Suchergebnisse für ‘CDU’

Giftschränke der Bundesregierung, Minister in Bedrängnis, “Das crazy”

1. Die Giftschränke der Bundesregierung
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Laut “Abgeordnetenwatch” habe die Bundesregierung in mehreren Fällen versucht, brisante Unterlagen etwa zu Nord Stream 2 oder Lobbykontakten zu BMW und Porsche zunächst zurückzuhalten oder gar nicht erst als “amtlich” zu registrieren. Martin Reyher zeigt auf, dass solche Dokumente häufig erst nach öffentlichem Druck oder Klagen auftauchen. Diese Praxis unterlaufe das Informationsfreiheitsgesetz und erschwere es Journalistinnen und Journalisten, Regierungshandeln kritisch zu hinterfragen. Wenn staatliche Stellen gezielt Informationen zurückhalten, sei unabhängige Recherche kaum noch möglich.

2. Staatsminister in Bedrängnis – Weidel schaltet Anwälte ein
(t-online.de, Annika Leister)
AfD-Chefin Alice Weidel habe Anwälte eingeschaltet, weil das Onlinemagazin “The European” sie zwischen 2017 und 2021 als Autorin von Texten aufführte, obwohl sie dafür weder geschrieben noch ihre Erlaubnis gegeben habe. “The European” gehöre zur Weimer Media Group, die von Wolfram Weimer gegründet wurde, der heute Kulturstaatsminister unter Kanzler Friedrich Merz ist und als dessen Vertrauter gilt. Die Plattform weise die Vorwürfe zurück und behaupte, es habe sich um “dokumentarische Publikation von Politikerreden” gehandelt. t-online.de-Hauptstadtreporterin Annika Leister kommentiert dies wie folgt: “So mit Reden in gehäufter Zahl, Pressemitteilungen und anderen Äußerungen von Politikern zu verfahren, war allerdings in der seriösen Medienlandschaft nie Usus.”

3. Chatbots fressen Klicks und Quellen auf
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Laut Tomas Rudl verdrängen KI-gestützte Suchmaschinen wie die Google-KI zunehmend den klassischen Zugang zu Informationen und verringern damit den Traffic für journalistische Quellen drastisch. Studien würden zeigen, dass Nutzerinnen und Nutzer seltener auf verlinkte Quellen klicken. Das gefährde die Wirtschaftlichkeit von Medienhäusern und schränke die Vielfalt im Netz ein. Gleichzeitig gewännen Inhalte von Akteuren mit politischen oder wirtschaftlichen Interessen an Einfluss.

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4. Medienkrise in Österreich: Wer wird noch Korruption aufdecken?
(profil.at, Franziska Schwarz)
Der österreichische Journalismus stecke in einer tiefen Krise. Stellenabbau, sinkende Reichweiten und schlecht gesteuerte Förderungen hätten zu einem historischen Tiefstand bei den Beschäftigten geführt. Ursachen seien wegbrechende Werbeeinnahmen, eine Abo-Müdigkeit, der Aufstieg KI-gestützter Suchsysteme und eine Förderpolitik, die an der Realität vorbeigehe.

5. Medienethiker warnt vor Propaganda in alternativen Medien
(fr.de, Florian Leclerc)
Der Wiener Medienethiker Luis Paulitsch habe auf der Frankfurter Buchmesse vor der wachsenden Wirkung alternativer Medien gewarnt, die oft nicht journalistischen Standards folgen und gezielt Propaganda verbreiten würden. Er nennt Beispiele von rechts wie “Tichys Einblick”, “Compact” oder “Nius”, aber auch linke Formate wie “Konkret”, und betont, der Begriff “alternativ” sei politisch nicht eindeutig. Am Fall der verhinderten Wahl der Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf zeige sich, wie stark solche Medien Debatten beeinflussen können. Paulitsch fordert Politik und Zivilgesellschaft auf, bei Förderung und Kommunikation klar zwischen seriösem Journalismus und Stimmungsmache zu unterscheiden.

6. »Das crazy« ist Jugendwort des Jahres
(spiegel.de)
“Das crazy” ist zum Jugendwort des Jahres 2025 gewählt worden. Die Floskel, die genutzt werde, wenn man sprachlos sei oder keine echte Antwort geben wolle, habe sich knapp gegen “goonen” und “checkst du” durchgesetzt. Bei der anonymen Onlinewahl seien angeblich rund zwei Millionen Stimmen von 11- bis 20-Jährigen abgegeben worden. Seit 2020 dürfe ausschließlich diese Altersgruppe über das Jugendwort abstimmen (“Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Teilnehmenden ihr Alter wahrheitsgemäß angeben”, so eine Sprecherin der von einem Verlag betriebenen Aktion).

Lindner geht zu Springer-Firma, KI-Suche, Franz Josef Wagner

1. Christian Lindner findet nach Politik-Aus mehrere neue Jobs
(n-tv.de)
Der frühere FDP-Chef und ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner wechsele in die Wirtschaft und übernehme unter anderem eine Funktion beim digitalen Personaldienstleister Stepstone, einer gemeinsamen Firma des Private-Equity-Fonds KKR und der Axel Springer SE. Bei Bluesky kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Springer-Boss Döpfner hatte 2023 den ‘Bild’-Chef noch angewiesen: ‘Please Stärke die FDP!’ Nun landet Ex-FDP-Chef Christian Lindner bei einer Springer-Firma … Das ist der ‘freie Markt’, von dem die FDP immer so gerne redet: Ein Kartell aus Medienmacht und Politik, das seine Leute weich auffängt.”

2. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ermög­licht keinen Zugang zu Kohl-Akten
(lto.de, Christoph J. Partsch)
Das Bundesverfassungsgericht habe die Verfassungsbeschwerde der Journalistin Gaby Weber zum Zugang zu von Helmut Kohl mitgenommenen Kanzlerakten ohne Begründung abgewiesen, obwohl es 2017 eine mögliche Wiederbeschaffungspflicht noch als offen bezeichnet habe. Der Jurist Christoph J. Partsch kritisiert in seinem Gastbeitrag bei “Legal Tribune Online”, dadurch würden Presse-, Forschungs- und Informationsfreiheit behindert und der Respekt vor Gerichten untergraben.

3. CDU-Frau mit bewegter Vergangenheit
(verdi.de, Peter Nowak)
Ein Interview der “Kontext:Wochenzeitung” habe die CDU-Politikerin Susanne Wetterich als frühere Maoistin erwähnt. Wetterich habe daraufhin versucht, per einstweiliger Verfügung die Löschung ihres Namens sowie einer identifizierenden Berichterstattung zu erreichen. Der Vorsitzende der Pressekammer am Landgericht Stuttgart habe jedoch erkennen lassen, den Argumenten nicht zu folgen, woraufhin Wetterich die einstweilige Verfügung zurückgezogen habe. Nun müsse sie die Kosten der Anwälte von “Kontext” tragen.

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4. Google startet KI-Suche in Deutschland
(spiegel.de)
Google habe seine Suche grundlegend überarbeitet und ab heute den sogenannten KI-Modus auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern eingeführt. Die klassische Trefferliste solle dabei durch direkt beantwortete Anfragen ersetzt werden, wobei Google die verwendeten Quellen verlinke. Der Konzern verspreche, dass Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise komplexe Fragen stellen, Bilder analysieren oder per Spracheingabe suchen können.

5. Wann ist Medienjournalismus erfolgreich?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 28:25 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Podcast von “epd medien” und Grimme-Institut, diskutiert Alexander Matzkeit mit den Medienjournalistinnen Annika Schneider (“Übermedien”) und Elli Ries (Podcast “X und Y”) über die Frage, woran sich der Erfolg von Medienjournalismus messen lässt. Zur Debatte stehen Kriterien wie Reichweite, gesellschaftliche Wirkung oder der Aufbau einer engagierten Community. Außerdem sprechen sie über die Bedeutung von Transparenz, Fehlerkultur und einer zugänglichen Sprache.

6. “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner ist gestorben
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der berühmt-berüchtigte “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Er habe seit 2001 die Kolumne “Post von Wagner” in “Bild” geschrieben, die letzte sei am 3. September erschienen und habe sich an den “lieben Kanzler Merz” gerichtet. Zuvor sei Wagner unter anderem Chefredakteur von “Bunte” und “B.Z.” gewesen und habe “Elle” sowie “Super Illu” mitentwickelt.

Bedenkliche Forderung, Gefährliche Nähe, Verkauf von TikTok

1. Petition gegen Online-Hass: Wichtiges Anliegen, bedenkliche Forderung
(socialmediawatchblog.de, Simon Berlin & Martin Fehrensen)
Die von TV-Moderatorin Ruth Moschner gestartete Petition gegen Online-Hass findet breite Unterstützung. Doch die darin enthaltene Forderung nach einem verpflichtenden Identifikationsnachweis für Social-Media-Konten stößt auf deutliche Kritik: Das “Social Media Watchblog” warnt vor einem “Chilling effect” sowie vor Missbrauchspotenzial durch Datensammler. Auch internationale Erfahrungen wie das gescheiterte südkoreanische Modell würden zeigen, dass eine Ausweispflicht mehr schade als nütze.

2. Gefährliche Nähe: Journalisten und der BND
(youtube.com, Lea Eichhorn, Video: 28:31 Minuten)
In der Vergangenheit hätten in Deutschland mehrere Journalisten heimlich mit dem Bundesnachrichtendienst (BND) zusammengearbeitet und unter anderem Informationen über Kollegen weitergegeben. Die “Zapp”-Reportage ist diesen Verbindungen nachgegangen, zeigt Fälle von Bespitzelung durch den BND und spricht mit betroffenen Reportern, Geheimdienstexperten und Investigativjournalisten.

3. “Berliner Zeitung” beantwortet “ZDF Magazin Royale”-Fragen öffentlich
(turi2.de, Tim Gieselmann)
Im Streit mit Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” hat die “Berliner Zeitung” einen Fragenkatalog der Böhmermann-Redaktion publik gemacht und öffentlich beantwortet. Die Zeitung wirft dem Moderator außerdem vor, mit seiner morgen startenden Ausstellung im Berliner Haus der Kulturen der Welt auch direkt von Steuergeldern zu profitieren und einen “Kreuzzug gegen unabhängige Medien” zu führen.

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4. “Wenn wir KI richtig einsetzen, erreichen wir mehr Menschen”
(medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Die Journalistin und “Chief AI Officer” der Deutschen Welle Marie Kilg spricht im Interview mit dem Blog der “Medientage München” über die Chancen und Ängste rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Medienhäusern. Sie warnt vor überzogenen Erwartungen und betont, dass KI menschliche Problemlösefähigkeiten nicht ersetzen könne. Redaktionen sollten laut Kilg stärker in eigene Datenkompetenz und sinnvolle KI-Anwendungen investieren.

