Suchergebnisse für ‘Korrekturspalte’

„Bild“ gibt MwSt-Erhöhung nicht an Leser weiter

Am Samstag machte „Bild“ die Seite 2 mit dieser Schlagzeile auf:

Mehrwertsteuer-Erhöhung
Diese Firmen machen da nicht mit

Offenbar gibt es Firmen, die 2007 ihre Nettopreise senken wollen, damit die Kunden trotz der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht mehr für ihre Produkte zahlen müssen. Solche Unternehmen machen nach Ansicht von „Bild“ „beste Werbung für ihre Geschäfte“.

Hier wird's ab Januar 2007 nicht teurer: - Energie Baden-WürttembergUnd so wird sich jede Firma gefreut haben, die in der zugehörigen „Bild“-Liste (Ausriss rechts) weiß auf schwarz als Vorbild genannt wurde.

Insbesondere der Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW). Der hat zwar gerade vergangene Woche bekanntgegeben, die Strompreise bis März 2008 „stabil“ halten zu wollen. Das bezog sich aber ausdrücklich nur auf die Nettopreise:

„… die von der Politik beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent zum 1. Januar 2007 wird von der EnBW an alle Kunden weitergegeben.“

Auf Nachfrage bestätigte uns EnBW heute, dass sich daran nichts geändert habe.

PS: Andere Medien hatten über die EnBW-Preispolitik vergangene Woche unter Überschriften berichtet wie: „EnBW legt Mehrwertsteuer auf Kunden um“, „Steigende Strompreise wegen Mehrwertsteuer“ oder „Mehrwertsteuer treibt Strompreis hoch“.

Nach der „Bild“-Ente, die von den Nachrichtenagenturen ddp und AFP übernommen wurde, findet man Artikel über die EnBW-Preispolitik unter Überschriften wie: „Immer mehr Firmen geben Mehrwertsteuererhöhung nicht weiter“.

In der heutigen „Bild“-Korrekturspalte taucht EnBW nicht auf. Und auch Bild.de hält weiter an der Falschmeldung fest.

Vielen Dank an Benny und Anja!

Kurz korrigiert (268)

Heute gab es keine Korrekturspalte in „Bild“.

Und wir hätten gedacht, die „Bild“-Zeitung berichtigt wenigstens ihren Kolumnisten Hugo Müller-Vogg, der gestern aus dem Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin einen Theo gemacht hat.

Danke an Karim A.!

Nachtrag, 6.10.2006: Immerhin hat Bild.de Müller-Voggs Fehler jetzt offenbar korrigiert.

Nachtrag, 10.10.2006: Und heute hat „Bild“ mit der Berichtigung des Fehlers vom 4.10. dann doch noch die eigene Korrekturspalte gefüllt.

Dieter Bohlen irrt

Unser Vorschlag für die morgige Korrekturspalte in „Bild“:


Weil wir wieder einmal keinen Fehler in „Bild“ gefunden haben, berichtigen wir diesmal Dieter Bohlen. Der behauptete gestern bei RTL, er und Estefania seien „jetzt seit ’nem Dreivierteljahr auseinander“. Das ist falsch. In Wahrheit erfolgte die Trennung bekanntlich am 9. Juni.

Lammert und der Boy von Seite 2

Dieter Bohlen (52) ist für die „Bild“-Zeitung vielseitig verwendbar: als Motiv für „BILD-Leser-Reporter“, als „Bild“-Schlagzeile — aber auch für ihre tolle „Korrekturspalte“. Heute findet er sich dort bereits zum vierten Mal in vier Wochen wieder. Denn nachdem „Bild“ nicht nur Bohlens Alter, sondern auch das seines jüngsten Kindes aus erster Ehe und zuletzt gar den angeblichen Anfangsbuchstaben des angeblichen Vornamen seiner angeblichen neuen Freundin berichtigte, schafft es Bohlen auch heute auf Seite 2 der „Bild“:

Weil Christiane „Ich weiß es!“ Hoffmann am Samstag zu berichten wusste, dass die Trennung von Dieter Bohlen und seiner bisherigen Lebensgefährtin Estefania (eigentlich Stefanie Küster) „schon neun Monate“ zurückliege, heißt es nun:

