„NZZ“ vs. Wissenschaft, Waldorf in Tagesthemen, Hortensien geraucht?

1. Die NZZ gegen die Wissenschaft
(infosperber.ch, Lukas Fierz)
Als „Desinformationskampagne“ bezeichnet Lukas Fierz die in der „NZZ“ erscheinenden Beiträge zur Klimafrage: „Mit wachsender Verärgerung und Besorgnis lese ich (…) in der NZZ Artikel, die in der Klimafrage wissenschaftliche Tatsachen als Meinung darstellen und ihnen die Meinung von Schwätzern und Interessenvertretern gegenüberstellen, um den Eindruck zu erzeugen, dass es darüber noch eine „Debatte“ gebe.“

2. Wer lesen will, muss bezahlen
(deutschlandfunk.de, Christoph Sterz, Audio: 5:57 Minuten)
Immer mehr Regional- und Lokalzeitungen errichten Paywalls und hoffen auf möglichst viele Digitalabonnenten. Die Verlage probieren derzeit die verschiedensten Varianten und Modelle aus, von der „Time-Wall“ bis zum Sparten-Abo oder der „Total-Schranke“.

3. Wie sich bento neu erfinden wird
(medium.com/@devspiegel)
Ein Jahr hat der „Spiegel“ an einer tiefgreifenden Umstrukturierung gearbeitet, an deren Ende die Zusammenlegung von Print- und Onlineabteilung steht („Projekt Orange“). Vier Jahre nach Gründung des Junge-Leute-Ablegers „Bento“ überarbeitet der „Spiegel“ nun Website und Angebot. In einem Blogbeitrag erklärt die Redaktion, was bei „Bento“ bleiben, was weichen und was dazukommen soll.

4. Werbeunterbrechung für Waldorfschulen in den Tagesthemen
(hpd.de, Andreas Lichte)
In den „Tagesthemen“ gab es einen Beitrag über Waldorfschulen, der ohne jede Kritik auskam. Was vielleicht auch daran lag, dass die beteiligte Journalistin nicht nur Waldorfschülerin war, sondern auch Vorstandsmitglied eines Waldorfvereins ist, auf Podien von Waldorfveranstaltungen spricht und demnächst eine Waldorffestveranstaltung moderiert. Andreas Lichte kommentiert: „Nun ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn Journalistinnen und Journalisten sich in dem Themenfeld, über das sie berichten, auskennen. Wer allerdings, wie Esther Saoub, so eng mit der Waldorfbewegung verbunden ist, den sollte sein eigenes journalistisches Berufsethos davon abhalten, Berichte über das Thema für öffentlich-rechtliche Medien zu gestalten. Sollte das eigene Berufsethos versagen, so wäre es Aufgabe der Tagesthemen-Redaktion, entsprechende Interessenkonflikte aufzuspüren und von einer Beauftragung abzusehen. Dass beides nicht geschehen ist, ist traurig.“

5. „Live ist spannender“
(taz.de, Wilfried Urbe)
Talkmaster Jürgen Domian drängt es wieder in die Talk-Domäne, ab November ist er mit seiner neuen Show im WDR zu sehen: „Ich wundere mich schon seit Jahren, dass es im deutschen Fernsehen keinen No-Name-Talk gibt, also eine Talkshow, in der ausschließlich nichtprominente Menschen zu Wort kommen. Meine Nachtsendung hat bewiesen, dass ganz normale Leute hochinteressante, spannende, zu Herzen gehende und tolle Geschichten zu erzählen haben. Im Übrigen wird unser Format sich von den anderen Talkshows auch dadurch unterscheiden, dass ich nicht nur Interviewer und Talkmaster sein werde, sondern, so wie auch im Nighttalk damals, Gesprächs- und Diskussionspartner, Zuhörer und vielleicht auch Ratgeber.“

6. Die Mafia mit der Gartenschere
(kontextwochenzeitung.de, Minh Schredle)
Stimmt es wirklich, dass Hortensien-Junkies sich über fremde Blumenbeete hermachen, weil die Knospen so wirkungsvoll sind wie feinstes Cannabis? Minh Schredle schreibt über ein Boulevardthema, bei dem die einzigen Bekifften anscheinend die Reporter waren, die mit viel Fantasie den Unfug aufgeschrieben haben.