5. ver.di: Union greift Rundfunkfreiheit an
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi wirft Politikern von CDU/CSU wie Carsten Linnemann, Markus Söder und Daniel Günther vor, mit ihrer Kritik am Moderationswechsel im NDR-Format “Klar” die Rundfunkfreiheit zu untergraben. Die aufgeheizte Debatte bedrohe inzwischen einzelne Beschäftigte wie Rundfunkrätin Sandra Goldschmidt und gefährde die redaktionelle Arbeitskultur.

6. Trump unterzeichnet Dekret für Verkauf von TikTok in den USA
(zeit.de)
US-Präsident Donald Trump habe per Dekret die Eckpunkte für die Abspaltung des US-Geschäfts von TikTok gebilligt. Dieser Teil der Videoplattform solle künftig vollständig US-amerikanisch betrieben werden, unter anderem mit Investoren wie Larry Ellison, Michael Dell und Rupert Murdoch. Kritiker würden politische Einflussnahme durch Trumps Umfeld befürchten und vor möglichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit warnen.

Sprachrohr der Konservativen?, Kimmel, Friedmann ausgeladen

1. Das Sprachrohr der Konservativen
(taz.de, Gilda Sahebi)
Die Entscheidung des NDR, die konservative Moderatorin Julia Ruhs aus dem Format “Klar” zu nehmen, ist auf massive Kritik von CDU-Politikern gestoßen. Dies werfe laut der Autorin Gilda Sahebi grundsätzliche Fragen zur Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf: “Der politische Wind weht konservativ. Spahn, Günther und Linnemann erklären, was sie erwarten. Und die öffentlich-rechtlichen Strukturen scheinen zu gehorchen.”

2. US-Sender ABC schickt Jimmy Kimmel wieder auf Sendung
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach massiver Kritik und einem Kurssturz an der Börse lasse der Medienkonzern Disney die zuvor abgesetzte Late-Night-Show “Jimmy Kimmel Live” ab dem heutigen Dienstag wieder laufen, wie “DWDL” unter Berufung auf den US-Sender ABC berichtet. Die kurzfristige Absetzung folgte auf Kimmels kritische Aussagen zum Mord am ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk und sorgte für politischen Druck sowie Boykottaufrufe durch konservative Mediengruppen.

3. Michel Friedman offenbar aus Sorge vor rechten Protesten ausgeladen
(zeit.de)
Der jüdische Publizist Michel Friedman sei auf Weisung des Bürgermeisters von Klütz von einer geplanten Veranstaltung im Literaturhaus “Uwe Johnson” wieder ausgeladen worden. Hintergrund seien laut dem neuen Leiter des Hauses in Mecklenburg-Vorpommern Sorgen vor Protesten rechter Gruppen. Friedman selbst sei weiterhin an Auftritten in Ostdeutschland interessiert: “Ich bin bereit, aufdringlich zu sein”.

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4. Akteursvielfalt und Selbstreflexion in der Berichterstattung über den Gazakrieg – eine Inhaltsanalyse dreier deutscher Tageszeitungen
(de.ejo-online.eu)
Eine Inhaltsanalyse von 346 Artikeln der “Süddeutschen Zeitung”, “Welt” und “taz” zeige, dass israelische Akteure und Kriegsbetroffene in der Berichterstattung über den Gazakrieg deutlich häufiger zitiert worden seien als palästinensische. Besonders kritisch falle ins Gewicht, dass die Zivilbevölkerung aus dem Gazastreifen trotz deutlich höherer Opferzahlen medial stark unterrepräsentiert gewesen sei. Gleichzeitig fehle es weitgehend an journalistischer Selbstreflexion über eingeschränkte Arbeitsbedingungen oder eigene Perspektiven.

5. “Journalismus muss unbedingt selbstbewusster werden”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview mit dem “journlist” betont Kommunikationswissenschaftler Michael Brüggemann, dass Journalismus beim Thema Klimawandel klar, faktenbasiert und selbstbewusst kommunizieren müsse. Er plädiert für einen transformativen Journalismus, der nicht nur informiert, sondern gesellschaftlichen Wandel unterstützt und auf Missstände aufmerksam macht. Um Menschen wirksam zu erreichen, solle Journalismus außerdem verständlich bleiben und Desinformation aktiv entgegentreten.

6. Niederländische Disney-Parodie wird Internethit
(spiegel.de)
Der “Spiegel” macht auf ein Satirevideo des niederländischen Komikers Arjen Lubach aufmerksam, das nach der Absetzung von Jimmy Kimmels Late-Night-Show viral gegangen ist. In der Parodie zeigt Lubach bekannte Disney-Figuren in einer Welt, wie sie US-Präsident Donald Trump gefallen könnte: Zum Beispiel Aladdin, der von der Einwanderungsbehörde abgeführt wird, oder Bambi, dessen Mutter für transfreundliche Aussagen am Spieß landet.