„Richtig ist: Die Trennung erfolgte am 9. Juni.“

P.S. Falls „Bild“ für die morgige Ausgabe nichts Besseres einauffällt, hätten wir da noch einen Vorschlag:

„Bild“ behauptet heute nämlich, Bundestagspräsident Norbert Lammert (57) habe „einen Brief an Polens Parlamentspräsident Marek Jurek“ geschrieben. In einer längeren Fassung heißt es sogar stolz, es handle sich dabei um einen „offenen Brief“, „der BILD vorliegt“.

Nach Angaben des Deutschen Bundestages handelt es sich dabei aber peinlicherweise lediglich um einen Artikel Lammerts für die größte polnische Tageszeitung „Fakt“ (mehr dazu z.B. hier und hier), wo der angebliche Lammert-„Brief“, der „Bild“ vorliegt, bereits am vergangenen Freitag in einer Auflage von mehreren hunderttausend Exemplaren erschienen ist.

Mit Dank an Hyp Nom für den Hinweis.
Danke auch an Matthäus W. für die Unterstützung!

Nachtrag, 5.9.2006: Was Millionen „Fakt“-Leser schon seit vergangenem Freitag wissen, erfahren heute nun auch Millionen „Bild“-Leser.

Sind immer die andern IV

Ihre tolle „Korrekturspalte“ hat „Bild“ heute nicht wie üblich irgendwo auf Seite 2 versteckt, sondern in einem Artikel. Darin heißt es über „die Neue“ von Boris Becker:

Vor einer Woche wurde bekannt, dass die alleinerziehende Mutter eines 4-jährigen Sohnes von Hartz IV lebt.

Doch das bestritt Michelle im Interview mit BILD, behauptete wörtlich: „Das stimmt nicht. (…)“
(Link von uns.)

Eine Antwort, die „Bild“-Interviewer Rolf Hausschild („Wer ist diese Frau? … Jetzt spricht sie — exklusiv in BILD.“) offenbar nicht weiter hinterfragt hatte — und „Bild“ nun, drei Tage später, unter der Überschrift „Berichtigung“ „Ist die Neue von Boris eine Lügnerin?“ korrigiert, denn:

Jetzt wird Michelle der Lüge überführt.

In Wirklichkeit wurde sie als Hartz-IV-Empfängerin im Berliner Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf geführt.

Das berichtet die BZ [ebenfalls eine Springersche Boulevardzeitung] und veröffentlichte als Beweis sogar Michelles sogenannte Vorgangsnummer.
(Link von uns.)

Gong!

Ach ja, die „Tagesschau“. Seit 1952 gibt es die Sendung. Vieles hat sich seitdem verändert: Der Kalte Krieg ging zuende, Deutschland ist nicht mehr geteilt, und das Fernsehen gibt’s inzwischen in Farbe. Aber die Anfangszeit der Abendausgabe der „Tagesschau“, die blieb immer gleich. Heute Abend spricht Eva Herman zum „vorerst letzten Mal“ die „Tagesschau“, und „Bild“ macht die älteste Nachrichtensendung des deutschen Fernsehens deshalb auf der Titelseite zum TV-Tipp:

Zum Glück weiß ja jedes Kind, wann die „Tagesschau“ anfängt.

Mit Dank an Marpfaff für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 25.8.: „Bild“ stellt heute in der Korrekturspalte klar, dass die „Tagesschau“ um 20 Uhr anfängt.

Kurz korrigiert (255)

So wie wir „Bild“ kennen, steht dort in der „Korrekturspalte“ von morgen bestimmt:

"Berichtigung: In dem Artikel "Das Bohlen-Fotoalbum der BILD-Leser-Reporter" (BILD vom 16.8.) wird das Alter von Dieter Bohlens jüngstem Kind aus erster Ehe mit 6 Jahren angegeben. Das ist falsch: Das Kind ist 16."

