Habecks Ausstieg, Rheinterrorblog, „Nazis raus“ und die Folgen

1. Bye bye, twitter und Facebook
(robert-habeck.de)
Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck geriet wegen unglücklicher Formulierungen in Wahl-Videos bereits das zweite Mal in Twitter-Turbulenzen. Zum selbstgemachten Digital-Ungemach gesellte sich ein unverschuldetes: Unbekannte verbreiteten via Twitter private Daten von ihm und seiner Familie. Nun hat sich Habeck in einem radikalen Schritt von den sozialen Medien verabschiedet und seine Twitter- und Facebook-Präsenzen stilllegt.
Weitere Lesetipps: Auf „Indiskretion Ehrensache“ kritisiert Thomas Knüwer Habecks Reaktion. Und Wolfgang Michal hält der „FAZ“ den Spiegel vor, indem er bei einem Anti-Twitter-Text spaßeshalber das Wort „Twitter“ durch „FAZ“ ersetzt. Beim „Deutschlandfunk“ beschäftigen sie sich mit digitalem Stress durch soziale Medien, der Sucht nach Nachrichten und der Gegenbewegung „Data Detox“.

2. Leser als „Versuchskarnickel“
(sueddeutsche.de, Stefan Mayr)
Vergangenes Jahr veröffentlichte Hardy Prothmann, Betreiber des „Rheinneckarblogs“, eine Falschmeldung mit dem Titel „Massiver Terroranschlag in Mannheim“. Vom „bisher größten Terroranschlag in Westeuropa“ war die Rede, bei dem 50 Angreifer „mit Macheten und Messern“ Passanten attackiert und dabei 136 Menschen getötet und 237 verletzt hätten. Das sei jedoch nur ein Zwischenstand: Die Metzelei auf Mannheims Straßen sei noch nicht beendet. Für weitere Informationen musste man ein (Probe-)Abo abschließen. Um danach zu erfahren, dass alles frei erfunden war. Prothmann hatte dafür einen Strafbefehl über 9.000 Euro erhalten, gegen den er sich gerichtlich zur Wehr setzte. Keine gute Idee: Das Amtsgericht Mannheim verurteilte den Blogbetreiber nun zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro. Prothmann ist sich weiterhin keiner Schuld bewusst und kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an.

3. Kann eine Künstliche Intelligenz sich verschiedene Spiele selbst beibringen? Können Menschen mit dem Uterus einer Toten schwanger werden? Werden Spenderorgane bald von geneditierten Schweinen stammen? Science Media Newsreel No. 34 (03.12. bis 09.12.2018)
(meta-magazin.org)
Es ist immer wieder überraschend, welche Wissenschaftsthemen den Sprung von den Fachjournalen in die breite Berichterstattung schaffen. Im „Science Media Newsreel“ werden jede Woche die Themen dokumentiert, die in mehr als fünf unterschiedlichen Redaktionen mit textlich nicht identischen Berichten aufgegriffen wurden.


4. Ein „Nazis raus“ und seine Folgen
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Seit Jahrzehnten existiert der Spruch „Nazis raus“, eine Gegenreaktion zur rechtsradikalen „Ausländer raus“-Parole. Nachdem Nicole Diekmann, Korrespondentin aus dem ZDF-Hauptstadtbüro, den „Nazis raus“-Spruch twitterte, geriet sie ins Visier der Rechten und erhielt zahlreiche Hassnachrichten sowie Mord- und Vergewaltigungswünsche. Diekmann hat sich für ein paar Tage von Twitter verabschiedet, dem Kanal, auf dem ihr so viel Hass, aber auch Solidarität begegnete.


5. Wie Verlage mit den letzten Printleserinnen Roulette spielen
(infosperber.ch, Catherine Duttweiler)
Man möchte meinen, dass sich Zeitungsverlage besonders hingebungsvoll um die letzten Printliebhaber kümmern. Was die Zuverlässigkeit der Zustellung und den Umgang mit Pannen anbelangt, ist dies jedoch nicht immer der Fall, wie Catherine Duttweiler aus der Schweiz berichtet.

6. Diese 10 Instagram-Accounts gingen im Dezember durch die Decke
(horizont.net, Giuseppe Rondinella)
„Horizont“ hat die letztmonatlichen Wachstumsraten aller deutschsprachigen Instagram-Kanäle ab 100.000 Follower analysieren lassen und daraus eine Top-10-Liste gebildet. Führend sind der 18-jährige Rapper Mero und der Sänger Lucas Cordalis. Profitieren konnten aber auch die Geschwister von Instagram-Berühmtheiten, die von ihren Brüdern und Schwestern ordentlich gepusht wurden.