Jimmy Kimmel, “AI Overviews”, Amazonas-Stamm klagt gegen “NYT”

1. Die Nächte werden länger
(taz.de, Matthias Kalle)
Matthias Kalle blickt besorgt auf die Absetzung der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel durch den Fernsehsender ABC, nachdem es offenbar Druck “von ganz weit oben” gegeben habe: “Dass er seiner Show beraubt wird, ist mehr als ein medienpolitischer Zwischenfall. Es ist ein Desaster. Denn ohne die Ironie, ohne die satirische Selbstbefragung werden die Nächte lang und länger. Bis am Ende alles von der Dunkelheit verschluckt wird.” Kimmels Sendung sei “keine reine Unterhaltung” gewesen, “sondern eine Kulturtechnik der Demokratie.”

2. Wenn Journalisten Journalisten zum Abschuss freigeben
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Fabian Goldmann beschreibt in einem ausführlichen Beitrag, wie deutsche Redaktionen in zahlreichen Fällen unbelegte Terrorvorwürfe der israelischen Armee gegen getötete Medienschaffende übernommen hätten, statt diese klar als Journalisten einzuordnen. Am Beispiel des “Al-Jazeera”-Mitarbeiters Anas Al-Sharif erweise sich laut Goldmann exemplarisch, wie auch Medien aus Deutschland durch Sprachwahl, Schlagzeilen und Quellenauswahl zur Delegitimierung palästinensischer Reporter beigetragen hätten.

3. Medienverbände wehren sich gegen “AI Overviews” von Google
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Mehrere Medienverbände und Organisationen hätten bei der Bundesnetzagentur formelle Beschwerde gegen Googles neue Funktion “AI Overviews” eingereicht. Die automatisch generierten KI-Antworten auf Suchanfragen entzögen journalistischen Angeboten Reichweite und Werbeeinnahmen, würden fehlerhafte Inhalte verbreiten und gegen den Digital Services Act verstoßen. Die Forderung der Beschwerdeführer: Die Bundesnetzagentur solle gemeinsam mit der EU-Kommission regulatorisch gegen diese Entwicklung vorgehen.

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4. Kehrtwende: Meta spricht mit Medienhäusern über Lizenzen für KI
(derstandard.at)
Der Social-Media-Konzern Meta habe laut eines Berichts des “Wall Street Journal” eine Kehrtwende vollzogen und Gespräche mit Medienhäusern wie Axel Springer, Fox Corp. und News Corp. über Lizenzvereinbarungen für KI-Inhalte aufgenommen. Ziel sei es demnach, journalistische Inhalte für KI-Produkte wie Chatbots nutzbar zu machen. Die Verhandlungen kämen überraschend, da Meta sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus dem Nachrichtengeschäft zurückgezogen habe.

5. Rundfunkfreiheit nicht verstanden
(verdi.de)
Der Verdi-Medienvorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen warnt vor politischer Einflussnahme auf den NDR im Fall der Sendung “Klar”. Die Kritik der Ministerpräsidenten Markus Söder und Daniel Günther sowie die Forderung von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann nach finanziellen Konsequenzen wegen der Absetzung von Moderatorin Julia Ruhs seien laut Schmitz-Dethlefsen ein Verstoß gegen die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

6. Auch Indigene schauen Pornos: Amazonas-Stamm scheitert mit Klage gegen Medienberichterstattung
(beck.de, Jannina Schäffer)
Wie “beck-aktuell” berichtet, wurde eine Verleumdungsklage des brasilianischen Marubo-Stammes gegen die “New York Times” und andere US-Medien von einem Gericht in Los Angeles abgewiesen. Die Richterin habe entschieden, dass der ursprüngliche Artikel lediglich sachlich beschrieben habe, dass einige Jugendliche des Stammes nach Erhalt eines Internetzugangs unter anderem Pornografie konsumiert hätten. Eine pauschale Verunglimpfung oder Diffamierung in der Berichterstattung sei daraus nicht abzuleiten. Auch zugespitzte Schlagzeilen anderer Medien wie “TMZ” seien laut Gericht von der Pressefreiheit gedeckt, zumal keine böswillige Absicht (“actual malice”) nachgewiesen werden konnte.

Hetze der US-Regierung, NDR trennt sich von Ruhs, Kimmel abgesetzt

1. Online-Hetze gegen Journalisten nimmt stark zu
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt sich besorgt hinsichtlich der zunehmenden Hetze gegen Journalistinnen und Journalisten in den USA. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus konstatiert: “Die Hetzkampagnen aus Kreisen der US-Regierung gegen differenziert berichtende Medien stehen im krassen Widerspruch zu ihrer Behauptung, Meinungsfreiheit zu garantieren. Nicht nur in den USA selbst wird es für kritische Stimmen immer schwieriger, jetzt soll auch die internationale Berichterstattung kontrolliert werden.”

2. Moderatorin Ruhs fliegt nach Protest von Mit­ar­bei­te­rn
(taz.de, Jonas Kähler & Wlada Froschgeiser)
Nach anhaltender interner Kritik habe der NDR entschieden, Moderatorin Julia Ruhs nicht länger im Reportageformat “Klar” einzusetzen (der BR, der ebenfalls einige Folge von “Klar” verantwortet, will in diesen Folgen hingegen an Ruhs als Moderatorin festhalten). Knapp 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Senders hätten in einem offenen Brief mangelnde Differenzierung und Verstöße gegen journalistische Standards bemängelt, insbesondere in einer Folge zum Thema Migration. Ruhs und rechte Kommentatoren sprächen von “Cancel Culture”. Die Moderatorin selbst bezeichne die Entscheidung des NDR als “Armutszeugnis”.

