Größter Superlativ aller Zeiten, Dons dunkelbraune Anzüge, Hakenkreuz

1. ’ne Nummer kleiner?
(taz.de, Simon Sales Prado)
Beim Einbruch im Grünen Gewölbe in Dresden soll es sich laut „Bild“ um den „größten Kunstraub aller Zeiten“ gehandelt haben. Die „taz“ hat einen Blick in die jüngere deutsche Geschichte geworfen und erinnert an historische Fälle von Kunstdiebstahl ganz anderer Dimensionen.

2. Manchmal waren seine Anzüge dunkelbraun
(neues-deutschland.de, Harald Nicolas Stazol)
Ein ehemaliger Mitschüler des „Welt“-Kolumnisten Don Alphonso alias Rainer Meyer erzählt von seinen Erlebnissen mit dem damals noch jungen Meyer: „Er war eine Klasse über mir und er hasste mich. Er sammelte schlechte Lithographien und hielt sich für einen Snob. Doch bayerische Snobs gibt es nicht. Da fuhr er, ein breitschädeliger Fast-Abiturient, in schlecht sitzenden Anzügen auf seinem Rennrad an mir vorbei und beleidigte mich, weil ich eben ein weltoffener, sexuell experimentierender Dandy bin. Wenn jemand jedes mal, wenn er an mir vorüberradelt, »Schwule Sau!« schreit, hat er möglicherweise ein Problem mit sich selbst.“

3. Bernhard Pörksen: Warum Journalismus notwendiger ist denn je
(gea.de, Christoph Fischer)
Der „Reutlinger Generalanzeiger“ hat mit Bernhard Pörksen gesprochen, der als einer der führenden Medienwissenschaftler gilt. In dem Interview geht es um den Medienwandel und die Suche nach einem Geschäftsmodell im digitalen Zeitalter: „Worüber zu diskutieren wäre: politikferne Stiftungen zur Zeitungsfinanzierung, wie dies einmal der Philosoph Jürgen Habermas angeregt hat. Und was unbedingt zu erhalten ist: ein kritischer, unabhängig recherchierender Journalismus — gerade in Zeiten von Fake-News und der Aufrüstung der PR-Industrie. Noch einmal: Unabhängiger Journalismus ist systemrelevant, zumindest in einer Demokratie.“

4. Zeit der Rituale
(sueddeutsche.de, Carolin Werthmann)
Immer mehr Kinder wenden sich vom linearen Fernsehprogramm ab, doch es gibt Ausnahmen: Trotz Smartphones und Tablets in den Kinderzimmern, erfreut sich der Fernsehsender Kika nach wie vor großer Beliebtheit. Carolin Werthmann vermutet, dass dies auch an der generationenübergreifenden Kontinuität von Inhalten, Figuren und Gesichtern liegen könnte: „Das hat etwas Behagliches, schürt ein Gefühl von Zeitlosigkeit. Obwohl die Welt sich wandelt, bleibt die Welt der Kindheit vermeintlich unberührt – zumindest aus Sicht der Eltern. Denn die sind es, die sich an die eigenen Sesamstraßen-Sitzungen zu erinnern beginnen. Daran, wie sie, damals selbst Kind, belustigt aufquiekten, wenn das Krümelmonster seine Kekse verputzte.“

5. Räumung im Hambacher Forst: Innenministerium wollte Polizeidaten mit RWE teilen
(fragdenstaat.de, Johannes Filter)
„FragDenStaat“ ist im Besitz von Dokumenten zur Causa „Hambacher Forst“, die zweifelhafte Absprachen zwischen dem nordrhein-westfälischen Innenministerium und dem Energieversorger RWE belegen. Dahinter steckt kein Whistleblower, sondern überaus hartnäckiges Pochen auf die Einhaltung des Informationsfreiheitsgesetzes. Der konkrete Fall ist überaus interessant und verfolgenswert. Und er kann Journalisten und Journalistinnen Mut machen, bei der Recherche ähnliche Wege zu beschreiten.

6. Bundeswehr postet Hakenkreuz-Uniform auf Instagram
(spiegel.de, Matthias Gebauer)
Die Bundeswehr veröffentlichte auf ihrem offiziellen Instagram-Account ein Bild einer Wehrmachtsuniform samt Hakenkreuz und dem geschmacklosen Kommentar „Auch #Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der #HauteCouture“. Als die „Bild“-Redaktion, der das Foto als erstes aufgefallen war, beim Verteidigungsministerium nachfragte, löschte die Bundeswehr kommentarlos den Post.