Rezo-Interview, Endstation für „Endstation“, Warnstreik bei dpa

1. A!386 – Rezo-Folge
(aufwachen-podcast.de, Tilo Jung & Stefan Schulz, Audio/Video: 5:40 Stunden)
Die „Aufwachen“-Podcaster Stefan Schulz und Tilo Jung warten in der neuesten Ausgabe mit einem prominenten Gast auf: Dem Youtuber Rezo, dessen „Zerstörung der CDU“ mittlerweile mehr als 15 Millionen mal angeschaut wurde. In der insgesamt mehr als fünfstündigen Podcast-Produktion geht es volle 90 Minuten um Rezos Werk, seine Entstehungsgeschichte, die Produktion und die Zeit danach.

2. «Die New York Times versetzte der Meinungsäusserungsfreiheit einen herben Schlag»
(medienwoche.ch, Eva Hirschi)
Die „New York Times“ hat am 10. Juni verkündet, in ihrer internationalen Ausgabe keine täglichen politischen Karikaturen mehr zu veröffentlichen. Vorausgegangen war eine vielfach kritisierte Karikatur eines portugiesischen Pressezeichners, für das das Blatt um Entschuldigung bitten musste. Von der grundsätzlichen Abkehr vom Genre Karikatur unmittelbar betroffen: Der Schweizer Pressezeichner Patrick Chappatte, der am selben Tag mit einer Art von Manifest antwortete. Im Interview mit der „Medienwoche“ erzählt er, warum er die Entscheidung nicht nachvollziehen kann: „Mit den Pressezeichnungen verstummt eine der Stimmen der Meinungsäusserungsfreiheit. Eine Pressezeichnung ist die direkteste, ehrlichste und kritischste Stimme. Dass die New York Times nun wegen einer einzelnen Zeichnung ein ganzes Genre aus der Zeitung verbannt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Sie hat doch auch schon Artikel publiziert, für die sie sich später geschämt und deren Publikation sie bereut hat. Zum Beispiel hat die New York Times die These, dass es Massenvernichtungswaffen im Irak gibt, während langer Zeit in ihrer Berichterstattung bestätigt. Und was ist passiert, als sich dies als Fehler herausgestellt hat? Hat man deswegen die gesamte Auslandberichterstattung verbannt? Natürlich nicht.“
Weiterer Lesetipp: Illustrator Christoph Niemann: „Ich bin hin- und hergerissen“ (monopol-magazin.de).

3. Youtube sperrt bayerische Info-Seite gegen Rechtsextremismus
(br.de, Christian Schiffer)
Es scheint sich um einen typischen Fall von Overblocking zu handeln, bei dem eine Plattform etwas sperrt, was sie eigentlich nicht sperren müsste: Youtube hat das Konto von „Endstation Rechts Bayern“ gekündigt, einem Informationsportal über Rechtsextremismus. Damit sind die Beobachtungsvideos über die rechtsextreme Szene nicht mehr auf Youtube verfügbar. Die Twitter– und Facebook-Konten existieren jedoch weiterhin.

4. Der Boom der Audios steht gerade erst am Anfang
(universal-code.de, Christian Jakubetz, Audio: 26:55 Minuten)
Christian Bollert ist Geschäftsführer des Internetradios und Podcastlabels detektor.fm und kann auf nahezu zehn Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet zurückblicken. Im Interview mit Christian Jakubetz redet Bollert unter anderem über personalisiertes Radio und das Problem der Reichweitenmessung, singt das Loblied auf die Nische und verrät, warum Podcasts kein vorübergehender Hype sind.

5. Warnstreik für mehr Einkommen
(djv.de, Hendrik Zörner & Cornelia Berger)
Bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kam es gestern zu einem Warnstreik: Rund 100 Beschäftigte des Berliner Newsrooms legten in einer „aktiven Mittagspause“ die Arbeit nieder. Gewerkschaft und Journalistenverband fordern Lohnerhöhungen von mindestens zwei Prozent für die bundesweit rund 800 Beschäftigten. Die Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (ver.di) Cornelia Berger kommentiert: „Es ist der erste Warnstreik in der langen Geschichte der dpa und er zeigt, wie wütend und entschlossen die Beschäftigten sind, ein Angebot zurückzuweisen, das für viele Reallohnverluste bedeuten würde.“

6. Wenn der Chefredakteur 200 mal klingelt
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:36 Minuten)
Lokaljournalismus heißt, zu den Menschen zu gehen. Der Chefredakteur des „Mindener Tageblatts“, Benjamin Piel, beherzigt dies auf eine besonders eindrückliche Art: Er kann auf mittlerweile 200 Interviews mit in der Region lebenden Menschen zurückblicken. Beim 199. Besuch hat Piel einen Landwirt besucht und sich dabei vom „Deutschlandfunk“ begleiten lassen.