3. “Kleine Anfragen” bedrohen Medien
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben kritisiert die Praxis von AfD und CDU/CSU, mediennahe NGOs wie das “Netzwerk Recherche”, die “Neuen deutschen Medienmacher*innen” und auch “Correctiv” durch sogenannte Kleine Anfragen unter Druck zu setzen. Dadurch würden deren politische Neutralität infrage gestellt und staatliche Förderungen ins Visier genommen. Laut Röben könne diese Vorgehensweise als Teil einer gezielten Diskursverschiebung nach rechts und als Bedrohung der Pressefreiheit gewertet werden.

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4. Jimmy Kimmel wegen Kommentaren zu Kirk abgesetzt
(faz.net)
Der US-Sender ABC habe die Late-Night-Show “Jimmy Kimmel Live!” auf unbestimmte Zeit abgesetzt. Kimmel habe in seiner Sendung angedeutet, der Täter des Anschlags auf den Ultrarechten Charlie Kirk könnte aus Donald Trumps MAGA-Bewegung stammen. Daraufhin habe Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde FCC, dem Sender mit Lizenzentzug gedroht. Donald Trump habe Kimmels Absetzung begrüßt und weitere Maßnahmen gegen kritische Comedians gefordert.

5. Die Zukunft des Journalismus: Szenarien, Herausforderungen, Chancen
(dfjv.de, Nadine Zeidler, Audio: 18:13 Minuten)
Nadine Zeidler spricht im “Fachjournalist”-Podcast mit dem Medienwissenschaftler Michael Graßl über die Zukunft des Journalismus. Gemeinsam diskutierten die beiden drei Szenarien aus dem Sammelband “Die Zukunft des Journalismus. Zehn Szenarien für das nächste Jahrzehnt”. Im Mittelpunkt stehen “Aufgaben, Herausforderungen und Chancen eines demokratierelevanten, sich wandelnden Berufsfeldes”.

6. Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder
(zeit.de)
Laut einer Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung befürworte eine Mehrheit der Deutschen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Zudem sei ein breiter Wunsch nach schärferen Regeln an Schulen sowie nach einer stärkeren Verantwortung von Politik und Plattformbetreibern erkennbar.

7. Stefan Raabs Rückkehr ins Abendprogramm
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:22 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Rückkehr von Stefan Raab ins TV-Abendprogramm: “Stefan Raab ist das Symbol für alles, was im deutschen Fernsehen falsch läuft: Man klammert sich an Gestern, weil man Angst vor Morgen hat. Man recycelt lieber alte Konzepte, als neue zu wagen. Man hofft auf Nostalgie statt auf Innovation.”

Klöckner gießt Öl ins Feuer, RBB baut ab, Noch keine Berlusconi-Mehrheit

1. Klöckner gießt Öl ins Feuer
(t-online.de, Lars Wienand)
Gestern berichteten wir in den “6 vor 9” über die Kritik am Auftritt von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim Sommerempfang der CDU Koblenz, der auf dem Firmengelände des Unternehmers und “Nius”-Finanziers Frank Gotthardt stattfand. Lars Wienand hat den Fall nun ausführlich und mit Hintergrundinformationen aufbereitet. Demnach habe Julia Klöckner ihre Teilnahme verteidigt, die Vorwürfe gegen “Nius” als Angriff auf die Meinungsfreiheit dargestellt und in ihrer Rede wörtlich Inhalte aus einer Pressemitteilung des Umfrageinstituts Insa übernommen, um vor einer Verengung des Diskursraums zu warnen.
Weiterer Lesetipp: Die taz hat News für Klöckner: “Die Bundestagspräsidentin hat die taz mit dem rechten Portal Nius verglichen. Die taz-Chefredaktion verweist auf ihr Statement zum letzten Geisterfahrer.” (taz.de, Gereon Asmuth)

2. RBB will mit Vorruhestand und Abfindungen Personal abbauen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet, dass der RBB im Rahmen seiner “strukturellen Verkleinerung” Stellen abbauen wolle und dafür freiwillige Vorruhestandsregelungen sowie Abfindungen anbiete. Das Programm laufe über sechs Wochen und solle dazu beitragen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Ziel sei es, jährlich 22 Millionen Euro zu sparen, um den öffentlich-rechtlichen Sender zukunftsfähig aufzustellen und finanzielle Spielräume für das Programm zu schaffen.

3. Die Berlusconis scheitern vorerst
(taz.de)
Die italienische Mediengruppe MediaForEurope der Familie Berlusconi habe vorerst ihr Ziel verfehlt, die Aktienmehrheit an ProSiebenSat.1 zu übernehmen. Ihr Anteil liege aktuell bei rund 44  Prozent. Aktionärinnen und Aktionäre könnten das Übernahmeangebot aber noch bis zum 1.  September annehmen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit des Senders und den Medienunternehmer Pier Silvio Berlusconi, Sohn des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, zu einem Gespräch ins Kanzleramt eingeladen.

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4. Bundesregierung soll Tempo machen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Bundesregierung auf, nach der politischen Sommerpause zügig das Gesetzgebungsverfahren für den “Plattform-Soli” einzuleiten. Diese Abgabe soll einen Teil der Gewinne von Tech-Konzernen wie Google und Meta abschöpfen und unabhängigen Journalismus stärken. Jeder Tag ohne den “Plattform-Soli” verschärfe die wirtschaftliche Lage vieler Redaktionen. Die bisherige Untätigkeit der Regierung sei ein Versäumnis für den Medienstandort Deutschland.

