Rechts dominiert, Stolz auf digitales Unwissen, ZDF sendet „Partei“-Spot

1. Rechte Nutzer dominieren Diskurs
(tagesschau.de, N. Altland & P. Eckstein & L. Kampf & E. Kuch & J. Strozyk)
Eine Social-Media-Analyse offenbart Alarmierendes: Im digitalen Europawahlkampf würde eine verhältnismäßig kleine Gruppe rechter Nutzer die Themen setzen. Der Beitrag von tagesschau.de fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und zeigt, wie Rechte den Diskurs in den Sozialen Medien dominieren.

2. Medien an Politiker: „Wir haben keine Angst“
(derstandard.de, Helmut Brandstätter)
Jan Böhmermann teasert den Beitrag auf Twitter wie folgt an: „Der ehemalige Chefredakteur und jetzige Herausgeber des österreichischen @KURIERat @HBrandstaetter hat den Ari-Rath-Ehrenpreis erhalten und eine Rede gehalten, die sich alle Medienfuzzis nicht nur in Österreich dringend zu Herzen nehmen sollten.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

3. Die Amerikaner feiern ihre Diversität – und hier wollen alle deutsch sein.
(planet-interview.de, Kaspar Heinrich)
„Planet Interview“ hat mit dem künstlerischen Allround-Talent und Satiriker Shahak Shapira über dessen Arbeit gesprochen. Es geht unter anderem um Galgenhumor, Comedy-Vorbilder, seinen Pass und die Frage, warum Shapira Holocaust-Vergleiche ablehnt. Im zweiten Teil des Interviews geht es dann um Shapiras Comedy-Sendung bei „ZDFneo“.

4. Drei Elfer, eine Ecke
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Sascha Lobo kritisiert die Unwissenheit, mit der Politiker bei Digitalthemen zu Werke gehen würden: „Es handelt sich hier nicht allein um das Versagen einzelner Figuren, sondern um ein systemisches Problem. Weil Digitalisierung komplex und diffus zugleich ist und für die große, nichtfachliche Öffentlichkeit im Detail nur schwer nachzuvollziehen — wird das Thema politisch zuerst inszenatorisch betrachtet: Was hört sich gut an? Was kann man medial gut verkaufen? Die Schamlosigkeit, digitales Unwissen offensiv zu zeigen und stolz drauf zu sein, bildet aber auch ein perfektes Einfallstor für Lobbyismus.“

5. Das Ding mit dem Journalismus
(medium.com, Lorenz Matzat)
Das „Manifest für einen Journalismus der Dinge“ in seiner jetzigen Form soll ausdrücklich ein Diskussionsvorschlag sein. Lorenz Matzat nimmt das Angebot an und diskutiert die Thesen des Papiers. Sein Resümee: „Letztlich bleibt der Eindruck zurück, dass die Autor*innen des Manifests im »Journalismus der Dinge« einen Tausendsassa sehen wollen. Doch weder über seine Identität noch seine eigene Geschichte ist man im Klaren. Vielleicht gelingt es der zweiten Version des Manifests, dies klarer zufassen.“

6. Wahlwerbespot von „Die Partei“ nun doch im ZDF
(sueddeutsche.de, Theresa Hein)
Nun wurde er doch ausgestrahlt, der Wahlwerbespot der „Partei“. In der vorherigen Version hatte die Partei darauf verzichtet, für sich zu werben und stattdessen auf das Thema Seenotrettung und die Organisation Sea-Watch aufmerksam gemacht. Nachdem ein Wahlaufruf für „Die Partei“ angehängt wurde, wurde das Video vom ZDF abgenommen und gestern gesendet.