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„Bild“ verfälscht Martin Schulz zum „selbstsüchtigen Clown“

Natürlich könnte man jetzt sagen: Selbst schuld, der Martin Schulz, dass er „Bild“ ein Interview gibt, und die Redaktion seine Aussage in der Überschrift dann so verfälscht, dass er aussieht wie eine Mischung aus einem bockigen Kind und einem „selbstsüchtigen Clown“, wie Juso-Chef Kevin Kühnert es treffend formuliert. Schulz hatte im Gespräch mit „Bild“ zur Nominierung von Ursula von der Leyen für das Amt der EU-Kommissionspräsidentin und zu dem Prozess dahinter gesagt:

„Eindeutig habe ich das Gefühl: Gewisse Leute machen meine Vorstellung eines demokratischen Europas kaputt.“

Und die „Bild“-Redaktion machte daraus:

Ausriss Bild-Zeitung - Ehemaliger EU-Parlaments-Chef Martin Schulz (SPD) - Die machen mir mein Europa kaputt!

… als meinte der SPD-Politiker, ihm gehöre Europa (was er ja so gar nicht behauptet hat).

Natürlich könnte man jetzt also sagen: selbst schuld. Und dennoch ist das ständige Verfehlen minimaler journalistischer Standards durch die „Bild“-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kein Persilschein für diese, Leuten das Wort im Mund umzudrehen.

Der bereits erwähnte Kevin Kühnert sagt übrigens, dass er „persönlich andere Konsequenzen als Martin Schulz“ ziehe und den „Bild“-Medien „keine Interviews und Statements“ gebe. Das halten wir nicht für die schlechteste Idee.