5. Perspektiven einer Invasion: Medienberichterstattung über den Krieg Russlands in der Ukraine
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Eine vergleichende Analyse von Kriegsbildern aus internationalen Medien zeige, wie stark sich die visuelle Berichterstattung über den russischen Angriff auf die Ukraine unterscheide. Während westliche und ukrainische Medien das Leid der ukrainischen Bevölkerung und deren Widerstand betonen würden, würden russische Medien den Krieg überwiegend als staatlich legitimierte Operation inszenieren mit einem Fokus auf das Führungspersonal und patriotische Symbole.

6. US-Sender Newsmax zahlt 65 Millionen Dollar
(spiegel.de)
Der konservative US-Sender Newsmax zahle 65 Millionen US-Dollar an den Wahlmaschinenhersteller Dominion, um einen Verleumdungsprozess wegen falscher Behauptungen zur US-Wahl 2020 beizulegen. Newsmax hatte, ähnlich wie zuvor Fox News, unbelegte Verschwörungserzählungen über Wahlbetrug und manipulierte Dominion-Maschinen verbreitet.

Klöckners taz-Nius-Vergleich, Posting von Täterbildern, Mainstream-Kanu

1. Wertschätzung für Nius-Finanzier Gotthardt?
(tagesschau.de, Juri Sonnenholzner)
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner steht wegen eines Auftritts beim Sommerempfang der CDU Koblenz in die Kritik, der auf dem Firmengelände des Unternehmers Frank Gotthardt stattfand. Gotthardt ist auch Finanzier des rechtsaußen stehenden Portals “Nius”. Wie tagesschau.de weiter meldet, habe sich Klöckner bei dem Empfang nicht zu der Kritik am Engagement des Koblenzer Unternehmers bei dem umstrittenen Medienportal, das von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geleitet wird, geäußert. Sie habe aber andere bemerkenswerte Äußerungen getätigt, wie Eric Beres (SWR) und Lars Wienand (t-online.de) auf Bluesky berichten. So würden sich “taz” und “Nius” laut Klöckner “in Methodik nicht so sehr” unterscheiden, man müsse beide “ertragen”. Der “6-vor-9”-Kurator kommentiert ebenfalls auf Bluesky: “Wenn Julia Klöckner tatsächlich gesagt haben sollte, taz und das rechtsaußen stehende Hetzportal Nius unterschieden sich ‘in Methodik’ nicht so, ist das nicht nur faktisch falsch, sondern von atemberaubender Schamlosigkeit und beschmutzt in seinem Trumpismus Würde und Amt einer Bundestagspräsidentin.”
Dazu noch ein Hörtipp: Anke Petermann berichtet im Deutschlandfunk ausführlich von Klöckners Auftritt bei dem CDU-Sommerempfang (deutschlandfunk.de, Audio: 7:04 Minuten).

2. RSF: In Russland unerwünscht
(verdi.de)
Russland habe die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) zur “unerwünschten Organisation” erklärt. Die Zusammenarbeit mit RSF könne in Russland nun strafrechtliche Konsequenzen haben, obwohl die Organisation dort gar nicht präsent sei. Reporter ohne Grenzen habe angekündigt, sich trotz des Verbots weiter für die Pressefreiheit einzusetzen und gefährdete russische Journalistinnen und Journalisten, insbesondere im Exil, zu unterstützen.

3. Protest gegen Übernahme der britischen Zeitung “Telegraph”
(taz.de, Nicholas Potter)
Die geplante Übernahme der britischen Zeitung “The Telegraph” durch RedBird Capital stoße auf Kritik. Dem Investmentunternehmen werde eine Nähe zu chinesischen Staatsinteressen vorgeworfen. Organisationen, die sich für Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen, befürchten eine Gefährdung des Medienpluralismus und fordern eine unabhängige Prüfung der Einflussverhältnisse. RedBird bestreite jegliche chinesische Einflussnahme und wolle den “Telegraph” international ausbauen.

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4. Wann das Pos­ting von Täter­bil­dern strafbar ist
(lto.de, Anja Schmorl & Mustafa Enes Özcan)
Die Sängerin Liän habe einen mutmaßlichen sexuellen Übergriff in einem Parkhaus gefilmt und das Video später bei TikTok und Instagram veröffentlicht. Rechtlich problematisch sei dabei vor allem die nachträgliche Veröffentlichung. Zwar sei das Filmen selbst nicht strafbar, doch das spätere Posten könnte gegen § 201a Abs. 2 StGB und § 33 KunstUrhG verstoßen.

5. Böhmermann vs. Britt: Der große Streit um “Schwer verliebt”
(dwdl.de, Christian Richter)
In der neuesten Ausgabe der “Telegeschichte(n)” erinnert Christian Richter an einen denkwürdigen TV-Moment: Als Jan Böhmermann 2012 in seiner Talkshow “Roche & Böhmermann” die Sat.1-Kuppelshow “Schwer verliebt” und deren Moderatorin Britt Hagedorn scharf kritisierte, seien seine Argumente unscharf, die Vorwürfe aber berechtigt gewesen. “Schwer verliebt” habe übergewichtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in klischeehaften, teils entwürdigenden Szenen gezeigt. Trotz gegenteiliger Aussagen des Senders sprächen viele Hinweise für eine bewusste Inszenierung zulasten der Kandidatinnen und Kandidaten.

