhängige Medien ist kein Zufall. Sie ist das Herzstück populistischer Politik. Und sie erfüllt gleich mehrere Zwecke: Sie lenkt ab. Sie diskreditiert Kritik. Und sie schweißt das eigene Lager enger zusammen: Plötzlich geht es nicht mehr um den eigentlichen Fehler – sondern um denjenigen, der ihn sichtbar gemacht hat.”

Appell an Bundesregierung, Südkorea-Doku offline, Medien-Ostermann

1. Mein Appell an die Bundesregierung
(journalist.de, Stephan Weichert)
Der Publizist Stephan Weichert richtet sich mit einem Appell an die Bundesregierung: “Dies ist ein Weckruf zur Erneuerung, der eine enthusiastische Gründerbewegung mit Mut zu unternehmerischem Risiko in Gang setzen soll. Die Bundesregierung muss eine breit angelegte journalistische Nachhaltigkeitsinitiative starten. Eine, die sicherstellt, dass sich Kollegen keine Sorgen um ihre Existenz mehr machen müssen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: professionellen Journalismus.”

2. ARD, ZDF und Phoenix nehmen Südkorea-Doku offline
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Fernsehsender Phoenix habe eine Dokumentation zur politischen Krise in Südkorea offline genommen, nachdem massive Kritik aufgrund journalistischer Mängel laut geworden seien. Der Film habe Verschwörungstheorien sowie unkritische und tendenziöse Aussagen rechter Akteure enthalten. Die Doku habe daher nicht den journalistischen Standards und Anforderungen an eine ausgewogene Berichterstattung entsprochen.

3. Stimmungsmache: Der Medien-Mann Manuel Ostermann
(belltower.news, Lars Freudenberger)
Manuel Ostermann, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft und Mitglied der CDU, verbreite regelmäßig rechte Positionen in Medien, etwa durch Forderungen nach mehr Abschiebungen oder Polizeiaufrüstung. Seine Aussagen, die teilweise rassistische Stimmungen bedienen und Gewalt durch Polizeikräfte relativieren würden, würden zunehmend für Kontroversen und Empörung sorgen, insbesondere durch Ostermanns mediale Präsenz als vermeintlicher innenpolitischer Experte.

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4. AUF1: Covid-Falschmeldungen am laufenden Band
(kobuk.at, Charlotte Heß)
Die österreichische Plattform “AUF1” verbreite regelmäßig falsche und irreführende Informationen zu Covid-19 und Impfungen und stütze sich dabei oft auf unseriöse Quellen und falsch interpretierte Studien. Aufgrund der professionellen Aufmachung und erheblichen Reichweite von “AUF1”, insbesondere im FPÖ-Umfeld, könnten diese Verschwörungserzählungen langfristig das Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie gefährden.

5. Possen aus der Journalistik
(taz.de, Steffen Grimberg)
“In Woche zwei nach den Bundestagswahlen werden nach und nach die Verlierer sichtbar. Nein, nicht FDP oder BSW. Es ist die Universität Leipzig, genauer deren Institut für Kommunikations- und Medien­wirtschaft.” In seiner “taz”-Medienkolumne erklärt Steffen Grimberg die Hintergründe um die “Possen aus der Journalistik”.

6. Medien berichten häufig klischeehaft
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 32:53 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien über Managerinnen und Vorständinnen berichten. Es diskutieren DLF-Hörerin Anna-Lena Lämmle, Christoph Herwartz vom “Handelsblatt” und Virginia Sondergeld vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Millionenstrafe für Deutschland, Trumps Medienstrategie, Streik

1. Deutschland muss 34 Millionen Euro Strafe zahlen
(tagesschau.de, Julius Rabba)
Weil Deutschland die EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern erst 2023 – und damit zweieinhalb Jahre zu spät – umgesetzt habe, habe der Europäische Gerichtshof nun eine Strafe von 34 Millionen Euro verhängt. Darüber hinaus könnte es zu einem weiteren Verfahren der EU-Kommission wegen inhaltlicher Mängel kommen. Das “Whistleblower-Netzwerk” hat eine Idee, wie die vielen Millionen Euro verwendet werden könnten: “Daraus möge auf europäischer Ebene der überfällige Unterstützungs- und Kompensationsfonds für geschädigte Whistleblower eingerichtet werden.”

2. Zu links, zu grün, zu schlecht
(taz.de, Lotta Drügemöller)
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Röwekamp verweigere Interviews mit Radio Bremen, weil er den öffentlich-rechtlichen Sender für politisch “linksgrün”, qualitativ schlecht und scheinheilig halte. Röwekamp werfe Radio Bremen einseitige Berichterstattung und öffentliche Meinungsmache vor. Der Sender weise die Kritik zurück.

3. Was zur Hölle ist in den USA los? Über Trumps Medienstrategie
(steadyhq.com/de/brodnig, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig kritisiert in ihrem Newsletter unter anderem, dass US-Präsident Donald Trump gezielt rechte Influencer und verschwörungsideologische Akteure anstelle unabhängiger Journalistinnen und Journalisten bevorzuge und so eine wohlwollende Berichterstattung erzeuge. Außerdem zeigt sie am Beispiel von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., wie irritiert die impfkritische Szene reagiert, wenn ihre Galionsfiguren Positionen vertreten, die ihrem Weltbild widersprechen.

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4. Kurz & KNAckig: Wie Trumps Politik die freien Medien an ihre Grenzen bringt
(turi2.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg stellt fest, dass Donald Trumps Politik traditionelle transatlantische Allianzen gefährde und selbst konservative Medien wie die des Axel-Springer-Konzerns zum Umdenken zwinge. Daneben zeigt Grimberg auf, wie Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit dazu führen, dass wichtige US-Medien wie die “Washington Post” unter Jeff Bezos oder die “Los Angeles Times” unter Patrick Soon-Shiong sich zunehmend der Meinungsvielfalt verweigern.

5. Umgang mit freien Fotografen: DJV Sachsen kritisiert Sächsische Zeitung
(flurfunk-dresden.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Sachsen kritisiere den Umgang der “Sächsischen Zeitung” mit freien Fotografinnen und Fotografen nach der Übernahme durch den Madsack-Konzern. Dem DJV gehe es insbesondere um unklare Zukunftsperspektiven, große Honorarunterschiede und ungeklärte Urheberrechtsfragen. Besonders problematisch sei, dass Fotos ohne Zustimmung über das Madsack-Netzwerk verbreitet würden, was zusätzliche rechtliche und finanzielle Fragen aufwerfe.

6. Zwei Tage Streik
(sueddeutsche.de)
Wie die “Süddeutsche Zeitung” in eigener Sache mitteilt, befindet sich die Redaktion derzeit erneut für zwei Tage im Warnstreik. Betroffen seien die Online-Berichterstattung, Newsletter und Podcasts. Die Freitags- und Samstagsausgaben der gedruckten Zeitung sollen in reduziertem Umfang erscheinen. Hintergrund sei ein Tarifkonflikt zwischen den Gewerkschaften und dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger.

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