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 17.8.2006
Sorry, wir haben uns geirrt. Tatsächlich steht in der „Korrekturspalte“ heute dies:
"Berichtigung: In dem Artikel „Das Bohlen-Fotoalbum der BILD-Leser-Reporter“ (BILD vom 16. 8.) wird das Alter von Dieter Bohlens Kindern mit 21, 17 und 6 Jahren angegeben. Das ist falsch. Sie sind 21, 17 und 16 Jahre alt."

Kurz korrigiert (249 – 250 251 252)

„Big Big World“ sang nicht „Amelia“, sondern Emilia. Und der „Nacktsängerin Jazmin Jennewein“ hatte sogar der Ziehungsbeamte von „Bild“ vor drei Wochen schon mal das (anscheinend zutreffende) Alter 27 zugelost.

Vielleicht sollte „Bild“ doch Hilfe von außen annehmen?

Nachtrag, 6. August, 1.40 Uhr. Unser Leser Johannes M. hat sich den kleinen Ausriss oben angesehen und mit der Hilfeseite für „Bild“ verglichen und so einen weiteren Fehler gefunden: Auch Dieter Bohlens Alter kennt „Bild“ nicht. Er ist längst 52.

Nachtrag, 10.55 Uhr. Bild.de hat die drei Fehler korrigiert. Aber auch das Alter von Heinz Henn hat „Bild“ falsch angegeben. Er ist 51 Jahre alt. — Das wird eine eindrucksvolle Korrekturspalte morgen in der Zeitung.

Nachtrag, 14.35 Uhr. Hoppla: Aus „Amelia“ hat Bild.de „Emelia“ gemacht. Richtig wäre: Emilia.

Nachtrag, 16.40 Uhr. So, nun stimmt die Emilia, aber das Alter von Heinz Henn noch nicht.

Danke an Eva K., Sabine B., MrB., Micka und die vielen anderen!

Nachtrag, 7. August:

Kurz korrigiert (247)

Zum Gedenken an den dramatischen Unfall des Formel-1-Fahrers Niki Lauda auf dem Nürburgring heute vor 30 Jahren steht in „Bild“:

"Lauda: Vor 30 Jahren entkam er der Feuerhölle"

Auch andere Medien erinnern sich heute und zitieren Lauda u.a. mit den Worten:

„Ich bin nach sechs Monaten wieder so gefahren wie früher oder sogar besser, und das kann man nur dann, wenn man ein Problem hundertprozentig gelöst hat.“

Und so steht’s ja auch in einer dpa-Meldung von gestern nachmittag. „Bild“ allerdings zitiert Lauda exklusiv mit den Worten:

„Ich bin nach sechs Monaten wieder gefahren.“

Ob es sich dabei um eine Verkürzung aus Unachtsamkeit oder Platzmangel handelt, wer weiß. Stimmen kann das, was Lauda laut „Bild“ sagt, jedenfalls nicht. Denn nicht erst „nach sechs Monaten“, sondern bereits sechs Wochen nach dem Rennen auf dem Nürburgring stieg Niki Lauda wieder in seinen Ferrari und wurde am 12. September 1976 Vierter beim Grand-Prix-Rennen im italienischen Monza.

Mit Dank an Norman S., Oliver E. und Jens R. für den Hinweis.

Nachtrag, 2.8.2006: „Bild“ hat den Fehler in der Korrekturspalte ihrer heutigen Ausgabe berichtigt.

„Bild“ schreibt Rechtschreibung wieder ohne Schl

Eine Zeitung, die ihren Lesern gegenüber aufrichtig ist, hätte heute vielleicht so etwas geschrieben wie:

Ja, wir haben die letzten Jahre gegen die neue Rechtschreibreform gekämpft, wir haben sie „Schlechtschreibreform“ genannt — und auch in der reformierten Fassung, die morgen in Kraft tritt, sind noch viele Schreibungen enthalten, die wir vor kurzem noch „Wortmonster“ genannt haben. Aber die Vorschläge des Rates für deutsche Rechtschreibung sind ein Kompromiss, mit dem wir leben können, und deshalb schreiben wir ab jetzt wieder so, wie es unsere Kinder in den Schulen lernen.