6. Feiger Kulturkampf: DAS KANU DES MANITU – Kritik & Analyse
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt, Video: 14:07 Minuten)
Michael “Bully” Herbigs “Der Schuh des Manitu” gilt mit 11,7 Millionen Besucherinnen und Besuchern als der erfolgreichste deutsche Filme nach dem Zweiten Weltkrieg und lockte sogar mehr Personen in die Kinos als die ursprüngliche Karl-May-Verfilmung. Nun ist mit “Das Kanu des Manitu” Jahrzehnte später der Nachfolger in die Kinos gekommen. Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat ihn sich angeschaut. Sein Fazit: “Bully strebt mit diesem Film erneut den Mainstream des Mainstreams an, tut aber mitunter so, als sei dies ein widerständiger Akt.”

Social-Media-Verbot für Kinder?, Kulturkämpfer, Klöckner zu Gast

1. Leopoldina empfiehlt Verbot von Social-Media-Accounts für Kinder unter 13 Jahren
(spiegel.de)
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfehle in einem Diskussionspapier ein vollständiges Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren sowie eine durch die Eltern streng überwachte Nutzung für 13- bis 15-Jährige. Für Jugendliche bis 17 Jahre befürworte sie unter anderem ein Verbot personalisierter Werbung, automatische Pausen nach 45 Minuten Nutzung und Smartphone-Verbote in Schulen bis zur zehnten Klasse. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche vor den psychischen und entwicklungsbezogenen Risiken Sozialer Medien zu schützen und sie zu einem verantwortungsvollen Umgang anzuleiten.
Weiterer Lesetipp: Düstere Aussichten für deutsches Social-Media-Verbot: “Einige deutsche Spitzenpolitiker*innen fordern ein Social-Media-Verbot für Minderjährige. Realistisch ist das aber nicht. Das zeigt eine nüchterne Analyse der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags.” (netzpolitik.org, Sebastian Meineck)

2. Weimer, ein konservativer Kulturkämpfer
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel beschreibt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer als “konservativen Kulturkämpfer”, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit das Gendern in seiner Behörde verbot und auch öffentlich geförderte Institutionen zum Verzicht auffordere. Darüber hinaus verfolge Weimer ehrgeizige kultur- und medienpolitische Projekte, darunter eine Digitalabgabe für große Online-Plattformen, stärkere Investitionen von Streamingdiensten in deutsche Produktionen sowie eine Aufstockung des Kulturetats, mit teils umstrittenen Verknüpfungen und Bedingungen.
Weiterer Lesetipp: Bei “DWDL” zieht Uwe Mantel ein Resümee zu Weimers ersten 100 Tagen im Amt. Sein Fazit mit Blick auf die deutsche Produktions-, Kino- und TV-Landschaft: “Die nächsten 100 Tage der Amtszeit von Wolfram Weimer werden für die Branche daher noch weit bedeutender als die ersten, denn jetzt muss er wirklich liefern. Bleibt zu hoffen, dass er sich nun vorrangig um diese Themen kümmert – und weniger um Gender-Verbote.” (dwdl.de, Uwe Mantel)

3. Kritik an Bundestagspräsidentin: Klöckner kommt zu umstrittener CDU-Veranstaltung in Koblenz
(swr.de)
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner wolle am Sommerempfang der Koblenzer CDU teilnehmen, der im Unternehmen von Frank Gotthardt stattfinden soll. Gotthardt ist der Finanzier hinter dem Krawall-Portal “Nius”, das von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geleitet wird. Kritiker sähen in Klöckners Teilnahme einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot und ein fatales Signal, da “Nius” als rechtspopulistisch und desinformierend gelte. Die CDU Koblenz verteidige den Veranstaltungsort als Anerkennung für Gotthardts Firma, äußere sich aber nicht zu dessen Engagement bei “Nius”.



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4. “Einige wenige weiße Männer in den USA und China bestimmen, wer wann was sieht auf der Welt”
(npj.news)
Björn Staschen kritisiert, dass wenige Big-Tech-Oligarchen in den USA und China mit intransparenten Algorithmen bestimmen, welche Inhalte weltweit für Milliarden Menschen sichtbar sind. Er fordert offene, vernetzte Plattformen, gemeinschaftlich festgelegte Regeln und volle Datensouveränität. Damit solche Systeme eine echte Chance gegen Big Tech haben, müsse die Politik Wettbewerbsprivilegien der Plattformkonzerne abbauen und massiv in die Attraktivität offener Netzwerke investieren.

5. Diese Fotos könnten vor Gericht landen
(t-online.de, Nicole Diekmann)
Nicole Diekmann schreibt in ihrer Kolumne, dass viele Eltern auch 20 Jahre nach der Einführung von Social Media noch immer bedenkenlos Fotos ihrer Kinder ins Internet stellen. Sie sieht darin einen Mangel an grundlegender Medienkompetenz, obwohl es aus dem gesunden Menschenverstand heraus klar sein sollte, solche Bilder privat zu halten. Dies sei besonders enttäuschend, da es in anderen gesellschaftlichen Bereichen – wie beim Verbot körperlicher Gewalt gegen Kinder – durchaus positive Lernkurven gebe.

6. “Sogar meine Frau sagte: Das kannst du nicht machen, das gucken doch nur Kinder”
(stern.de, David Holzapfel)
Der “Stern” hat mit dem Rechtsanwalt Christian Solmecke gesprochen, der sich in den vergangenen 15 Jahren einen YouTube-Kanal mit über einer Million Abonnentinnen und Abonnenten aufgebaut hat: “Mit Youtube begann ich im Jahr 2010. Zu dieser Zeit war ich der einzige Anwalt auf der Plattform. Bei meinem ersten Video saß ich im Pullover vor der Webcam und sprach über die Frage: Was droht mir, wenn ich mir ein gefälschtes Kleidungsstück aus dem Sommerurlaub mitbringe? Das Video ging online und hatte 30 Zuschauer. Ich fand das stark.”

7. Der “Bratwurst-Influencer”: Wenn Medien zur Bühne von Politikern werden
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)
Zusätzlicher Hörtipp, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator, dass der “Spiegel” mit seiner Titelgeschichte “Der Socialist” Markus Söders Social-Media-Inszenierung eher verstärke als kritisch hinterfrage und damit selbst Teil der politischen Verflachung werde: “Und während wir uns über Söders Bratwürste amüsieren, will er ukrainischen Geflüchteten das Bürgergeld streichen. Während wir über seine Ostereier lachen, hetzt er gegen Klimaschutz, blockiert Windräder und spaltet die Gesellschaft. Während Söder seine Bratwürste posted, steigt die Kinderarmut in Bayern, können sich Menschen die Miete nicht mehr leisten.”

Presse unter Verdacht, SS-Lied, Religiöse Fußball-Influencer

1. Bundesregierung muss dringend handeln
(reporter-ohne-grenzen.de)
Vor der anstehenden Israel-Reise von Außenminister Johann Wadephul wendet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen an die Bundesregierung: Sie “muss jetzt aktiv werden: mit einer unmissverständlichen Forderung an die israelische Regierung, Journalistinnen und Journalisten nicht mehr aktiv ins Visier zu nehmen und mehr zu ihrem Schutz zu tun. Verletzte und gefährdete Medienschaffende müssen den Gazastreifen sicher verlassen können. Hunger darf nicht als Kriegswaffe eingesetzt werden. Um dies zu erreichen, braucht es deutlichere Worte und insbesondere auch Taten der Bundesregierung.”

2. Presse unter Verdacht
(correctiv.org, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl erinnert sich daran, wie er vor genau zehn Jahren wegen der Berichterstattung bei netzpolitik.org über die Internetüberwachung des Verfassungsschutzes vom Generalbundesanwalt wegen Landesverrats ins Visier genommen wurde. Der Fall wurde zur Staatsaffäre und rief damals breite Solidarität aus Medien und Zivilgesellschaft hervor. Heute fürchtet Beckedahl, dass eine solche Solidarität in einer polarisierten Öffentlichkeit nicht mehr selbstverständlich wäre, und warnt: “Pressefreiheit braucht mehr als schöne Verfassungsartikel – sie lebt von gesellschaftlichem Rückgrat.”

3. SS-Lied bei Begräbnis: FPÖ-Abgeordnete verlieren Verfahren gegen STANDARD
(derstandard.at, Laurin Lorenz)
Das Oberlandesgericht Wien habe entschieden, dass die Berichterstattung des “Standard” über ein Begräbnis, bei dem ein SS-Lied gesungen wurde, zulässig gewesen sei. Die Klagen dreier FPÖ-Abgeordneter diesbezüglich seien abgewiesen worden. Sie seien nicht ehrenrührig dargestellt worden. “Standard”-Chefredakteur Gerold Riedmann sieht dies als gerichtliche Bestätigung, “dass es in diesem Land keine Narrenfreiheit für Rechtsextreme” gebe.

Bildblog unterstuetzen

4. Bei Digitalgesetzen hart bleiben
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die EU-Kommission auf, im Rahmen der Verhandlungen mit den USA über das Zoll- und Handelsabkommen am Digital Markets Act festzuhalten. Aus Sicht des DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster sei es außerdem notwendig, den Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Journalismus zu beschränken: “Das freie Spiel der Kräfte, wie es die Trump-Regierung will, führt unweigerlich zum Ende des menschengemachten Journalismus. Das wäre das Todesurteil für unseren Beruf.”

5. Filmförderung: Mehr Geld unter Vorbehalt, aber kein Steueranreizmodell
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Bundesregierung habe beschlossen, die Filmförderung ab kommendem Jahr von 133 Millionen auf 250 Millionen Euro zu erhöhen. Ein Teil davon sei jedoch an eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für Streamingdienste geknüpft. Ein Steueranreizmodell sei hingegen vorerst auf Eis gelegt worden, da es laut Medienstaatsminister Wolfram Weimer zu bürokratisch und kurzfristig nicht umsetzbar sei.

6. NDR ändert Beitrag über religiöse Fußball-Influencer
(evangelische-zeitung.de)
In einem Beitrag auf tagesschau.de führen Pascal Siggelkow und Christian Saathoff aus, “wie religiöse Organisationen Fußball-Profis für ihre Missionsarbeit nutzen”. Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann habe sich daraufhin mit einer Beschwerde an den NDR-Rundfunkrat gewandt. Er habe in dem Artikel unter anderem eine “pauschale Problematisierung christlicher Glaubensbezeugungen wie dem Kreuzzeichen, Danksagungen an Gott oder Bekenntnisse zum Glauben im Rahmen sportlicher Betätigung” gesehen. Der NDR habe den Beitrag daraufhin überarbeitet und einen Hinweis hinzugefügt.

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