Doch das ist nicht die Variante, für die sich „Bild“ entschieden hat. „Bild“ hat sich dafür entschieden, so zu tun, als habe es bislang keine neue Rechtschreibung gegeben. Nicht in den Schulen (wo sie die ersten Schüler schon 1996 beigebracht bekamen) und nicht in den Zeitungen (wo sie von August 1998 bis Oktober 2004 auch von „Bild“ und den anderen Springer-Zeitungen angewandt wurde). „Bild“ vermischt systematisch die ursprüngliche Reform mit den aktuellen Überarbeitungen und tut so, als gehe das mit der neuen Rechtschreibung überhaupt erst morgen los. Und spart sich so das Eingeständnis, dass sie sich mit vielen Forderungen ihrer „Stoppt die Schlechtschreibreform!“-Kampagne nicht durchgesetzt hat.

Natürlich kommt bei so einem Kraftakt schnell die Wahrheit unter die Räder. Zum Beispiel behauptet „Bild“ heute allen Ernstes:

Es gibt eine neue Regel, wann mit "ß" und "ss" geschrieben werden muss.

Nein, die gibt es nicht.

Richtig ist zwar, dass die Rechtschreibung, die ab morgen gilt, in einigen Punkten von der abweicht, die „Bild“ bislang „Schlechtschreibung“ nannte. Es gibt es aber keine Änderung, die „ß“ und „ss“ betrifft.

„Nach langen Vokalen (Selbstlauten) schreibt man ß, nach kurzen ss“ — so formuliert „Bild“ die „neue Schreibregel“. Dabei gilt diese Regel seit 1996. Genau wie die, dass sich „nach kurzen Vokalen“ die „Konsonanten verdoppeln“, was „Bild“ ebenfalls eine „neue Schreibregel“ nennt.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat in diesem Bereich („Laut-Buchstaben-Zuordnungen“) keine einzige Änderung vorgenommen. Dass „überschwänglich“, „Stängel“ und „Gräuel“ mit „ä“ statt „e“ geschrieben werden — alles Regeln, die schon bisher galten und von „Bild“ nur zuletzt nicht angewandt wurden.

Als Beispiele für die „neue“ Regel, dass bei zusammengesetzten Wörtern „alle Konsonanten“ geschrieben werden, „auch wenn drei aufeinander folgen“, nennt „Bild“ putzigerweise auch die Wörter „Kaffeeernte“ und „Hawaiiinsel“ (vermutlich nach der internen „Bild“-Regel „Vokale? Konsonanten? Sind doch alles Buchstaben“).

Kein Wort verliert „Bild“ über das Schicksal der Wörter „Delfin“ und „Majonäse“, „Ketschup“ und „Portmonee“, die „Bild“ in den vergangenen Jahren immer als zwingende Schreibweisen und Beispiele für das Böse an der Rechtschreibreform genannt hat. Dabei hat sich an den vermeintlichen „Wortmonstern“ nichts geändert: Diese eingedeutschten Varianten sind weiter möglich — neben den fremdsprachigen Schreibungen. Aber das war bislang auch schon so.

PS: Für langjährige „Bild“-Leser muss der heutige Artikel ein merkwürdiges Déjà vu sein. Denn am 15. Juli 1997 berichtete ihre Zeitung:

Rechtschreibreform kommt!

Durch die Rechtschreibreform müssen wir uns an neue Regeln gewöhnen. Aber keine Panik! Es ändern sich nur 185 von rund 12000 Wörtern. Vieles wird einfacher. Es gibt weniger Sonderfälle, weniger Komma-Regeln. (…)

Was ändert sich konkret? 1. „Daß“ und „dass“: Nach kurzen Vokalen steht ss statt ß: „dass“, „Schluss“, „nass“. …

Danke für die vielen Hinweise.

Nachtrag, 1.8.2006: Die Verwechslung von Konsonanten und Vokalen in „Kaffeeernte“ und „Hawaiiinsel“ korrigiert die „Bild“-Zeitung heute in ihrer „Korrekturspalte“. Bild.de dagegen bleibt bei seiner Darstellung.

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